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GastroGuide-User: Jenome
Jenome hat Brauereiausschank Im Goldenen Kessel in 40213 Düsseldorf bewertet.
vor 3 Stunden
"Wenn man mal in Düsseldorf ist, muss es auch ein Altbierausschank sein-hier wurden wir nicht enttäuscht"

Geschrieben am 17.02.2026
Besucht am 01.11.2025 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 69 EUR
Ich hatte meine Frau zu ihrem Geburtstag mit einem Ausflug nach Düsseldorf überrascht. Es ging zur Uraufführung eines neuen Musicals im Capitol. Wenn man dann natürlich einmal in Düsseldorf ist, machten wir natürlich ein langes Wochenende daraus, und erkundeten die Stadt am Rhein. Karneval war zum Glück noch weit weg, so war es, zumindest in den meisten Stadtteilen, noch recht ruhig. Anders natürlich auf der längsten Theke der Welt. Das war nun so richtig mein Ding, bekamst du doch hier schon als vorbeilaufender in einer der vielen Altbierkneipen einfach so solch ein kleines Finkennäppel Altbier in die Hand gedrückt. So kämpften wir uns durch die vielen Anbieter, das machte nun aber auch hungrig. Wir versuchten es bei vielen der dort ansässigen Restaurants, aber am Samstagabend ohne Reservierung war es so gut wie aussichtslos.

Ganz anders im Goldenen Kessel bei der Brauerei Schumacher wo traditionelle Brauhausküche im urgemütlichen Stammhaus des ältesten Altbiers der Stadt versprochen wird. Wir standen draußen und studierten die Speisekarte, sahen drinnen ebenfalls ein vollbesetztes Gasthaus, und hatten auch hier schon keine Hoffnung. 



Plötzlich kam ein rüstiger, älterer Herr raus, fragte ob wir was essen wollen, und nachdem wir bejaht hatten, gab es nur einen kurzen Kopfnicker, was bedeutete das wir ihm folgen sollten. Durch das gerammelt volle Gasthaus führte er uns an einen 6-er´ Tisch, wo bereits ein Pärchen in unserem Alter saß. Dort fragte der Herr, wahrscheinlich der Chef des Hauses, ob das Pärchen und auch wir etwas dagegen hätten, gemeinsam am Tisch zu sitzen. Hatten wir nicht, und das andere Pärchen auch nicht. Also hatten wir einen Sitzplatz ergattert, und unser Abendessen war gesichert.

Der Senior hob kurz seine Hand, und sogleich kam dann auch schon einer der vielen herumwuselnden Kellner zu uns. Die Getränkewünsche bitte. Da wir hier ja bewusst in einer Altbier-Brauerei waren, gab es für uns natürlich nur eins:
 
Getränke:

·         2x 025ér Schumachers Alt für je 2,90 €


 
Für die Speisen erbaten wir uns etwas Lesezeit der Speisekarten. Die Speisekarten standen in Aufstellern auf jedem Tisch parat, und es gab typisch deutsche Hausmannskost. Zur Auswahl standen rund 35 Gerichte, von der einfachen Brotzeit, über Gulaschsuppe bis zur Haxe. Die Preise bewegen sich dabei zwischen 8 bis 23 Euronen. Unsere Entscheidung stand recht schnell fest, und so orderten wir:

Hauptspeisen:

·         1x Zünftige Herbst-Vesper-Platte mit Schinken, Salami, Leberwurst und Birnen-Camembert-Creme, dazu herzhaftes Brot für 16,00 €
 
·         1x Schuhmachers Wurst-Gourmetteller an Sauerkraut und Kartoffelpüree für 20,00 €
 
Nun hatten wir erst mal Zeit uns im Gasthaus umzusehen. Es war natürlich gerappelt voll, an den Tischen wurde ausgelassen getrunken, gefeiert und gesungen, die Lautstärke war entsprechend. Uns gefiel´s, dem Pärchen an unserem Tisch, ebenfalls Touris, natürlich auch. Es war mal eine ganz andere Atmosphäre als sonst so in den Gastros. Aber immer brauch ich das auch nicht.



Typisch Brauhaus sind Stühle, Tische und Bänke aus rustikalem Holz, die Sitzfläche der Stühle aus Bast geflochten. Nicht unbedingt gemütlich, aber vollkommen ausreichend, und nach ausreichend Altbier in den Adern merkt man das auch gar nicht mehr. 

 

An den Wänden Bilder aus der Geschichte der Brauerei, dazu etliche Pokale auf vielen Regalen. Auf jedem Tisch ein Steinzeug Krug, worin das Besteck für den Tisch stand. Zusätzlich ein Senf Napf, Salz-und Pfefferstreuer.

  

Die kleinen Finkennäppel mit Altbier waren immer recht schnell alle, sowas stellt man in Sachsen oder Bayern erst gar nicht auf den Tisch. Wir einigten uns mit dem für uns zuständigen Kellner, dass er einfach immer neues bringt, wenn er bemerkt unser Glas geht schon wieder dem Ende entgegen. Zumindest solange bis wir stopp sagen. Es klappte wunderbar.



Auch die Essenslieferung klappte wunderbar, nach knapp 20 Minuten war trotz vollem Haus unsere Bestellung am Tisch.

Meine Frau hatte sich heute sofort in die Zünftige Herbst-Vesper-Platte aus der Tageskarte verguckt, und wurde reichlich belohnt. Auf einem großen Holzbrett wurden ihr hier verschiedene Sorten von rohem und gekochten Schinken serviert, aber auch Salami und Leberwurst. 



Die Wurst war frisch und herzhaft im Geschmack, der rohe Schinken nicht zu salzig, der gekochte Schinken angenehm mild. Die rheinische Leberwurst für uns Sachsen mal was völlig anderes. Dazu eine große Kugel einer Birnen-Camembert-Creme, welche geschmacklich für uns ebenfalls Neuland war, aber richtig gut zur Jahreszeit passte und sehr gut schmeckte. 



Garniert war das ganze mit reichlich saurer Gurke, frischen Zwiebelringen und Tomatenviertel. Als Brotbeilage war eine Scheibe normales Roggenbrot, ein Kürbiskernbrot sowie zwei dunkle Brötchen beigelegt. Meine Frau war mehr als satt, ihr hat es gut geschmeckt.



Ich hatte mich für den Schuhmachers Wurst-Gourmetteller an Sauerkraut und Kartoffelpüree entschieden. Hier gab es verschieden Bratwürstchen vom Schwein und Kalb, grobe Bratwurst sowie ein Düsseldorfer Wienerle und die typische, dunkle Düsseldorfer Blutwurst. 



Alle Würste herzhaft und gut im Geschmack, besonders hatte es mir die grobe Bratwurst als auch die Düsseldorfer Blutwurst angetan. Dazu gab es Sauerkraut, welches auch für uns Sachsen geschmacklich wieder anders war, aber Gott sei Dank weit weg von dem bayrischen Kraut war. Der Kartoffelpüree frisch gestampft und auch angenehm im Geschmack. Ich denke ich hatte mich richtig entschieden.



Nach soviel fettigem Essen musste es natürlich etwas zur Verdauung geben, und so orderten wir noch einen guten Altbierbrand.



Es war ein guter Abend, und nach noch manchen Altbier sollte es dann natürlich wieder Richtung Hotel gehen, denn dort an der Hotelbar gab es natürlich auch Düsseldorfer Altbier.

Wir zahlten, was uns nun Erstaunte war, dass es keinen Kassenbon gab, sondern unsere Preise auf nur auf einen Notizzettel geschrieben wurden und in bar kassiert wurde. Für solch ein Haus schon eher sehr ungewöhnlich.

Unser Fazit: wir zahlten zu zwei 69,20 € im Goldenen Kessel der Schumacher Brauerei in der Düsseldorfer Altstadt. Das Personal flugs unterwegs, neues Bier stand sofort auf dem Tisch, man ist um das Wohl der Gäste bemüht, trotz vollem Haus. Respekt vor der Mannschaft. Für uns war es ein schöner Ausflug in die Düsseldorfer Altstadt.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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