Zurück zu Maximilians Brauwiesen
GastroGuide-User: Hanseat1957
Hanseat1957 hat Maximilians Brauwiesen in 56068 Koblenz bewertet.
vor 10 Monaten
"Enges Restaurant, Terrasse mit Moselblick – Küche solide"

Geschrieben am 30.08.2023
Besucht am 13.08.2023 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 47 EUR
Allgemein:

Meine ständige Begleiterin wollte mal wohin, wo Wein angebaut wird. Da mir in Winzerdörfern sofort langweilig werden würde, wählte ich für den Weintrip das quirlige Koblenz aus und wir wurden nicht enttäuscht. Viermal sind wir in Traditionsgastronomie eingekehrt und einmal beim Griechen gelandet. Hier nun mein Bericht über das Alte Kaufhaus.

Gleich vorweg: Das Alte Kaufhaus ist keine Weinstätte. Ausgewählt hatte ich es wegen der zünftigen Karte, die an ein Brauhaus erinnert, was zu meiner Vermutung passt, dass das Alte Kaufhaus eine Dependance von Maximilians Brauwiesen in Lahnstein ist, einer Brauerei mit großem Ausschank in einem Schlösschen. Wer Brauhausklassiker mag und dazu Bier trinken möchte, der macht nichts verkehrt, im Alten Kaufhaus einzukehren. Passend auch die Zusatzkarte auf der Tafel am Treppenaufgang zur Terrasse: Fleischkäse mit Bratkartoffeln und Spiegelei für 11,50 € und Bierbratensülze mit Bratkartoffeln für 10,50 €.

Das Alte Kaufhaus verfügt nur über geringe Platzkapazitäten, zumal wenn das Wetter nicht auf die Terrasse lockt, also muss man seinen Besuch durch eine Reservierung absichern.
Auf der Homepage (https://www.maximilians-altes-kaufhaus.de/) kann man sich lediglich die Speise- und Getränkekarte laden.
 
Die Preise sind angesichts der sehr prominenten Lage moderat und ich gebe vier Sterne für das Preis-Leistungsverhältnis.

Service:

Am Sonntagabend war noch Volksfest am Moselufer aufgebaut und viel Volk unterwegs und so mussten viele Gäste im Alten Kaufhaus in Empfang genommen und gelenkt werden. Das übernahm der Chefkellner mit bestimmter, aber durchaus freundlicher Ansprache. Uns wurde auch ein Terrassentisch angeboten, aber wir bezogen einen Zweiertisch im Innenraum. Dort erlebten wir dann zwei Frauen in schwarzen Polos mit Restaurantlogo. Beide waren trotz des starken Andrangs aufmerksam und nett. Eine notwendig werdende Umsetzung übernahm der Chef und bot dann den Reservierungsgästen kurz darauf eine Umsiedlung auf die Terrasse an, die gerne angenommen wurde. Für die bemerkenswerte Gastfreundlichkeit gebe ich vier Sterne.
Die Getränkepreise fair: Früh Kölsch 0,2 l/2,10 €, Wein 0,2 l/5,50 €, Wasser 0,75 l/5,90 €.

Essen:

Gestartet sind wir mit Obazter für 8,90 €. Die drei Kugeln entpuppten sich als Frischkäsezubereitung, mit den warmen, guten Röggelchen durchaus essbar, aber deutlich entfernt vom bayerischen Originalrezept mit reifem Camembert.

Auf der Speisekarte reizte mich dann der Spießbraten mit Röggelchen für 10,50 €. Spießbraten erinnert mich an meine Artilleristenzeit in Idar-Oberstein, aber auch in Delmenhorst in der Artilleriekaserne, ist doch der Spießbraten quasi die Leibspeise dieser Waffengattung. Ich bekam zwei dicke Scheiben des Bratens mit viel Bratensoße und ein ganzer Korb mit den wunderbaren Röggelchen wurde dazu gereicht. Der Braten gut durchwachsen und butterzart gegart und für den Preis eine sehr reelle Portion.

Meine ständige Begleiterin entschied sich für das panierte Schweineschnitzel mit Rahmchampignons und Pommes für 16,50 €. Auch dieses Gericht in üppiger Portionsgröße. Die Schnitzel gut ausgebacken und nicht vollständig in der Rahmsoße ertränkt, die etwas würziger hätte sein dürfen; die Pommes in Ordnung.

Insgesamt sehr solide und auch großen Appetit allemal stillend.
Ich würde 3,75 Sterne geben, muss aber auf (schwache) vier aufrunden.

Ambiente:

Das Altes Kaufhaus liegt am Moselufer, nahe am Deutschen Eck. Dort lagen während unserer Tage in Koblenz ständig mehrere große Flusskreuzfahrtschiffe, aber bis auf die sehenswerten An- und Ablegemanöver war kaum Leben auf den Schiffen oder rauf oder runter von Passagieren zu beobachten. Trotz des begrenzten Unterhaltungswerts war die leicht erhöhte, von Mauerwerk eingefasste Terrasse voll besetzt. Drinnen dominieren drei Farben: Die mittelbraunen Dielenbretter, dunkle Stühle und lammellenartige Wandpaneele und weiße Wand- und Deckenflächen. Ein paar gerahmte Drucke mit historischen Stadtansichten bilden die Deko. Wir saßen auf bequemen Stühlen an einem sehr schmalen Tisch mit blanker Buchenholzoberfläche, wie in Brauereigaststätten üblich. Im vorderen Bereich auch Hochtische mit den entsprechenden Hockern, was nicht nur unbequem ist, sondern auch unfallträchtig nach drei Litern!

Es geht zwischen den Tischen eng zu, ohne dass es „zugestellt“ wirkt.

Sauberkeit:

Die Toiletten modern und frisch.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


Immer wieder gern und 9 andere finden diese Bewertung hilfreich.

DerBorgfelder und 9 andere finden diese Bewertung gut geschrieben.