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GastroGuide-User: Hanseat1957
Hanseat1957 hat Katzen-Café in 28195 Bremen bewertet.
vor 5 Stunden
"Schmackhafte Klassiker in Bremens Hygge-Viertel"

Geschrieben am 20.03.2026
Besucht am 19.03.2026 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 159 EUR
Allgemein:

Mal wieder Herrenabend und auch wieder eine Lesefrucht, die meine Restaurantwahl bestimmte.
Im Katzen-Café gibt es keine Katzen; dafür gibt es in Bremen den Katzentempel, in dem Menschen mit einem Faible für die überflüssigsten und ärgerlichsten Haustiere (habe Nachbarn links und rechts mit je zwei von den Raubtieren, die meinen, unser Grundstück sei ihr Revier für die Jagd auf Singvögel!) auf die hoffentlich vor Flöhen strotzenden Tiere treffen können.
Im Katzen-Café regiert seit Mai 2025 Christos Patsogas aus Athen und er wurde in den Kochkolumnen vom Weser-Kurier und dem Stadtmagazin wohlwollend aufgenommen (hinter ihm steht laut Impressum ein Gerassimos Patsogas, vermutlich Vater oder Onkel). Auf der Karte überwiegend Klassiker, ergänzt um mediterrane Positionen wie Dakos-Salat, Burrata oder Risotto (https://katzen-cafe.de/wp-content/uploads/2026/03/Katzen_menuA3_ABside_2026new.pdf). Mich sprach sofort die Fischsuppe und die sehr lobend hervorgehobene Lammhaxe an. Auf der ausliegenden Sonderkarte wurden Linguine mit gegrillten Garnelen (32,50 Euro), Entrecôte 300 Gramm für 54,90 Euro und ein T-Bone Steak 750 Gramm für zwei für 59,90 Euro feilgeboten.
Am besuchten Donnerstagabend waren wir die ersten Gäste und man bot uns mehrere Tische zur Wahl an. Wir blieben in einer Art Wintergarten, durch den man in das Gebäude und das eigentliche Restaurant gelangt. Nach uns noch eine kleine Familienfeier mit sieben Teilnehmer und ein jüngeres Paar um uns herum. Im eigentlichen Restaurant treppaufwärts wurden einige weitere Tische mit gemischtem Publikum besetzt.
Wir waren mit dem Gebotenen gut zufrieden und ich kann das Katzen-Café gerne empfehlen, zumal man im Schnoorviertel in gemütlichem Ambiente speisen kann. Das ist auch gut geeignet, wenn man Gäste in der Stadt bewirten möchte.

Das Preis-Leistungsverhältnis sehe ich bei soliden vier Sternen.

Service:

Dominant und meist am Tisch ein älterer, ergrauter Kellner, der der Servicechef ist und von den Patsogas übernommen wurde. Er hat eine souveräne und direkte Ansprache mit Sinn für Humor. Die Getränkeorders wurden prompt ausgeführt und auch die Speisen kamen in kommoder Folge auf den Tisch. Unterstützt wurde er von einer jüngeren, freundlichen Frau. Da sind vier Sterne drin.
Man muss die Weinkarte erbitten. In ihr finden sich neben einer größeren Auswahl an Flaschenweinen Crémants und Spumante, 4 klassifizierte offene Weiße von 8 – 8,90 Euro für 0,2l, zwei Rosés und drei Rote in derselben Preisbandbreite. Andere Getränke sind nicht ausgewiesen, was ich als ungewöhnliches Manko empfinde. Unser Kräusen (lokale Bierspezialität) kam auf 4,50 Euro für 0,3l, was den Trend bestätigt, dass die Bierpreise in der Gastronomie ein Niveau erreicht haben, was man nur nachvollziehen kann, wenn man die Preispolitik der Brauereien für Fassbier vor Augen hat, die in argem Kontrast zu den ständigen Aktionspreisen für Flaschenbier im Einzelhandel steht.

Positiv zu bemerken ist, dass der Wein im Katzen-Café in Gläsern ausgeschenkt wird, die ein korrektes Eichmaß (CE) ausweisen und es wird großzügig eingeschenkt und die Rosés waren gut gekühlt; sie wurden von meinem Begleiter, der ein besser Weinkenner ist als ich, gelobt.

Essen:

Am Anfang steht ein Körbchen mit dunklen, warmen Baguettescheiben, ein Schälchen mit kühler Butter und ein zweites mit einem Dip mit Chorizo. Pfeffer- und Salzmühlen muss man sich erbitten. Nach dem hervorragenden Sauerteigbrot in Isaak`s Garden vergebe ich nur noch für solches Brot die Bestbewertung. Mein Begleiter vergab die Schulnote 1, ich denke an vier Sterne für die Backware.

Dann das Highlight des Essens, meine Fischsuppe für 15,50 Euro. Der leicht sämige Fischsud hatte schon einmal die richtige Farbe, wie ich sie aus Südfrankreich kenne und er konnte auch geschmacklich mithalten; nur etwas heißer hätte der Fond sein dürfen. Als Einlage eine große Garnele und mehrere Fischstücke verschiedener Fischarten. Alle Stücke sorgfältig geschnitten, nicht zerkocht und grätenfrei. Dazu lagen auf dem Tellerrand zwei halbe Scheiben vom Brot mit Käse gratiniert. Insgesamt eine Fischsuppe der Spitzenliga und fünf Sterne wert.
Meine Lammkeule auf Kartoffelpüree war sehr zart und machte auch optisch was her, thronend auf dem Püree. Dazu extra in einer Sauciere gereichter Jus rundete das Gericht ab. Was mich störte war die rote Zwiebel. Laut Karte eingelegt, aber im Anbiss wie roh und zu sauer mariniert.

Mein Begleiter hatte sich für die Kalbsleber mit Zwiebeln und Apfel auf Kartoffelpüree für 33,50 Euro entschieden und mir aufgegeben, dafür die Höchstnote zu vergeben. Und da ihm auch noch das Vanilleeis sehr gut mundete, komme ich insgesamt auf eine Bewertung des Essens von 4,5 Sternen. Bleibt noch anzumerken, dass die Portionsgrößen passend sind, wenn man Brot, Butter und Vorspeise zur Gesamtsättigung hinzunimmt.

Ambiente:

Das Katzen-Café ist im Haus Schnoor Nr. 38 untergebracht, das in 1966 errichtet wurde, also ein Neubau im ansonsten durch Bauten um 1800 geprägten Schnoorviertel. Drinnen geht es aber eng und verwinkelt zu, was man gut erlebte, wenn man sich auf den Weg zu den Toiletten unter dem Dach macht. Neben dem Restaurant im ersten Obergeschoss und dem Wintergarten gibt es Freibereiche für die warme Jahreszeit und einen Gesellschaftsraum. Wie mein Foto des Wintergartens und die in der Galerie auf der Homepage zu betrachtenden weiteren Ablichtungen zeigen, legt man viel Wert auf Deko, ohne dass es zu verspielt wirkt. Die Tische mit rot-weiß-karierter Tischdecke erinnern an eine Trattoria. Sie sind für vier Personen so gerade noch akzeptabel. Man sitzt bequem auf gepolsterten, geschlossenen Bistrostühlen.

Im Erdgeschoss gibt es neben der Theke eine geräumige Garderobe.

Der Wintergarten wird mit zwei Gasheizstrahlern erwärmt. Im Türbereich zieht es kalt rein, wenn die Außentür geöffnet wird; einen Windfang gibt es nicht.

Sauberkeit:

Nichts Nachteiliges anzumerken.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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simba47533 und 4 andere finden diese Bewertung gut geschrieben.