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GastroGuide-User: Carsten1972
Carsten1972 hat Margaux Wein- und Vorspeisenbar in 49074 Osnabrück bewertet.
vor 4 Stunden
"Nur ein neuer Name?"

Geschrieben am 14.03.2026 | Aktualisiert am 14.03.2026
Die Weinbar Moana heißt jetzt Weinbar Margaux, kurz nach dem Beginn des neuen Jahres vollzog man einen Namenswechsel. Mitbekommen hatte ich das, weil ich genau zu der Zeit der Neuausrichtung mit Namenswechsel einen Tisch in einer meiner liebsten Gastronomien in Osnabrück reservieren wollte. Das war leider nicht möglich, ich bekam aber den Hinweis, dass ich ab Anfang März wieder einkehren würde können. Gesagt, getan, ich war ja neugierig, hatte ich für den 7. März abends einen Tisch für meine Frau und mich reserviert. Nach erfreulich ereignisloser Bahnfahrt von Rheine nach Osnabrück kamen wir am Markt in der Altstadt von Osnabrück an. 

Schon außen zeigte sich die Neubenennung, Moana war Margaux gewichen. Das ist ja ein Erwartungen weckender Name für eine Weinbar. Aber ein Blick in die Weinkarte zeigt, Chateau Margaux findet sich nicht im Angebot. Dafür muss man nach Münster ins Coeur d'Artichaut. Aber okay, ansonsten hatte sich vom Angebot her nicht viel geändert. Und bis auf die nun nicht mehr anwesende Moana kannte ich alle Küchen- und Service-Gesichter im Gastraum. Wie immer stellten meine Frau und ich uns ein Menü in vier Gängen aus den angebotenen Speisen, siehe HP, zusammen. Und weil ich Frau eine Freude bereiten wollte, wurde was Prickelndes geordert. Konsultationen meiner Tischgenossin mit dem Service endeten in einer Flasche Cremant aus dem Elsass. 

Selbstbewusster Name, aus Chardonnay, 36 Monate Hefelager, Brut, feine Brioche und Hefenoten. Der konnte was, würde ein uns wohlbekannter Bremer Genießer sagen. Für die Neugierigen auch die Rückseite der Flasche.

Das war nahe dran am Original aus der Champagne, und ich sah keine Gefahr, dass uns dieser Cremant keine Freude beim Essen bereiten würde. Dann ging es auch los, wie immer vorweg und als Saucenaufstipp-Brot für die Gänge im Menü eine Portion Miso-Butter mit zweierlei Brot. Das Brot kommt von einem guten Bäcker und ist immer eine Freude. Und Miso in die Butter zu mixen ist immer eine gute Idee. Beide starten wir mit "Weiße Bohne, Porree, Pancetta, Zitrone".

Das war schlotzige Wohlfühlküche in Memoriam Omas Eintopf! Der gegrillte Lauch brachte Röstaromen in die dicke Schlotzigkeit der Bohnen. Ich hätte gerne noch vernehmlicher Säure in diesem Gericht gehabt. Der Pancetta brachte noch etwas Salz und Umami ins Gericht. Trotzdem hatte ich aber den Gedanken, dass das auch sehr gut vegetarisch funktioniert hätte. Mit dann etwas mehr Säure-Kick. Aber trotz allem ein guter Start in unsere Menü-Auswahl. Mit "Jakobsmuschel, Kohl, Bergapfel, Velouté" ging es weiter. 

Komplett anderes Gericht als Gang eins. Die Jakobsmuschel wurde im Korb gedämpft, verpackt in einem Kohl-Blatt. darunter fand sich eine hauchfeine gelierte Scheibe eines Bergapfel-Extrakts, die sorgte für Säure. Die Velouté bedeckt einen Krautsalat, der das Thema Kohl wieder aufnahm. Sehr zurückhaltende Aromen begleitenden die Muschel, was dieser natürlich zu Gute kam. Auf zu Gang drei in unserer Auswahl "Rosenkohl, Kartoffel, orientalische Gewürze" hatten wir auch gemeinsam ausgewählt. 

Dicker Aromen-Teller! Die bissfest vorgegarten Blumenkohlröschen Hälften wurden in einem Gewürz mit enormen Duft beim braten angeschwenkt. ich tippte erst auf ein Curry, aber ich denke im Nachhinein, dass es Ras el Hanout gewesen sein könnte. Diese Duft-Bombe und ebenso Aromen-Knaller wurde auf einen Kartoffelschaum angerichtet. Der Schaum fing das ganze dann wieder etwa ein, aber das war genauso ein Teller, den ich nachbestellt hätte, sehr gut gelungen war der. Beim vierten Gang teilten sich unserer Wege, meine Frau hatte ein vegetarisches Gericht gewählt.

"Süßkartoffel, Sesam, Gochujang, Yuzu" war das in der Karte betitelt. Und weil ich kein großer Freund von Süßkartoffel bin, hatte ich diesen Gang verschmäht. Zu Unrecht, wie ich beim Probiererle feststellen konnte. Tolle vegetarische Küche, so hätte ich die Süßkartoffel auch gemocht. Ich hatte stattdessen den Nummer sicher Gang ausgewählt.

"Schweinebauch, Rotkohl, Pastinake, Feldsalat" hatte Koch Frederic ( mit Köchen dieses Namens habe ich stets gute Erfahrungen gemacht ) diesen Gang betitelt. In Menüs bin ich fast immer geneigt, die Fleischgänge abzuwählen, weil ich die Alternativen interessanter finde. Aber im Margaux sind die Fleischgänge immer auf das wesentliche reduziert und das mag ich dann sehr gerne. Toller Rotkohl, saftiges und resches Fleisch, gute Sauce zum Püree, einzig dieser Crumble von Feldsalat, der erschloss sich mir nicht. Der hätte einfach weg gelassen werden können. Dessert ging noch, wir beide erwählten "Esskastanie, Weiße Schokolade, Preiselbeere".

Kleiner, kreativer, süßer Abschluss unseres ersten Menüs im ehemaligen Moana, jetzt Margaux. Und als Fazit bleibt einfach zu sagen. Alles bleibt wie es war. Sehr schön! Küche und Service liefern weiterhin kreative Speisen in einem schönem Ambiente. Auf der Weinkarte sollte jeder fündig werden, ansonsten hat der Service noch Alternativen in petto außerhalb der Karte. Und da eh mit Coravin ausgeschenkt wird, kann man ja auch mal eine Flasche vom Chateau Margaux anbieten..........ich würde mich opfern und probieren. 


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