Hopfenfänger
(1)

Auf der Muggenburg 42, 28217 Bremen
Restaurant Biergarten Brauhaus
Zurück zu Hopfenfänger
GastroGuide-User: Hanseat1957
Hanseat1957 hat Hopfenfänger in 28217 Bremen bewertet.
vor 5 Stunden
"Gute Craftbiere und auch den aufkommenden Hunger kann man gut stillen"

Geschrieben am 13.09.2026
Besucht am 11.09.2026 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 82 EUR
Prolog

Ich trinke gerne hoch aromatische Craftbiere. Mit der Union Brauerei haben wir in Bremen eine mittlerweile etablierte Craftbierbrauerei, deren Biere es in den gut sortierten Getränkehandel und die Supermärkte in der Region geschafft haben und die in einer historischen Brauerei, einem architektonischen Kleinod, ihren Sitz hat (siehe auch meine Besprechung auf dieser Plattform). Daneben gibt es die kleine Braumanufaktur, die sich schwergetan hat. Im Handel sind ihre Produkte nicht mehr erhältlich und der kleine Ausschank in der Markthalle in Domnähe ist auch verschwunden. Umso erfreuter habe ich gelesen, dass die Braumanufaktur unter ihrer Dachmarkenbezeichnung „Hopfenfänger“ Anfang 2024 auf der Überseeinsel samt neuer Brauerei eine Brauereigaststätte eröffnet hat.

Das Areal „Überseeinsel“ ist ein Stadtentwicklungsprojekt auf dem ehemaligen Kelloggs-Gelände. Hier wurden bis 2017 die Cerealien für ganz Europa hergestellt. Einige der sehr markanten Gebäude wurden umgenutzt (z. B. Hotel in einem Silogebäude). Das von mir hier schon besprochene Pizzarestaurant Zio Manu di Napoli (früher in der Kelloggs-Umkleide) und der Hopfenfänger sind in das ehemalige Reislager umgezogen. Dort sind nun neben dem Hopfenfänger und der Pizzeria das La Sorella di Manu!, die Nudelschwester der Pizzeria und eine Kaffeerösterei im Erdgeschoss angesiedelt und bilden zusammen mit einem großen, gemeinsam bespielten Mittelbereich eine Eventlocation mit großer Terrasse direkt an der Weser. Platz bietet das Reislager für 660 Leute.

Zu verdanken haben wir Bremer diese positive Entwicklung dem Bremer Unternehmer/Investor Klaus Meyer, der mittlerweile auch Mehrheitseigner der Braumanufaktur ist.

Im Hopfenfänger wird gesmoked und gegrillt und die Karte ist eine „American Style“ BBQ-Karte (https://hopfenfaenger.de/fileadmin/pdfs/Hopfenf%C3%A4nger_Speisekarte.pdf). Eigentlich spricht mich das nicht an, aber angesichts der Freude auf die guten Biere, stießen mich sprachliche Scheußlichkeiten auf der Karte wie „BOURBON BABY BACK RIBS - Dry Rub | Kentucky BBQ Glace | halbes Rack“ nicht ab!
Für Craftbierfreunde ist der Hopfenfänger ein Muss und da Bier bekanntlich hungrig macht, bekommt man auch Ordentliches in den Magen, wie unten zu lesen ist.

Das Preis-Leistungsverhältnis sehe ich bei soliden vier Sternen.

Service

Die erste Kontaktperson, die einen am Tresenanfang empfängt verwies uns weiter an das Tresenende zum „Kollegen“. Der schmächtige japanisch anmutende Kellner dort verwies dann auf einen anderen „Kollegen“, der sich laut Bon als Jonas herausstellte und der der Servicechef einer ansonsten recht diversen Brigade ist. Jonas fand unsere Reservierung und wies uns einen Tisch zu. Obwohl selbst kein Twen mehr, pflegte Jonas das „Du“ resp. „Ihr“, was mich aber in meiner Altersgelassenheit nicht mehr aufregt. Hauptsache, das Bier fließt und da kann ich positiv vermelden, das zwischen Order und Schluck nur Augenblicke vergehen! Auch beantwortete Jonas gerne meine Fragen zu Eigentümer und Braumeister.

Am Nachbartisch riet er – fair – zwei jungen Frauen davon ab, als Vorspeise zweimal das Treberbrot zu ordern, angesichts der Portionsgröße.

Erster und zweiter Gang kamen in angenehmen Abständen. Die Mitstreiter von Jonas waren freundlich dabei und angesichts der Vollauslastung am besuchten Freitagabend war der Service insgesamt gut zufriedenstellend (3,5 Sterne).

Die Brauerei, ein Traum in Edelstahl, ist direkt am Gastrobereich angrenzend hinter einer Glasabtrennung zu bewundern. Und es werden dort sage und schreibe sieben Biere gebraut, die auf der Getränkekarte genau beschrieben werden. Die Preise bewegen sich zwischen 4,20 bis 5,90 Euro für 0,3l; das Weizen 0,5l kommt auf 6,90 Euro.  Das Beste ist das IPA mit 7,2% für 5,90 Euro, die reinste Geschmacksbombe und für mich eine absolute Referenz für Craftbiere.

Weine gibt es auch, die offenen von 5,90 bis 6,90 Euro für 0,2l. Der Aperol Spritz ragt mit stolzen 8,90 Euro nach oben raus, aber die Alternative mit Bier (Kräusen-Aperol) für 4,70 Euro wurde von meiner ständigen Begleiterin als gute Alternative gelobt. Das Tafelwasser 0,5l für 3,90 Euro ist gastfreundlich angesetzt.

Essen

Vorweg: Beim Abgleich zwischen meinem Bon und den Preisen auf der Speisekarte der Homepage gibt es etliche Abweichungen, leider zu unseren Ungunsten. Drei Positionen auf dem Bon enden mit „mit“, ohne weiteren Ausweis. Dazu muss man wissen, dass Dips & Saucen mit 2,50 Euro und die Beilagen („Sides“), z. B. Pommes mit 6,50 Euro, extra berechnet werden. Den Blumenkohl hatte Jonas vergessen zu buchen, so dass es unter dem Strich aufging.
Als ersten Gang orderten wird das Treberbrot mit Malzbutter für 4,50 Euro, den heißgeräucherten Blumenkohl für 9,00 Euro und die Bratwurst für 9,50 Euro. Insgesamt eine gute, abwechslungsreiche Wahl. Meine Wurst verliert sich optisch zwar auf dem großen Teller, war aber mehr als ein Happen und geschmacklich an eine Krakauer erinnernd, die im Norden sehr beliebt ist. Der Blumenkohl mit deutlichem Raucharoma, ungewohnt, aber schmackhaft. Ebenso die Malzbutter zu dem kleinporigen und weichen Treberbrot. 

Ich hatte mich schon auf meinem ThinkPad für die Rippchen („Ribs“, siehe oben), und zwar die kleine Portion für 12,00 Euro kapriziert. Die dicke BBQ-Glasur süßlich-rauchig gefiel und das Fleisch konnte man leicht von den kurzen Rippchen abstreichen. Allerdings war es eine recht trockene Angelegenheit. Die Babyrippchen hatten wohl noch nicht genug Fett angesetzt. Die Trockenheit war auch für die drei Hähnchenkeulen gegenüber („SOUTH CAROLINA CHICKEN DRUMS - Senf-Bier-Marinade“) kennzeichnend (12,50 Euro). Die Pommes waren heiß und knusprig.
Die Spieler des 1. Gangs sind also auch für eine Wiederholung startelfgeeignet, aber beim 2. Gang würde ich Burger, Steak oder Lachs aufstellen.

Salz- und Pfeffermühlen muss man erbeten.

Für das Essen knappe vier Sterne.

Ambiente

Wir saßen im hallenartigen Mittelteil des Reislagers. In der Pizzeria, die die Tische in diesem Berich mit nutzt, muss man sein Geschirr in hohe Wagen selbst beim Verlassen einstellen, was dazu beiträgt, dass die Atmosphäre in diesem Bereich des Reislagers an einen „Food Court“ eines Einkaufszentrums erinnert; dazu passend die schlichten Tische und Stühle. Aber alle drei Restaurants haben auch jeweils einen Bereich rechts und links von der Mittelhalle, in denen es ruhiger und restaurantmäßiger zugeht, was man bei einer telefonischen Reservierung einfordern könnte.

In der Mitte geht es also quirlig zu, was man positiv als Erlebnisgastronomie ansehen könnte. Wenn das Wetter es zulässt, wird eine sehr breite Terrasse mit Blick auf die Weser geöffnet sein.

Was mir gut gefällt ist, dass es an der langen Theke klassische Barhocker gibt, so dass man direkt an der Quelle sitzt, wenn man nur auf Bier aus ist.

Sauberkeit

Nichts zu bemäkeln. Die Feuchträume liegen im Keller und sind sehr großzügig dimensioniert und stylish schwarz gehalten. Einen Fahrstuhl für Gehbehinderte habe ich nicht gesehen.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


simba47533 und eine andere Person finden diese Bewertung hilfreich.

NoTeaForMe und eine andere Person finden diese Bewertung gut geschrieben.