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GastroGuide-User: Obacht!
hat Bellini - il ristorantino in 82481 Mittenwald bewertet.
vor 2 Monaten
"ein wunderbares kulinarisches Kleinod"
Verifiziert

Geschrieben am 24.01.2020 | Aktualisiert am 24.01.2020
Besucht am 20.01.2020 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 144 EUR
Zwar habe ich so wie wohl die meisten einen Stammitaliener, aber ab und zu tut etwas Abwechslung gut. Und wenn es die Zeit erlaubt, fahre ich dafür auch gerne bis nach Mittenwald. Das stand heute auf dem Programm, denn das Bellini ist ein noch weißer Fleck auf unserer kulinarischen Tischdecke, äh Landkarte.
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Keine Pizzeria, sondern aufgrund der Größe ein Ristorantino. Tischreservierung empfohlen. Schon am Telefon war die Chefin dermaßen sympathisch, daß ich mich so richtig auf den Abend freute :-)
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Wir haben gleich neben dem kleinen Haus einen Parkplatz gefunden. Wie leicht es ist, einen selbigen zu finden, kann ich nicht sagen. In Mittenwald kenne ich mich nicht so gut aus.
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schon von außen sehr einladend
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Als erstes fällt einem beim Eintreten der schöne Kachelofen ins Auge, genauso wie die ansprechende Bar/Theke. Insgesamt sind es nur fünf Tische, dezente Anthrazittöne und eine anheimelnde Beleuchtung verbreiten eine gemütliche Atmosphäre.
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stilvolles Ambiente
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Die Chefin nimmt uns im Empfang und geleitet uns zum Tisch, reicht uns die Speisekarte, die auf ein Klemmbrett geheftet ist und läßt uns in Ruhe aussuchen. Später erfahren wir, daß ihr Mann, der den Kochlöffel schwingt, alle zwei/drei Tage eine neue Karte schreibt, da ist das Klemmbrettverfahren sinnvoll. Die einzelnen Blätter waren auch nicht im geringsten unansehlich.
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die Speisekarte macht einem die Wahl nicht leicht
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Auf einer großen Tafel mir gegenüber lese ich als Tagesangebot Hirsch-Tagliata mit Thymiansoße und Rosmarinkartoffeln (€ 28,--). Da muß ich nicht lange überlegen :-) Vorneweg fällt die Entscheidung auf Maccheroncini con coda di rospo handgemachte Rigatoni mit Filet vom Seeteufel (€ 13,40) und Spaghetti Pescatore mit frischen Meeresfrüchten (€ 13,40). Als Beilage zum Hauptgang schlägt die Chefin Bohnen oder Broccoli vor – was wir beide verabscheuen – so  nehmen wir stattdessen zweimal einen Salat.
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Wunderbar, weil eher selten in der heimischen Gastro-Szene, es gibt einen Berlucchi 61 aus dem Franciacorta in der Lombardei (€ 46,--). Dafür schubse ich jeden Valdo zur Seite !!! Er wird auch perfekt gekühlt serviert, das Glas beschlägt beim Einschenken, das macht Freude :-)) Genauso wie die in hübschen Schälchen gereichten Brotaufstriche: mit Frischkäse und Kräutern (geschmacklich meilenweit entfernt vom drögen Gastro-Quark), Tomatensugo, grüne Olivencreme und Artischocken/Sardellen. Dazu geröstete Bruschettascheiben und ein ganzer Korb voll äußerst schmackhaftem Weißbrot. 
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sehr, sehr lecker..........
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Meine Pasta sieht großartig aus und verströmt ein vielversprechendes Aroma. Das – so verrät mir die Chefin – von der selbstgemachten Hummerbutter stammt, die ihr Mann für die Soße mitverwendet hat. Ein Hoch auf den Ehemann, so gut schmeckt es. Eine perfekte Harmonie zwischen der bißfesten Pasta und dem Seeteufel, dazu Parmesan von erster Güte – Herz, was willst Du mehr? Ein Blick zu Schatzl. Der ist hin und weg von seinem Pescatore-Teller. Ein zufriedener Blick in meine Richtung, alles gut!
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meine Vorspeise - ein Hochgenuß
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Sehr angenehm die Wartezeit bis zum Salat. Zu dem es nicht nur den üblichen Balsamico und Olivenöl gibt, sondern auch selbstgemachtes Joghurt- und ein Kräuterdressing. Alles sehr fein. Der Teller könnte vielleicht eine Idee größer sein.
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so muß Salat
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Irgendwie hatte ich mir den Hauptgang völlig anders vorgestellt, aber was sich da vor mir auf dem Teller rekelte, versprach auf alle Fälle Gaumenfreuden erster Güte. Der Hirsch – natürlich hier von der Region – ist butterzart, die Soße (die mitdenkende Chefin hat uns zusätzlich eine kleine Sauciere an den Tisch gestellt) schmeckt cremig leicht nach Thymian, und der Rosmarin dominiert nicht den Kartoffelgeschmack. Einzig mit den roten Pfefferkörnern hätte der Meister des Herdes etwas sparsamer umgehen können.  Schon lange hat mir nichts mehr so gut geschmeckt wie dieses Tagliata.
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Tagliata vom Hirsch - das muß erst einmal einer nachmachen
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Wer mich kennt, reibt sich ungläubig die Augen – ich habe keinen Nachtisch bestellt. Ging nix mehr rein :-( Zumindest Schatzl hielt unsere Fahnen hoch und bestellte ein hausgemachtes Tiramisu (€ 7,50). Den zweiten Dessertlöffel, den die Chefin mir anbot, schlug ich dann doch nicht aus *hüstel* Tapfer hörte ich nach zwei Bissen auf. Es schmeckte sensationell, weit weg von den Tortenstücken anderer Betriebe. Hier war mit viel Liebe der Klassiker aufs perfekteste zubereitet. Meine Verehrung an den Chef!
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der krönende Abschluß - ein perfektes Tiramisu
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Ein Espresso (€ 2,--) und die Rechnung.
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Fazit: Die Fahrt nach Mittenwald lohnt allemal. Hier paßt einfach alles. Kochkunst trifft auf Herzlichkeit, und weil das Lokal so klein ist, kommt auch keine Hektik auf. Ein Ort zum wohlfühlen, einfach toll.
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DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


Jens und 20 andere finden diese Bewertung hilfreich.

Oparazzo und 20 andere finden diese Bewertung gut geschrieben.