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GastroGuide-User: Gourmäggler
Gourmäggler hat Restaurant Duwakschopp in 76863 Herxheim bei Landau/Pfalz bewertet.
vor 16 Stunden
"Kinderfreundliche Familienfeier bei deftiger Hausmannskost in zünftigem Fachwerkambiente"

Geschrieben am 30.08.2025 | Aktualisiert am 30.08.2025
Besucht am 22.01.2025 Besuchszeit: Abendessen 8 Personen Rechnungsbetrag: 279 EUR
Gute vier Jahre waren seit meiner letzten Einkehr im urigen Restaurant des Hotels Duwakschopp (pfälzisch für „Tabakschuppen“) vergangen. Und das obwohl das Lokal eine der wenigen Möglichkeiten darstellt, die mühsam eingetauschten Gastroguide-Gutscheine in meiner näheren Umgebung einzulösen.
 
Da bot es sich an, dort meinen 51ten Geburtstag zu feiern. Letztes Jahr wurde das Fest zur „runden Fünf“ aus privaten Gründen ersatzlos gestrichen. Dies galt es nun im kleinen familiären Kreis an einem Mittwochabend im Januar nachzuholen.
 
Nicht alle hatten Zeit, aber doch fanden sich sieben Personen und ein Kleinkind im Haynaer „Duwakschopp“ ein. Die nur ein paar Meter weiter entfernte, traditionsreiche „Krone“ ließen wir geflissentlich links liegen. Dort wollen Anspruch, Preis und Wirklichkeit seit einiger Zeit nicht mehr so recht zusammenpassen.
 
Im „Duwakschopp“ setzen Geschäftsführer Markus Schwegler und sein Team in erster Linie auf deftige Hausmannskost, die um ein paar gängige Tapas im Vorprogramm erweitert wird. Fleischesser kommen bei Schnitzel, Rumpsteak, Schweinemedaillons und Pfälzer Schweinereien (Saumagen und Bratwurst) auf ihre Kosten. Fischfreunde und Fleischverzichter müssen sich mit deutlich weniger Auswahl zufriedengeben.
 
Auch das Speisenangebot für die kleinen Gäste ist recht überschaubar. Mini-Schnitzel und Nudeln mit Tomatensauce in Ehren, aber da könnte man schon ein wenig mehr bieten. Dafür gibt es eine gut ausgestattete Spielecke, von der unser Töchterchen regen Gebrauch machte.
 
Die Art und Weise, wie das junge Serviceteam mit unserer Kleinen umging, zeigte, dass hier Kinder sehr willkommen sind. Und dass hier Kinder bis 1 Meter Körpergröße kostenlos verköstigt werden, spricht ebenfalls für die kinderfreundliche Einstellung der Betreiber.
 
Die Getränkepreise bewegten sich im akzeptablen Rahmen. Der halbe Liter Teinacher Mineralwasser belief sich auf 4,20 Euro. Die große (0,5-Liter) Saftschorle (Apfel, Traube, Maracuja) schlug mit 5,80 Euro zu Buche. Die kleine Flasche Fürstenberg alkoholfrei (0,33l) kam für 4 Euro aus dem Kühlschrank.
 
Für den Schoppen vom naturtrüben Hausbier (angeblich nach eigener Rezeptur) wurden 4,80 Euro berechnet. Ein Liter aufgesprudeltes Tafelwasser perlte für 5,50 Euro in der Karaffe. So weit, so erwartbar. Die Leute sollen ja auch was verdienen.
 
Als alle am Tisch mit Getränken versorgt waren und auf das Wohl des Geburtstagskinds angestoßen hatten, ging es ans Bestellen. Zum Rumpsteak im „Herren-Zuschnitt“ (Gentlemen-Cut, ca. 250 Gramm = „Mannheimer Amuse“, GG-Insider…) aus argentinischen Landen (28,80 Euro) durfte man sich eine Beilage und eine Soße frei dazu auswählen.
 
Da entschied ich mich doch glatt für Bratkartoffeln und Pfefferrahmsauce. Viermal wurde das auf Wunsch gegrillte Stück aus dem Rinderrücken an unserem Tisch geordert. Manch einer tat es mir nach und wählte auch die knusprigen Kartoffeln aus der Bratpfanne.
 
Auch das Rindergeschnetzelte mit Rösti (21,80 Euro), das Zanderfilet mit Tomaten-Lauch-Gemüse und Kartoffeln (21,90 Euro) und das mediterrane, mit Schafskäse und Zwiebeln gefüllte Cordon Bleu (20,80 Euro) fanden am Tisch ihre Abnehmer. Unser Töchterlein gab sich wie so oft mit Nudeln mit Tomatensoße (6,80 Euro) zufrieden. Ein kulinarisch eher anspruchsloses Kind halt…noch.
 
Vorweg orderte ich zweimal die für zwei bis drei Personen ausgelegte Tapas-Variation (jeweils 23,90 Euro), die uns eine abwechslungsreiche Auswahl an spanischen Snacks einbrachte. Da wurde praktisch jeder am Tisch fündig.
Vun allem Ebbes (uff spannisch...)
In Knoblauchöl sautierte Champignons und Garnelen, ein mächtiges Stück von der Tortilla de Patatas, frittierte Kartoffelwürfel, Pimientos de Padron, Croquetas de Jamon, Albondigas (leider ohne Tomatensauce), Aioli sowie ein paar Scheiben Chorizo und Manchego-Käse bevölkerten die beiden üppig beladenen Holzbretter.
Üppige Tapas-Auswahl vorweg
Die Qualität der spanischen Kleinspeisen war in Ordnung. Viel Frittiertes. Aber das kennt man ja. Die Tortilla fiel schön saftig aus. Die Garnelen waren zwar nicht allzu groß, aber auch nicht totgebrutzelt. Die ein oder andere Schinken-Käse-Krokette mehr hätte mich zwar begeistert, wäre aber wohl zu Lasten meines bald folgenden Rumpsteaktellers gegangen.
Solche deftigen Vorspeisen zum Teilen gehen eigentlich immer
Die zufriedenen Gesichter am Tisch und die sich sukzessive leerenden Holzbretter verrieten mir, dass meine Tapas-Initiative vorweg anscheinend nicht die schlechteste Vorspeisen-Idee gewesen sein musste. Und so ein Essen zum Teilen trägt ja meistens auch zu mehr Geselligkeit bei. Die Stimmung war jedenfalls bestens und der erste Hunger wurde mit solider „Tapa-Ware“ adäquat gestillt.
 
Das junge Service-Team umsorgte uns aufmerksam. Neue Getränke wurden zeitnah an den Tisch gebracht und auch die zeitgleich servierten Hauptgänge – bei größeren Gruppen leider keine Selbstverständlichkeit – folgten nach angenehmer Wartezeit.
 
Den Gargrad der Rumpsteaks hatte man beim Bestellvorgang erfragt. Meines kam wie gewünscht „medium rare“ auf die Keramik. Darauf befand sich neben den vorbildlich gebratenen Kartoffeln auch eine sehr schmackhafte Pfefferrahmsauce, die à part in der Sauciere mitgeliefert wurde. Grobes Meersalz und frisch gemahlener Pfeffer zierte die wohlgeröstete Oberfläche meines Steaks aus des Rindes Rücken.
Man denke es sich bitte angeschnitten und im perfekten Gargrad ;-)
Tadellose Fleischmannskost, bei der mich lediglich die frisch gehackte Petersilie irritierte. Aber sei es drum, die schob ich geflissentlich an den Tellerrand (wie das der Saarbrücker Kollege mit Tomaten wahrscheinlich genauso handhabt…). Sonderlob gibt’s für die fein abgeschmeckte Pfefferrahmsauce, die zusammen mit den Bratkartoffeln genossen, ihren Zweck fast übererfüllte.
Rumpsteak für den Gentleman (mit Bratkartoffeln und Pfefferrahmsauce)
Auch das Rindergeschnetzelte wurde von seinem Vertilger für fein befunden. Sein betörender Duft nach kräftiger, dunkler Sauce blieb auch mir nicht verborgen. Dass die dazu servierten Rösti-Taler nicht hausgemacht waren, war erwartbar. Das sind die Fritten und Kroketten in Restaurants mit gutbürgerlicher Küche ja in der Regel auch nicht.
Rindergeschnetzeltes mit Rösti-Talern
Schön knusprig fielen sie aus, wie mir meine Gattin, die sich das mediterrane Cordon Bleu gönnte, bestätigte. Auch ihre dazu georderte Salsa, eine leicht pikante Paprikasoße, wusste zu gefallen.
Warum nicht auch mal ein Schweineschnitzel mit Schafskäse und Zwiebeln füllen?
Das mediterrane Cordon Bleu mit Paprikasauce
Ein alles in allem gelungener Geburtstagsabend in urig-gemütlicher Atmosphäre ging danach so langsam dem Ende entgegen. Auf einen Nachtisch wurde verzichtet. Dafür waren die Vor- und Hauptspeisen dann doch zu mächtig ausgefallen.
 
Leider habe ich es verpasst, Eindrücke vom wertig eingerichteten Interieur mit seinen vielen freiliegenden Holzbalken an den Wänden fotographisch festzuhalten. Aber wer auf helles Holz (Tische, Boden, Decke) und z.T. freiliegende Fachwerknostalgie steht, wird sich hier drin garantiert wohlfühlen.
 
Auch das PLV stimmte und der Service gab sich alle Mühe, uns einen schönen Abend zu bescheren. Besonders gefallen hat es übrigens unserer Tochter, die sich die meiste Zeit in der hübsch gestalteten Spielecke in Blickweite zu unserem Tisch aufhielt. Das entspannte nicht nur ihre Eltern.   
 
Ein paar Tage später feierte ich dann mit meinen besten Freunden bei guten Freunden. Kulinarisch ging es da etwas höher her. Ich hatte schließlich den 50er gebührend nachzuholen. Dass es hierfür nach Ilbesheim in den Hubertushof ging, wird den ein oder anderen Leser wahrscheinlich nicht überraschen. Und ja, davon werde ich vielleicht auch noch berichten…
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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