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Leichter verdaulich als Döner soll es sein, mit weniger Soße und dafür intensiveren Gewürzen, die Zutaten schlichter. Die Rede ist von Tantuni, einem traditionellen Streetfood-Gericht aus der türkischen Region Mersin, das aktuell noch ein Geheimtipp in Deutschland ist - aber immer beliebter und berühmter wird. Im Saarland gibt es, soweit es der Betreiber weiß, nur ein Restaurant, in dem man die Spezialität zum direkten Verzehr kaufen kann: bei "Mersin Tantuni & Co." in der Völklinger Marktstrasse.
Bevor Vedat Gezginci in seine neue Lokalität eingezogen ist. hatte er einen Imbisswagen in Ensdorf, den er im vergangenen Dezember geschlossen hat. Neben Tantuni gibt es in seinem Völklinger Geschäft auch (Curry)-Wurst, Pommes und Chicken Nuggets, aber das sind eher die unwichtigen Nebendarsteller im Speisenangebot. Die meisten Menschen bestellen Tantuni, berichtet der Chef.
Doch was genau steckt nun hinter dem ominösen Trend-Gericht ? In der originalen Version wird Tantuni mit Rindfleisch in einer Yufka-Rolle, also in einer dünnen Fladenbrot-Rolle serviert, so der Betreiber. Diese Version gibt es auch bei Gezginci. Alternativ können die Gäste das Tantuni auch im Sandwich und mit Hühnchenfleisch bekommen. Zu dem geschnetzelten Fleisch im Brot kommen Tomaten, Petersilie, Zwiebeln, Zitronensaft und Granatapfelsirup dazu. Das Fleisch wird vorher gekocht und dann bei einer Bestellung in einer Art türkischem Wok kurz mit vielen Gewürzen angebraten und dabei mit Wasser bespritzt, zeigt der 29-jährige. Die Brotbeilage wird mit dem dabei entstehenden pikanten Öl benetzt, bevor sie mit Fleisch, Gemüse und Kräutern befüllt wird.
Tantuni-Angtebot bei "Mersin Tantuni & Co." in Völklingen: "Tantuni Lavash" (im Wrap/Yufka): sieben Euro mit Rindfleisch, sechs Euro mit Hühnchenfleisch / "Tantuni Ekmek" (im Sandwich): acht Euro mit Rindfleisch, sieben Euro mit Hühnchenfleisch / "Tantuni mit Jghurt": zehn Euro mit Rindfleisch, neun Euro mit Hühnchenfleisch. Gezgincis Lieblingsversion ist die mit Joghurt - "türkisches Sushi", wie er sagt. Die fertige Wrap-Rolle wird dafür in Streifen geschnitten und mit Joghurt sowie restlichem Öl übergossen. Viele Gäste würden sich aber erst einmal nur an die Sandwich- oder die Wrap-Version trauen.
In den Google-Rezensionen zeigen sich die Kunden größtenteils begeistert: "Bester Tantuni-Laden in der Umgebung", schreibt ein Nutzer. Auch andere Nutzer sind Fans: "Ich könnte jeden Tag hier essen", heißt es dort oder "Das Leckerste, was ich je gegessen habe".
Tatsächlich entfaltet sich spätstens beim zweiten Bissen in die üppige Portion Tantuni eine regelrechte Aroma-Geschmacksexplosion im Mund: Der kühle, neutrale Joghurt trifft auf das würzige Fleisch, Zitronensaft und Petersilie sorgen für eine gewisse Leichtigkeit, und die Gewürze sind gelungen gemischt. Spätestens beim Probieren wird klar, dass das in jedem Fall kein Döner ist - auch wenn das Grundprinzip einer schnellen Mahlzeit das Gleiche bleibt.
(auszugsweise SZ vom 17.07.2026)