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GastroGuide-User: DerSilberneLoeffel
hat Zur Einkehr, Gasthaus, S. Chiva in 96450 Coburg bewertet.
vor 3 Jahren
"Essen. Kann Man. Man kann es aber auch gut lassen."
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Geschrieben am 17.04.2016
Wir waren an einem Donnerstag vor Ort, mit der Kartgruppe sind wir mutiger. Einer wurde vorgeschickt, das Essen zu probieren. Ich. Und das Essen war noch das Beste am Besuch.

Parkplätze: genug vor der Tür, liegt auch daran, dass die Klientel nach dem Besuch gut daran tut, zu Fuß nach Hause zu gehen.
Toiletten: gibt es, nicht die Neuesten, aber sauber.
Zugang: kleine Stufe, im Haus aber ebenerdig ohne Hindernisse
Gaststube: Alter Schwede.... Links die Theke, schummrige Beleuchtung. Rechts die Tische: schummrige Beleuchtung. An der Wand: Ein Apparat... Telefon? Nö. Computer? Nö. Obwohl... Aber, warum ist da ein Münzgerät und ein Schalter angebracht??? Weil da Musik herauskommt. Naja, nicht direkt aus dem Gerät, aber aus den sehr, sehr leistungsstarken Musikboxen. Wer ein bisschen Münzgeld einwirft, darf ein klein wenig Terrorist spielen. Wie das? Er darf den ganzen Raum in Geiselhaft nehmen. Ehrlich, wenn ich nicht zu essen bestellt hätte, ich wäre durch den Ausgang geflüchtet.

So, aber erst einmal muss der Chef an den Tisch kommen. Ich kann deutsch, er leider nicht so. Nach gut fünf Versuchen hat dann auch der Kollege sein Bier bestellen können. Gekommen ist trotzdem etwas Anderes, als gewünscht war. Egal, der Durst treibts rein.

An der Tafel stand, dass es heute Gyros mit Pommes, Salat und Zazik geben wird. Um die 6 Euro, ich habe da wenig Erwartung an Menge und Geschmack gestellt.
Allerdings kam der Salat an den Tisch, war nett angerichtet und schmeckte sogar gut. Überraschung 1.
Überraschung 2: Ich dachte bisher, bei 125 dB verabschiedet sich nach einer Minute mein Gehör. Nix da, der Mensch ist leidensfähig, nicht einmal "Die kleine Kneipe" von Peter Alexander und auch nicht "Atemlos" von Helene Fischer dargebracht, haben mich dauerhaft geschädigt.

Überraschung 3: Der Teller mit der Hauptspeise. Komplett belegt mit Essen. Viel Gyros, ein dicker Schlag Zaziki, viele Pommes. Das Fleisch weich, gut abgestimmt im Geschmack und heiß serviert. Dazu die frischen, leicht übersalzenen Pommes und gut mit Knoblauch abgeschmeckter Zaziki. Für das Geld mehr als gut.

Was ich auch versucht habe, dem Chef/Bediener zu erklären. Leider war hier wieder die Sprachbarriere. Oder war es das vierte Mal Peter Alexander? Wir sind gestandene Männer mit gut ausgebildeten Stimmen. Und trotzdem war es uns über Strecken nicht möglich, uns mehr zu sagen, als die gespielte Kartenfarbe.

Unterbrochen wurde der Lärm lediglich dann, wenn eine der Personen vom musikwählenden Nachbartisch zu uns kam, um sich zu entschuldigen, dass die Musik zu laut und zu scheiße unangemessen ist. Nein, es hat nicht gefruchtet, dass wir um ein wenig Mäßigung gebeten haben. Auch der Streit zwischen Person a) - Ehefrau und b) - Ehemann, war nicht zur Unterhaltung geeignet. Einfach aus dem Grund, weil man die trunkenheitsschwangeren Ausdrücke (zum Glück) nicht verstand. Und nein, es wurde auch nicht besser, als sich der Mann an einen anderen Tisch setzte. Zwei, drei wankende Schritte und seine Frau hatte die Heimsuchung seiner armen Seele wieder geschafft.

So, ich muss ja noch ein Fazit abgeben. Es ist nicht meine Aufgabe, den Menschen aus Rumänien zu sagen, dass sie zwar gut kochen, das Lokal für rumänische Landstriche wohl sogar recht passabel ist - aber die Menschen deshalb nicht in Scharen kommen, weil dieses Lokal eben DIESEN Ruf hat. Solange der Wirt auf seine lärmenden und saufenden Gäste am Tisch 1 setzt, wird sich keine speisende Klientel einfinden. Schade, denn das Lokal liegt verkehrstechnisch nicht schlecht und die Immobilie hat Potential. Im Moment bleibt mir nur zu raten: Machen Sie einen weiten Bogen um dieses Lokal.


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