Gourmetrestaurant Zur Post
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Altenberger-Dom-Straße 23, 51519 Odenthal
Restaurant Hotel Sternerestaurant Ausflugsziel
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GastroGuide-User: kgsbus
hat Gourmetrestaurant Zur Post in 51519 Odenthal bewertet.
vor 10 Monaten
"Bodenständige Zubereitung mit Anklängen an europäische und Übersee-Regionen"
Verifiziert

Geschrieben am 29.08.2018
Besucht am 26.08.2018 Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 221 EUR
Seit wir in Bergisch Gladbach wohnen, können wir mit dem Bus noch schneller nach Odenthal kommen.
Auch nach mehreren Besuchen wird das Angebot (für uns) nie langweilig. Die Wilbrand-Brüder haben ihre Klassiker aber auch stets aktuelle Kreationen. Dabei verfolgen sie keine Moden, sondern präsentieren die Gerichte nach ihrer Art: bergisch-mediterran-handwerklich.

Die Karte(n)

mehrere Mittagsmenüs, Tagesmenü, Abendmenü, À la Carte, Käse, Getränke

Die verkosteten Speisen 

Wir wählten das Tagesmenü (tauschten aber zwei Gänge aus) - 65 bzw. 75 €.

Kleiner Gruß aus der Küche:

Sashimi & Tatar vom Thunfisch | Asia-Safran-Mayonaise
Der Thunfisch war in beiden Varianten köstlich. Die beiden Saucen in gelb und grün gaben dazu eine feine Abrundung.

Odenthaler Kräutersüppchen | Nordseekrabben
Das aufgeschäumte Süppchen hatte kräftige Noten. Die kleinen Krabben setzten dazu noch neue Akzente.

Ebenso wurde Brot und Butter serviert. Zusammen mit einem Aperitif ergeben die Grüße eine Vorfreude auf das Menü.

***
Tatar vom Kalb in Misomarinade
Kohlrabi | Apfel | Zwiebel
Das Fleisch war gut abgeschmeckt. Die leichte asiatische Note wurde durch die Sauce hervorgerufen. Das rohe frische Gemüse und der Apfel waren knackig und brachten und brachten zusammen mit etwas Kresse dezente süße und saure Noten ins Spiel.

bzw.

Blankett vom Kalbskopf und Herzbries | Netzmelone | dicke Bohnen | Buttermilch | Quinoa
Das Ragout von geschmorten würfeligen Fleischstücken vom Kalb war noch von einer leicht knusprigen Hülle umgeben. Dadurch waren die Happen innen recht saftig. Mit australischem Wintertrüffel war nicht gespart worden. Die Melone brachte Süße und die Milch auch Anklänge an Säure. Zu den internationalen Zutaten brachten die Bohnen wieder bergische Aspekte zu Tage.

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Bergischer Lax von der Fischzucht Hahn in Wipperfürth
Mango-Limettenchutney | Korianderbutter | Ricotta-Nocken
Die Lachsforelle war kross auf der Haut gebraten. Das Filet war innen sehr saftig und locker. Die Konsistenz des Chutney erinnerte mich an selbstgemachtes Apfelmus, der Geschmack war aber vielschichtiger: wieder ein Spiel von Süße und Säure. Die Nocke erinnerte mich irgendwie an ein Grießbällchen. Auch bei diesem Teller war die Balance von Tradition und Moderne ausgezeichnet gelungen.

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Kleiner Gruß aus der Küche:
Ceviche vom Schwertfisch im Glas
Sesamschaum | Gurken-Mangosorbet
Als kleine Überraschung erhielten wir eine Kostprobe dieser bergischen Interpretation des peruanischen Gerichts. Ich habe in letzter Zeit mehrfach „Ceviche“ serviert bekommen (u.a. von einer peruanischen Köchin) und auch selber hergestellt. Wenn der Fisch von hoher Qualität ist und die Mischung von Öl und Säure stimmt, schmeckt mit das Gericht eigentlich immer. Die weiteren Zutaten machen dann den Unterschied. Hier war für mich tatsächlich eine eigene Handschrift von Christopher Wilbrand zu spüren. Schaum und Sorbet ergaben im Zusammenspiel neue Noten für mich.

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Waguy Ochsenbrust (Brisket) aus dem Smoker
Pfifferlinge | Maisbrot | Coleslaw | Sonnenblumenkerne
Das Fleisch war bei Niedrigtemperatur im heißen Rauch gegart worden. Es war zart und saftig. Das Brot war über dem Fleisch angeordnet. Es erinnerte mich daher fast an einen Pulled-Beef-Burger – aber eben flacher bzw. dünner und in Dreiecks-Form gebracht. Pilze, Romanesco und Kerne waren zwischen den Fleischstücken angeordnet. Als Unterlage diente ein Coleslaw, das ebenfalls gerne zu einem Burger gereicht wird. Es war warm zubereitet und wesentlich milder abgeschmeckt, als ich es bisher kannte.

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Karamellisierte Zwetschgen
Vanillerahmeis | Buttercrumble
Die Nachspeise wurde auf einem Teller und in einem Glas gereicht. Die Crumble waren auf dem Teller angeordnet und von Zwetschgenhälften umgeben. In der Mitte befand sich ein Streifen cremiges Eis. Hauchdünne Chips von getrocknetem Pflaumensaft schmeckten sehr intensiv nach der Frucht.
Zusätzlich gab es im Glas noch ein Zwetschgenmus mit einer aufgeschäumten aromatisierten Creme.

Zum Kaffee reichte die Küche noch ein paar Naschereien.

So hatten wir einen köstlichen Mittag erlebt und fuhren mit dem Bus zufrieden und entspannt ohne übersättigt zu sein nach Hause.

Getränke

Hausaperitif (Sekt mit Pflaumentinktur) – 9,50 €
Monin-Soda (0,2l) – 5,00 €
Taunusquelle medium (0,75 l) – 8,00 €
Espresso – 3,50 €

Weinbegleitung – 44,00 €
Grans-Fassian "Laurentiuslay" Riesling Großes Gewächs trocken 2011 – Mosel
Domaine Vincent Dureuil-Janthial Rully blanc Maizières 2015 - Cote Chalonnaise (Rebsorte: Chardonnay)
Casar Godello 2017 - Bierzo (Rebsorte: Godello)
Castello di Gussago Pomaro 2013 Curtefranca Rosso Lombardei (Rebsorten: Merlot 30% / Cabernet Sauvignon 25% / Cabernet Franc 25% / Carménère 20%)
Weingut Korrell Johanneshof Riesling Beerenauslese 2013 - Nahe

Die Weine waren ganz nach meinem Geschmack: der reife Riesling am Anfang, der frische und fruchtige Chardonnay, die Säure des Godello, die Ausgewogenheit der Cuvee aus Italien aus den typischen Rebsorten im Bordeaux und die süße Auslese passten zu den Gerichten; den trockenen Riesling und den lombardischen Roten kaufe ich vielleicht auch für zu Hause.

Fazit

5 – sicher wieder

(1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder – nach „Kuechenreise“)

Datum des Besuchs: 26.08.2018 – mittags – 2 Personen

Meine Genießer-Erlebnisse stehen auch bei http://kgsbus.beepworld.de/archiv.htm
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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