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Da ich zwei Tage zuvor noch fast den ganzen Tag in der Notaufnahme unseres örtlichen Krankenhauses verbracht hatte, und bewegungstechnisch arg begrenzt war, sollte es dann schon ein Restaurant in der Nähe unserer Ferienwohnung sein, und wenn möglich auch zu Fuß erreichbar. Da kamen letztendlich dann nur zwei Restaurants in Frage. Während ersteres zwar genau gegenüber unserer Ferienwohnung lag, aber preisgestaltungsmäßig nicht ganz unseren Vorstellungen entsprach, entschieden wir uns für das wenige hundert Meter entfernte Restaurant „Zwölfender“.
Telefonisch wurde ein Tisch für 6 Personen reserviert, und auch unsere beiden Fellnasen durften wir mitbringen, denn die wollten wir den ersten Abend dann auch nicht allein in der Ferienwohnung zurücklassen.
Bei regnerischem Wetter ging es dann also in Richtung des Restaurants. Die einen stürmten mit den Vierbeinern voran, ich humpelte, in Begleitung meiner Jugendfreundin, den schmalen, dunklen Weg hinterher. Und hier verstehe ich jetzt so manchen, welcher sich blind auf sein Navi vertraut – die letzten Häuser von Schierke lagen hinter uns, vor uns nun nur noch der schmale Weg in den Wald hinein. Aber der Onlinekartenanbieter sagt, dahinten muss es sein. Also ging es weiter des Weges an verfallenen Holzarbeiterhütten vorbei, bis wir auf einer Lichtung standen, und dort das Hotel Brockenblick erspähten.
Von einem Restaurant war aber erst einmal noch nichts zu sehen, obwohl ein großes Schild draußen darauf hinwies. Also mussten wir uns in der Rezeption erkundigen, und dort schickte man uns auf einem schmalen Weg mehrere Treppen hinunter, um das Haus herum auf die Rückseite.
Für Rollifahrer erst einmal nicht geeignet. Hier auf Kellerhöhe wurden wir dann fündig. Im ruhigen, geschützten hinteren Bereich des Hotels gab es einen großen Biergarten, und von hier ging es auch in das Restaurant hinein. Ob die Hotelgäste auch den Weg drumherum nehmen müssen, weiß ich nicht.
Im Restaurant wurden wir von einer Dame im Service begrüßt, und zu unserem Platz geleitet. Da wir zwei Vierbeiner mithatten, haben sie uns einen großen Tisch in der Ecke des Restaurants zugewiesen, damit die Hunde ihre Ruhe haben, und nicht so viel Leute dran vorbeilaufen. Sehr gut mitgedacht. Auch wurde noch bevor wir uns setzten, gefragt, ob denn die beiden Hunde eine Wasserschüssel bekommen dürfen. Hier ist man also auf Gäste mit Vierbeinern sehr gut eingestellt.
Nachdem wir uns gesetzt hatten, war die Speisekarte dann auch schon zur Hand. Man ließ uns etwas Zeit um erst einmal in den Getränken zu schauen, was wir sehr gut fanden. So orderten wir nach einem ersten Blick in die Karte unsere Getränke:
Getränke:
· 1x 0,5ér Hasseröder Schwarzbier vom Fass für 5,20 €
· 1x 0,2ér Weißwein „Kleines Geweih“ für 6,90 €
· 1x 0,4ér KiBa für 4,90 €
Unsere Freunde bestellten:
· 1x 0,5ér Hasseröder Pilsner vom Fass für 5,10 €
· 1x 0,3ér Hasseröder Schwarzbier für 3,30 €
· 1x 0,5ér Spezi für 5,10 €
Die Dame entschwand zum Tresen, wir hatten nun etwas mehr Zeit uns der Speisekarte zu widmen. Diese ist auf gutbürgerliche, deutsche Küche ausgerichtet, so gibt es von Schnitzel über Steak ausreichend Auswahl. Auch Wild und Salate werden angeboten. Die Preise bewegen sich dabei um die 20 bis 25 Euro, nur das Rumpsteak und der große Wildteller kratzen an der 30 Euro Marke.
Nach wenigen Minuten kam die gutgelaunte Kellnerin wieder, brachte die Getränke, und konnte nun auch unsere Essenswünsche aufnehmen. So bestellten wir:
Hauptspeisen:
· 1x Wilder Brockenblick Grillteller mit Wildbratwurst, Wildschweinsteak, Hirschrückensteak, Speckbohnen und Bratkartoffeln für 32,50 €
· 1x Argentinisches Rumpsteak (240 gr.) mit Kräuterbutter, Pfannengemüse, Ofenkartoffel und Sour Cream für 29,90 €
· 1x Brockenblick Schnitzel, gratiniert mit Rauchfleisch, Zwiebeln und Tomate, dazu Salat für 23,50 €
Unsere Freunde bestellten:
· 1x Bunter Marktsalat mit Hähnchenbruststreifen, Glasiert in Teriyaki Soße, Hausdressing und Baguette für 16,90 €
· 1x Wildsülze mit Remoulade, Bratkartoffeln und Salat für 19,90 €
· 1 Steak ou four, Schweinesteak mit Würzfleisch und Käse überbacken, dazu Salat für 21,50 €
Angesichts der Essensportionen auf den Nachbartischen verzichteten wir wohlwollend auf eine Vorspeise.
Während ich nun also das süffige Hasseröder Schwarzbier trank, normalerweise mag ich kein Hasseröder, konnte ich mich auch erst einmal in dem Restaurant umsehen. Und da erwartete uns ein Mix aus rustikaler Bauernstube mit dicken, alten Holzbalken, Steinmauern und dunklen Holzbohlenfußboden auf der einen Seite,
und aber auch der berühmte Sixtielook mit vielen Bildern aus den Sechzigern, den entsprechenden Lampen mit großen Lampenschirmen und ganz vielen Schallplatten an der Decke.
Große Tische boten ausreichend Platz für reichlich Speisen und Getränke, auf den weich gepolsterten Sitzmöbeln saß man sehr bequem. Für mich als humpelnder Invalide gut, an der Wand gab es eine durchgehende Sitzbank, so konnte ich auch ein bisschen mein Bein entlasten.
Nach einer reichlichen halben Stunde kam dann Bewegung an unseren Tisch, unsere Hauptspeisen kamen. Hier erhielt unsere Kellner Hilfe aus der Küche, und so waren unsere 6 Essen wirklich alle zeitgleich am Tisch. Das ist natürlich ein gutes Timing.
Unser Freund hatte sich die Wildsülze mit Remoulade, Bratkartoffeln und Salat auserkoren. Auf seiner großen Platte wurden ihm dann 4 dicke Scheiben der Wildsülze serviert. Vom Geschmack her völlig anders als wie man sonst eine Sülze kennt, nur das Gelee war gewohnt leicht säuerlich.
Auch ungewohnt der Anblick des dunklen Fleisches. Aber die Sülze war sehr herzhaft gewürzt und schmeckte halt auch nach Wild. Welches Wild verarbeitet wurde, entzieht sich unserer Kenntnis. Dazu gab es hausgemachte, sehr leckere und cremige Remouladensauce, welche gut mit frischer Zwiebel und Kräutern gespickt war. Gut mit Zwiebeln gespickt waren auch die sehr herzhaften Bratkartoffeln. Die waren zu seiner Freude herrlich dunkel angebraten, die Röstaromen waren deutlich zu schmecken. Auch der hausgemachte Beilagen Salat war angenehm herzhaft gewürzt und herrlich frisch.
Unsre Freundin wünschte sich das Steak ou four. Ein großes, dickes Schweinesteak lag da auf dem Teller, mit reichlich frischem Würzfleisch aus dem Huhn und herzhaften Käse überbacken.
Das Steak noch herrlich saftig, das Würzfleisch fast schon zu saftig. Pommes aus der Tüte, angenehm frittiert und leicht gesalzen, dazu dann der große Beilagen Salat mit selbst angerichteten Salaten.
Deren Töchterchen wollte wahrscheinlich auf die schlanke Linie achten, daher gab es bei ihr den Bunten Marktsalat mit Hähnchenbruststreifen, Glasiert in Teriyaki Soße, Hausdressing und Baguette. Auch hier war wieder der frische, selbst angerichtete Krautsalat aus Rot und Weißkraut, aber auch der frische Möhrenraspel präsent.
Dazu noch frische Cocktailtomaten und Radies sowie klein geschnittener Blattsalat. Obenauf die Hähnchenbruststreifen, welche mit viel würziger Teriyaki Soße mariniert und dann gebraten wurden. Im Anschluss wurden sie noch einmal mit dieser würzigen Soße, welche man sonst aus der asiatischen Küche kennt, glasiert. Sehr würzig und lecker. Das frische Baguette passte hervorragend dazu.
Unser großes Kind hatte sich das Brockenblick Schnitzel, gratiniert mit Rauchfleisch, Zwiebeln und Tomate, dazu Salat ausgesucht. Das große, knusprig panierte und kross gebratene Schnitzel nahm fast die Hälfte des großen Tellers ein.
Es war gut gewürzt, und noch herrlich zart im Fleisch. Überbacken wurde es mit herzhaftem Rauchfleischscheiben, großen Scheiben Tomate, frischer Zwiebel und herzhaftem Käse. Ein herrlich deftiges Schnitzel. Etwas verloren kamen sich auf dem Rest des Tellers die Kroketten vor, welche da lagen wie große Heuballen auf einer großen Wiese.
Auch wenn diese Convenience waren wie die Pommes, geschmeckt haben sie allemal. Dazu auch hier wieder ein großer Beilagen Salat.
Meine Frau bestellte sich das Argentinische Rumpsteak mit Kräuterbutter, Pfannengemüse, Ofenkartoffel und Sour Cream. Als Sonderwunsch gab sie an, dies bitte ohne jeglichen Pfeffer zu braten. Um ganz sicher zu gehen, kam kurz nach der Bestellung die Kellnerin noch einmal an den Tisch und fragte noch einmal nach.
Das schien dem Koch nicht ganz geheuer zu sein, denn kurz darauf kam auch er an unseren Tisch, und vergewisserte sich noch einmal. Als ihm meine Frau dann erzählte das sie auf Pfeffer allergisch ist, wollte er sich große Mühe geben, und auch ihr Gemüse nicht mit Pfeffer würzen, stattdessen lieber auf ein paar Kräuter bauen.
Wow, das nenn ich doch einmal Service am Kunden. Als dann das dicke Rumpsteak auf ihrem Teller lag, strahlten ihre Augen. Völlig ohne Pfeffer aber trotzdem angenehm im Geschmack. Das ganze dann auch noch auf Wunsch in medium, so soll es sein.
Dazu gab es herzhaftes Pannengemüse aus Paprika und Zucchini. Die bissfesten Ofenkartoffeln mit dem leichten Sour Cream passten hervorragend dazu, und rundeten das Gericht gut ab.
Ich hab lange mit der Speisekarte gerungen, letztendlich entschied ich mich jedoch für den Wilden Brockenblick Grillteller, welcher mit Wildbratwurst, Wildschweinsteak, Hirschrückensteak, Speckbohnen und Bratkartoffeln angerichtet wurde.
Die beiden Wildsteaks waren nicht allzu groß, da hätte es gern etwas mehr sein dürfen. Dafür waren sie ebenfalls gut gewürzt, und auf den Punkt genau gebraten, was bei dem dicken Würfel schon fast eine kleine Kunst ist. So waren die Steaks nicht zu trocken, wie man es sonst vom Wildbraten her kennt. Während man vom Aussehen die Steaks schwer unterscheiden konnte, waren sie geschmacklich ganz klar zu erkennen was Wildschwein und Hirsch ist.
Dazu gab es noch zwei verschiedene Wildbratwürste, welche im Aussehen und im Geschmack unterschiedlich waren, allerdings kann ich nicht sagen welches Wild dafür herhalten musste. Beide Würste waren gut gewürzt, von der Konsistenz her eine grobe Bratwurst, allerdings durch das Wild leicht krümelig. Hier fehlte dann wahrscheinlich das Fett als Bindeglied.
Ganz lecker waren auch die Speckbohnen, welche ihrem Namen alle Ehre machten. So waren sie noch angenehm bissfest in allerhand Speckstippen gebraten, und brachten ihre dunkelgrüne Farbe dabei noch voll zur Geltung. Auch bei mir gab es dazu die herrlich krossen Bratkartoffeln. Ein gutes, sehr herzhaftes Essen.
Nach so einem herzhaften Essen gönnten wir uns natürlich noch etwas für die Verdauung. Während die „großen“ auf flüssige Form in kleinen Gläsern setzte,
gab es für den Rest etwas süßes als Nachtisch. Auch mit diesem waren dann alle zufrieden, sodass wir nach rund zwei Stunden das Lokal verlassen konnten.
Beide Hunde harrten währenddessen in Ruhe aus, und bekamen zwischendurch auch was zu trinken vom Lokal.
Wir verlangten die Rechnung, und konnten problemlos mit Karte zahlen, Trinkgeld gab es wie immer, wenn wir zufrieden sind als 10% in bar.
Unser Fazit: wir zahlten zu sechst 222, 80 Euro im Restaurant Zwölfender in Schierke. Wir waren überaus zufrieden, für uns das beste Lokal in Schierke, sodass wir am Ende sogar unseren letzten Abend noch einmal hier verbrachten.