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GastroGuide-User: AndiHa
hat Ristorante & Pizzeria Medici in 01279 Dresden bewertet.
vor 3 Jahren
"Feine Lage aber der Rest hatte Höhen und Tiefen"
Verifiziert

Geschrieben am 01.09.2016 | Aktualisiert am 01.09.2016
Besucht am 16.08.2016 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 42 EUR
Dresden, 3. Tag, Abend
 
Am Abend des dritten Tages wollten die jungen Mädels eher am WLAN abhängen und sich was selbst kochen.
Ist verständlich, ok, günstiger und stressärmer. Kam uns „Alten“ also durchaus entgegen.
Während man mit den „Kleinen“ dann noch kurz einkaufte und anschließend einen gemütlichen Spätnachmittag auf der Terrasse genoss griff sich mit der Zeit (und des Internet) der Gedanke Raum es doch in Laubegast beim Ristorante Medici zu versuchen.
Die HP las’ sich nicht schlecht und der Eine oder Andere kann mittlerweile vielleicht erahnen, daß ich einer Pizza durchaus nicht grundsätzlich abgeneigt bin.
 
Gegen Abend den Lambo gestartet (dessen Schweller nach mancher Meinung auf Schulterhöhe liegt (in entsprechend alkoholisiertem Zustand mag das sogar stimmen)) und nach Laubegast geröhrt (ja, nee, Auspuff kaputt à Spässle). Dort, direkt an der Elbe und am Elberadweg stellten wir unseren Donnervogel an einem flussnahen, niedriger liegenden Platz ab der wohl auch gerne Wohnmobilisten als temporäre Absteige dienen dürfte und schrumpften ihn ob der Gaffer oder wegen des Parkplatzes auf gediegenes Familienvanniveau. Aber auch daran gewöhnt man sich ;-)
 
Das Haus liegt also direkt an der Elbe. Klasse Lage. Wirklich!




Auf der schmalen, der fast nicht befahrenen Straße zugewandten Außenbestuhlung, war ja noch ein Platz für uns frei. Sehr schön.
Die Bestuhlung draußen war allerdings schon über den optimalen Punkt hinaus. An unserem Tisch wären nie und nimmer 4 Personen unter gekommen. 2 Stühle, vom nächsten Tisch abgewandt, waren behockbar. Zwischen den Tischen war nur Platz für eine Reihe (=2 Personen in eine Richtung oder versetzt wechselständig) und einen entsprechend untergeschobenen Stuhl. Die Denke dahinter verstehe ich nicht. Das hätte sicher Stress bedeutet hier 4 Personen zu platzieren.
Draußen

 
Aber dem war nicht so und wir genossen einen sehr, sehr schönen Platz mit feiner Aussicht auf die Elbe und fast schon mediterranem Flair. Das hatte durchaus was!Elbe
 
Natürlich hatten wir die sehr freundliche, umgängliche und flinke Bedienung abgepasst und erörtert ob dieser Platz frei wäre. Sie bejahte unsere Anfrage und brachte auch alsbald die Karten.
Dieselben waren mit einer Metallschiene geheftet, nett aufgemacht und beinhalteten die eine oder andere Position „frischer Nudeln“.
„Hausgemachte Pasta“ wurde auch auf einer aufgestellten Schiefertafel angepriesen.
Für meine liebe Frau habe ich diese natürlich geknipst damit es lesbar wurde (die Tafel stand schon mehrere Meter weg und war auf unserer Seite etwas verwischt und schlecht zu lesen).
Aufsteller

 
Die Dame kam wieder und wir orderten schon mal ein Hefeweizen (3,20) und ein Spezi (0,33 zu 2,20). Weiter waren wir noch nicht gekommen und es war kein Thema, daß wir uns in der Karte natürlich noch weiter umsehen konnten.
 
 
Klaro gab es mal wieder einen großen Salat für uns zwei als Vorspeise.
Ein Insalata mare e monti (8,80) mit frischem Lachs und Champignons sollte es sein.
Insalata mare monti

 
Er kam nach angenehmer Zeit und war quantitativ richtig gut. Die Champignons und der Lachs waren kurz und scharf angebraten und mundeten auf den verschiedenen Blattsalaten die durchgehend und leicht mit einer netten Vinaigrette angemacht waren sehr gut. Wir baten beim „Lieferanten“ noch um zwei Extrateller um ihn aufzuteilen und nicht allzu viel Unterschrift auf dem Tisch zu hinterlassen. Punktuell habe ich mich noch leicht aus einer bereitstehenden Menagerie mit Streuern und Essig und Öl bedient. Um diese Jahreszeit eine Essigflasche mit Öffnung ist ja anderweitig auch recht beliebt. Aber nach Kontrolle derselben konnten kein ostasiatisches Garküchengut entdeckt werden. Das stimmte durchaus positiv.
Also der Salat konnte wirklich was, war von guter Menge und Qualitativ nach unserem Ermessen über jeden Tadel erhaben. Gut so, weiter so!
 
Allerdings kam eine seltsame Situation auf. Die Bedienung, welche uns hauptsächlich umsorgte hatte mal wieder einen Blick an unseren Tisch und verstieg sich zu der Frage: Wurden Ihnen von denen zwei Salate geliefert?
Wir klärten die Situation recht einfach aber die Wortwahl blieb haften. DENEN… Hmm?
Anderswo gerne gesehen und mitgeliefert gab es hier aber keine Pizzabrötchen zum Salat. Soll aber nicht zum Nachteil gewertet werden denn es ist nicht durchgängig normal und wir befanden uns ja auch in einem irgendwie anderem Kulturkreis. Ein klein wenig jedenfalls. Wenn man ehrlich ist.
 
Nach einer durchaus spürbaren aber noch akzeptablen Wartezeit kamen dann die Hauptgerichte.
 
Dazwischen wurde natürlich nur aufgrund der Wartezeit ;-) ein zweites Weizen bestellt.
 
„Bäh!“ Das Weizen war lauwarm!
 
Mit der Ansage, daß das Bier „saichwarm“ wäre machte ich mich bemerkbar und es wurde gerne ausgetauscht.
 
Nach einiger Zeit kam ein struwweliger Küchenhelfer(?) mit Hose auf Halbmast an den Tisch und meinte „Bier?“.
Ich erwiderte und nahm es an. Na klasse wieder nicht wirklich besser. Vielleicht hätte ich einen Kaffee bestellen sollen. Womöglich wäre der wenigstens kalt gewesen…
 
Das war mir dann aber irgendwie zu viel und ich beließ es dabei. Können es vielleicht auch einfach nicht oder sind Rotweintrinker oder …. egal.
 
Die Lieblingsbegleiterin meiner Wahl bestellte vom Aufsteller die Strozzapreti mit Salsiccia und Pfifferlingen (12,90).
Strozzapreti

Das klang bei der Erklärung was es denn genau wäre ganz gut und erst jetzt beim Abgleich mit Tante Gockel sah es dereinst irgendwie anders aus. Bandnudeln eben. Nix mit „eingerollt“ wie es die Tante so schön zeigt. Optisch die Nudeln also im Nachhinein der zweite Tiefschlag nach dem sonnigen zweiten Bier. 
Aber das wussten wir zu dem Zeitpunkt nicht.
Gut, ich selbst wundere mich immer wieder was man an verschieden breiten Bandnudeln so unterschiedlich toll finden kann. Ich bin da ja aber auch nicht der Profi und wundere mich manchmal nur. Ich sehe pragmatisch nur das Oberflächenverhältnis zur Teigmenge und mag durchaus Spaghetti, da dort dieses Verhältnis im geometrischen Sinne am Besten ist.
Klar gibt es Unterschiede. Insbesondere bei selbstgemachten Nudeln. Diese sollen durch ihre Rauheit eine größere Oberfläche und damit „Angriffsfläche für die beigemengte Soße (oder dergleichen) haben. Aber weiter im Text:
 
Die Salsiccia war ok und die Pfifferlinge wurden positiv erwähnt. Das war das Einzige was ich von Schatz diesbezüglich am Abend als ich die Stichworte aufschrieb entlocken konnte. Außer einer extrem salzigen Soße blieb vom Drumrum nichts nachhaltig haften. Der Hauptgrund für diese „Erinnerungslücke“ war allerdings, daß ganz heftig die verkochten Nudeln in den Vordergrund traten.
Mutmaßlich selbstgemachte Nudeln und dann so verkocht. Das mag Schatz gar nicht!
Aber selbst wenn sie nicht selbst gemacht waren sondern nur frisch bezogen oder gar nur aufgekocht. Schatz war schon richtig enttäuscht!
 
Ziemlich unorthodox war dagegen meine Pizza Molotof (Name laut Beleg) zu 8,50.
Pizza "Molotof"

Ein extrem würziger Teig war die Grundlage dafür. Jetzt bin ich dahingehend dann doch schon wieder nicht der Hansdampf und einfach im globalen Teiggeschäft nicht bewandert genug um einen anderen Teig als Weizenmehlteig einigermaßen treffsicher zu bestimmen. Aber da war was drin das mich durchaus begeisterte. Das war so „bauernbrotartig“. Ok, er war im Prinzip für einen (normalen Pizza-) Geschmack deutlich zu fest und am Rand fast schon hart. Er war zwar absolut ungewöhnlich aber irgendwie auch richtig klasse. Das Sugo konnte jetzt für sich genommen nicht wirklich viel aber der restliche Belag, ob vom Teig unterstützt oder auch alleine war sehr aromatisch und hatte eine richtig gute Würze.
Letztlich war es mir sogar egal, daß der Rand eher bauernbrotkrustenhart war. Es war keine Pizza im gewohnten Sinne aber sie war irgendwie ein Pfund.
Sie hatte obgleich ihrer eher kleinen Abmessungen richtig Spaß gemacht und ich kann sie irgendwie recht schwer taxieren.
Muß ich mir noch überlegen bis ich zum Ende komme und Sterne verteilen muß.
 
Irgendwann kam wohl auch der Chef raus, wendete sich an einen (1!) Tisch, begrüßte die Leute dort mit Handschlag und unterhielt sich mit ihnen.
Ok, mögen Bekannte gewesen sein und ist mir persönlich mehr als egal.
In zeitlichem Zusammenhang vernahm man etwas später aber einen etwas lauteren Chef von drinnen welcher jemanden zusammen pfiff. Ich weiß nicht wer der oder die Leidtragende war aber die Worte: "Dein Fehler und wenn Du Fehler machst mußt Du dafür gerade stehen"  zusammen mit der für Gäste deutlich vernehmbaren Lautstärke zeugen in meinen Augen nicht gerade für ein souveränes Auftreten und gepflegten Umgang mit (oder in?) der Belegschaft. Eigentlich möchte ich so was nicht nur nicht hören sondern auch nicht den Eindruck haben, daß ein Klima so sein könnte. Als Gast erst recht nicht.
Nicht, daß ich falsch verstanden werde. Manchmal benötig es ein Gewitter, daß die Luft wieder sauber ist. Der anschließende Umgang muß dann aber wieder passend sein. Vor Gästen is aber nich!
 
Drinnen war ich auch mal. Der Gastraum welcher etwas um die Ecke liegt ist zugehängt mit Küchenutensilien und dergleichen. Ja es hat vor Allem durch das Sichtmauerwerk (oder Blende?) etwas. Aber es wirkt sehr unruhig. Der Pfannen-, Knoblauchzöpfe- und Devotionalienoverkill ist auf den ersten und auch den zweiten Blick recht verstörend. Grundsätzlich nett eingerichtet gibt es drinnen einfach auch ein Zuviel.
Teil des Hauptgastraumes

Die Toiletten etc. sind soweit sauber und gepflegt. 
 
Fazit:
Eine sehr schöne Lage, ein richtig guter Salat und eine sehr interessante und irgendwie klasse Pizza wurden getrübt durch fast schon unsägliche Pasta. Das Essen bekommt eben trotz meiner unzufriedenen Frau im Mittel gerade so drei Sterne (Pizza und Salat alleine hätten deren 4 ergeben). Draußen ist es eigentlich unverschämt eng aber mit zwei Personen sitzt man sehr schön und lauschig. Fein. Drinnen ist Ambiente und dieses finde ich über’s Ziel hinaus geschossen obwohl man ein grundsätzlich gemütlichen Charakter durchscheinen sieht.
Viel anstrengender fand ich die Anwandlung des Chefes mit seinem amateurhaften Verhalten welches bei den Gästen ankam.
Das drückte letztlich so auf die Stimmung, daß ich nicht weiß ob ich hier nochmals herkommen würde.
 
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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