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GastroGuide-User: Carsten1972
hat Straußwirtschaft im Weingut Lanius Knab in 55430 Oberwesel bewertet.
vor 1 Monat
"Ein schöner Abend im Weingut"

Geschrieben am 24.09.2020 | Aktualisiert am 02.10.2020
Besucht am 15.09.2020 Besuchszeit: Abendessen 3 Personen
Dritte Etappe auf dem Rhein Burgen Weg, am 15. September 2020 wanderten meine Frau und ich die ca. 14 Kilometer von Bacharach nach Oberwesel. Auf dieser Etappe hatte sich GG Kollege Nolux uns angeschlossen. Morgens trafen wir uns am Steeger Tor in Bacharach und dann ging es zu dritt in Richtung Oberwesel. Unterwegs sorgte der liebe Kollege noch für eine schöne Pause, hatte er doch neben einem Trumm von Kamera auch noch eine gut gekühlte Flasche Schlossböckelheimer Riesling Vulkangestein von Bad Sobernheimer Weingut Scheider dabei nebst drei Gläsern. Solche Wanderkumpanen wünscht man sich, es wurde eine wunderschöne Mittagsrast über dem Rhein am Blücherblick.

Abends, so hatten wir beschlossen, wollten wir noch zusammen essen gehen. Der Dienstag war der einzige Wandertag, an dem wir keine Einkehr vorher reserviert hatten. Nachdem wir an der der Schönburg angekommen waren, waren wir so gut im Zeitplan, das Zeit für eine Einkehr blieb, Durst löschen und die müden Wanderbeine ein wenig unter den Tisch ausstrecken. Dort sprachen wir ab, nach dem Abstieg von der Burg nach Oberwesel hinein würden wir uns trennen. Meine Frau und ich gingen uns bei unserer Pension, dem Weingut Persch, einchecken (die Strauße dort ist wirklich auch sehr schön, aber erst ab Mittwoch geöffnet), Nolux wandte sich entgegen gesetzt dem Ort zu und würde eine geeignete Einkehr suchen und uns benachrichtigen, wo wir ihn finden.

Nach einer Dusche und frischen Klamotten für uns kam dann auch schon eine Nachricht aufs Mobiltelefon. Er saß in der Strauße des Weingutes Lanius Knab, und würde dort auf uns warten. Bon, Weingut und Strauße sind immer eine gute Wahl! Und Lanius Knab war ein bekannter Name, den hatte ich im Zusammenhang mit dem VDP schon gehört. Faktencheck per Internet, korrekt, Mitgliedsbetrieb im VDP Mittelrhein! Es lohnt sich immer Wein-Aficionados suchen zu lassen. Wir machten uns auf den halbstündigen Weg von der Rieslingstraße zur Mainzer Straße und standen alsbald vor diesem Gebäude.

Von der Strauße erst mal nix zu sehen, wir waren aber richtig, weil Fahnen der Weingutes auf der anderen Straßenseite wehten. Neben der Tür das bekannte Zeichen für hochwertigen Wein.

Ums Eck ging es in einen einfachen, aber sehr schön dekorierten Innenhof, der mit Tischen vollgestellt war.

Und dort im Innenhof fanden wir ihn dann, den Weinliebhaber von der Nahe, der schon dabei war sich durch die Rieslinge und weiteren Weine des Weingutes Lanius Knab zu probieren. Direkt am Tor der Betriebshalle saß er, in dem das Ehepaar Lanius Knab die Theke stehen hatte und durch das es auch zur Küche ging. Er behauptete zwar, dass sei der einzig freie Platz gewesen, ich glaube aber eher, er hat den Tisch gewählt, weil er so den Chef besser in Fachgespräche verwickeln konnte. Nichtsdestotrotz, ein erster Wein wurde empfohlen von ihm.

VDP erste Lage, 2019 Enghöller Bernstein "S" Riesling trocken. Von dem war er sehr angetan! Da musste der Nahewein-Trinker doch tatsächlich zugeben, dass es Weine am Mittelrhein gibt, die ihm sehr zusagen. Was die weiteren Weine des Abends betrifft, spiele ich hiermit wieder Nolux den Ball zu, ich widme mich dem Essen. Den Weinsprech beherrscht er viel besser als ich. Im Hallentor eine Tafel mit dem Tagesangebot.

Daneben gibt es eine sehr kurze feste Karte mit typischen Straußengerichten. 

Durst war mit Wasser und Wein(en) für Erste gelöscht, wir hatten Hunger nach einem langen Tag auf dem Rhein Burgen Weg. Uns allen Drei gefiel der Flammkuchen aus dem Tagesangebot, also orderten wir den bei Herrn Lanius Knab. Die Küche verantwortet seine Frau, die nach der Bestellung Besteck an den Tisch brachte. Nach etwas längerer Wartezeit, es war kein Tisch mehr frei an unserem Besuchsabend, kam dann der georderte Flammkuchen an unseren Tisch.

Flammkuchen mit geräucherter Wispertalforelle, Frühlingszwiebel und Apfel war ein Angebot, dem wir nicht widerstehen konnten. Und was uns serviert wurde, konnte wirklich gefallen, mit der Forelle war nicht gespart worden. Der Räucherfisch ergänzte sich aufs feinste mit Creme Fraiche, Frühlingszwiebeln und Apfel. In der Wartezeit hatten wir unsere (Wein)Kritikerpflichten ernst genommen und fleißig weiter mit probiert. Die Familie Lannius Knab produziert ein paar sehr feine Tropfen. 

Es war klar, bei dem ganzen Weingenuss würde ein einzelner Flammkuchen gerade nach einer Wanderung keine ausreichende Grundlage bilden können, um den Abend einigermaßen unbeschädigt in Sinne von "hang over" am nächsten Morgen verbringen zu können. Ergänzung zur Füllung des weiterhin knurrenden Magens musste her. Für meine Frau eine Gulaschsuppe mit Brot.

Von der gegenüberliegenden Tischseite kamen keine Klagen zu der Suppe. Kollege Nolux neben meiner Frau auch mir gegenüber schien noch mehr Hunger zu haben, für ihn gleich Drei auf einen Streich

und weil das niemals reichen würde, Spundekäs, Leberwurst und Kräuterquark, hatte er sich noch Pellkartoffeln dazu bestellt. Ich bin gespannt auf seine Bewertung! Ich lag irgendwo dazwischen mit dem von mir georderten Spundekäs.

mit Laugenbrezel und Brot. Nicht zuletzt die Laugenbrezel hatten mich zur Auswahl veranlasst. Aber Spundekäs mit Brot und Brezeln ist nun mal der beste Weinbegleiter überhaupt. Lecker und sättigend und er wappnete mich gut gegen ein besonderes Angebot des WG Lanius Knab, bzw. dessen Folgen am nächsten Morgen. Brettchen mit  einer Verkostungsauswahl von 4 oder 6 Weinen, laut Angebot 4 oder 6 Mal 0,05 Liter, aber als die Gläser kamen waren das in allen 0,1 Liter, minimum.

Unter den Gläsern immer ein kleiner Deckel mit dem Namen des Weins und weiteren Informationen. So macht Weinprobe sehr viel Spaß. Dieser Abend im Innenhof des Weingutes der Familie Lanius Knab war ein wunderbar Schöner! Nolux, dank deiner Spürnase haben wir noch ein Weingut kennen gelernt, dessen Weine außerordentlich gut sind! Herr und Frau Lanius Knab hatten uns mit zwei weiteren Servicekräften einen schönen Abend beschert. 

Bis ins Dunkle hinein saßen wir unterhalb der Schönburg und können eine Einkehr in dieses Weingut sehr empfehlen! Ich habe immer noch ein schlechtes Gewissen, weil ich keine Weine für zu Hause bestellt habe, aber mein Mittelrhein-Weinbudget hatte ich schon beim JOST in Bacharach ausgeschöpft. Ich habe dem Chef aber fest versprochen, wir kommen wieder und dann laden wir den Kofferraum auch mit seinen Weinen voll! 
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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