Midi | Restaurant & Markt
(1)

Ernst-Heckel-Straße 4, 66386 Sankt Ingbert
Restaurant Sternerestaurant Partyservice
Zurück zu Midi | Restaurant & Markt
GastroGuide-User: simba47533
simba47533 hat Midi | Restaurant & Markt in 66386 Sankt Ingbert bewertet.
vor 9 Monaten
"Das Grauen hat für mich einen Namen : "midi" !"

Geschrieben am 22.09.2023 | Aktualisiert am 23.09.2023
Besucht am 22.09.2023 Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 10 EUR
Heute waren meine Frau, eine Freundin von ihr und ich zum Mittagessen im St.Ingberter "midi! Speziell meine Frau und ich waren neugierig auf das"midi", weil mein Mitmusiker und Proberaumgeber N. dort für den 5.12. einen Tisch für unser diesjähriges  Band-Weihnachtsessen  reserviert hatte und wir den Laden bisher nicht kannten. Abends ist dort als Küchenchef der im Saarland bekannte Peter Wirbel Chef im Ring; er hatte zusammen mit Sternekoch Jens Jakob zunächst in den Saarbrücker Sternerestaurants "Le Noir" bzw. "JJ  -  Das Restaurant" und später auch im "Le Comptoir" Kochlöffel und Pfannen geschwungen.  Abends werden hier Menüs (4 Gänge EUR 69,00 / 5 Gänge EUR 89,00 / 6 Gänge EUR 109,00) sowie passenden Weinbegleitungen zu EUR 37,00, EUR 46,00 bzw. EUR 55,00 angeboten.

Mittags läuft es hier völlig anders; eine typische Kantinenküchencrew  des St.Ingberter Betreibers Pirrung Mensa Vitae GmbH ohne Herrn Wirbel bietet von Montag bis Donnerstag von 11:30 bis 13:30 Uhr einen Mittagstisch für EUR 9,90 mit jeweils drei verschiedenen Hauptgerichten an; auch ein Dessert zu EUR 1,50 ist zu haben.Freitag ist Schlemmer-Freitag "All you can eat". 

Wir trafen gegen 12:40 ein. Das typische Kantinen-Ambiente liess mich mit Hinblick auf unser Band-Weihnachtsessen schon erschaudern; "hygge" geht absolut anders. Die Freundin meiner Frau begab sich schon mal ans Büffet; wir beide sassen zunächst nur da und liessen die Umgebung auf uns wirken. Neben dem augenfällig ungemütlichen  Ambiente störte uns auch die fehlende Barrierefreiheit sehr. Die im Keller liegenden Toiletten sind nur über eine Treppe mit vielen Stufen zu erreichen; für meine Frau ein schier unüberwindbares Hindernis. Ihr Kommentar: "Da kann ich zum Weihnachtsessen ja nicht mit."

Als die Freundin meiner Frau mit ihrem Teller (rgendwas mit Fisch war drauf) machte ich mich auf den Weg. Geschockt war ich vor allem von der Salattheke: da sah es so aus, als ob vor kurzem eine Rotte Schwarzwild durchgewechselt wäre; eine einzige Sauerei und ein Bild der Verwüstung. Zwei Drittel der anderen Tröge waren  bereits geleert oder beinhalteten nur noch sehr geringe Speisereste, aus meiner Sicht zu wenig für eine weitere Portion. Von wegen "All you can eat"; es war ja fast nichts mehr da und nachgerfüllt wurde während unseres Aufenthalts auch nichts! Mir blieb deshalb eigentlich nur noch die Wahl zwischen Scylla und Charybdis, nämlich einer Art Rigatoni mit irgendeiner obskuren Soße darüber oder einem panierten Stück Fisch, das mir nur wenig vertrauenerweckend aussah. Was war das Ende vom Lied? Ich beschloss, hier überhaupt nichts zu essen und erschien zum Erstaunen beider Damen ohne Teller am Tisch. Da es für mich hier schon nichts Geeignetes an Speisen gab, hätte ich doch ganz gerne wenigstens ein Glas Bier oder einen Schluck Wein  zu mir genommen. Nicht die Spur einer Chance; der Mittagstisch ist und bleibt hier absolut alkoholfrei, es gibt nur Säfte oder Mineralwasser. Auch sind weder die Heißgetränke Kaffee, Espresso oder Tee zu haben. Schon sehr merkwürdig.

Meine Frau wurde im Gegensatz zu mir "fündig": ein Stück Backfisch mit Kartoffel-Blumenkohl-Gratin, einen überbackener  Bonsai-Camembert und ein wenig Gemüse brachte sie mit. Gejubelt hat sie über ihre Beute nicht, ihrer Aussage nach war sie allerdings essbar; loben geht anders.. Ich habe, zuhause angekommen, drei Eier hartgekocht und mir Eitoasts gemacht. 

P.S. Im Anschluss an meine Stattdessen-Mahlzeit rief ich meinen Musikerkollege N. an, schilderte ihm meine bzw. unsere "midi"-Eindrücke und erklärte ihm, dass meine Frau dem Weihnachtsessen wegen der fehlende Barrierefreiheit in Sachen Toiletten und auch wegen des nur wenig gemütlichen Ambientes  fernbleiben würde und dass ich ohne sie dann wohl auch nicht käme. N.gestand, dass er der "Toilettenfrage" leider keinerlei Beachtung geschenkt hätte, obwohl seine eigene Frau gerade eine Knie-OP, vor der meine noch zurückschreckt,  hinter sich hat, und ob ich denn auf die Schnelle einen barrierefreien und gut geeigneten Alternativ-Austragungsort zur Hand hätte. Hatte ich natürlich, wir beide schlagen ohnehin von jeher den jeweiligen Gastrobetrieb für die Weihnachtsessen vor; ich schlug nicht nur vor, sondern führte im Anschluss an unser Telefonat auch gleich das fällige Reservierungsgespräch mit Frau Tittitu, der Chefin der "Gastronomia Dogana" (früher "La Vecchia Dogana") direkt neben der Saarbrücker Galopprennbahn. Dass wir dort in angenehmer Atmosphäre sehr gut speisen werden, daran habe ich keinen Zweifel; haben wir doch dort en famille in den Vorjahren zweimal ein hervorragendes Silvester-Menü genossen und waren auch zu anderen Terminen häufiger zu Gast gewesen. Hier hat immer alles gestimmt bis auf die gelegentlichen cholerischen Ausfälle der Chefin.

Fazit. Das "midi" sieht uns nicht wieder, zum Mittagstisch ohnehin nicht, aber auch die an den Abenden unter der Regie von Herrn Wirbel  sicherlich sehr schmackhaft zubereiteten Menüs könnten wir im "midi"-Ambiente weder richtig würdigen noch geniessen. Und was die hier probagierten "Schlemmer-Freitage" zu solchen macht, erschliesst sich wohl nur dem Betreiber; das hier heute Gezeigte hat mit  "Schlemmen" soviel zu tun wie übelster Kantinenfraß mit Fine Dining !


kgsbus und 14 andere finden diese Bewertung hilfreich.

kgsbus und 13 andere finden diese Bewertung gut geschrieben.