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GastroGuide-User: Jenome
Jenome hat Zum Finkenmoor in 27476 Cuxhaven bewertet.
vor 4 Stunden
"Das Essen war gut, aber bei aller Freude zum Ende der Winterpause hatte man uns etwas vergessen"

Geschrieben am 28.04.2026
Besucht am 14.02.2026 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 83 EUR
Wir fahren ja nun schon seit fast 25 Jahren immer im Februar für eine Woche an die Nordsee im Cuxland. So waren wir immer bei ein und demselben Vermieter im gleichen Haus im malerischen Städtchen Otterndorf, gleich hinter dem Deich, man kam sozusagen zu Hause an. Mittlerweile haben sich die Herrschaften aus Aalen aber aus der Vermietung zurückgezogen, und ihr Haus an eine größere Ferienhausfirma übergeben. Somit änderten sich natürlich auch die Preise, und gingen drastisch nach oben. Da gab es für uns nur eins, fliehen.
 
Jetzt sind wir im Cuxhavener Ortsteil Sahlenburg heimisch geworden, hier ist es, bis auf die Wochenenden, genauso ruhig wie in Otterndorf vor 15 Jahren noch. Der Campingplatz geschlossen, die Häuser weitestgehend leer, und so kann man sich die Ferienwohnungen mit direktem Meerblick frei aussuchen. Hier kann man also noch so richtig die Seele baumeln lassen. Allerdings hat dies auch einen entscheidenden Nachteil, denn jegliche Gastro im Ortsteil, bis auf ein großes, neues Restaurant haben geschlossen.
 
Nicht so dieses Wochenende. Da der 14.02. war, und dies ja in Deutschland groß als Valentinstag zelebriert wird, hat das Restaurant "Zum Finkenmoor" in Sahlenburg ebend ihre Saisoneröffnung vorverschoben, und ich konnte per Mail einen Tisch für uns zwei reservieren. Uff, somit war zumindest der erst Abend gesichert.


 
Am Abend ging es dann zu Fuß von unserer Ferienwohnung am Deich in das nur wenige hundert Meter entfernte Restaurant. Hier staunten wir nicht schlecht, denn der Parkplatz war zwar fast leer, aber das Restaurant war bis auf den letzten Platz voll. Wie sich herausstellte waren es alle einheimische Sahlenburger, die sich freuten, dass Familie Mikkelsen wieder geöffnet hat. So war ein Schützenverein anwesend, aber auch mehrere Familien. Und zwischendrin wir Touristen.
 
Von der Chefin des Hauses wurden wir freundlich begrüßt, und da wir uns mit unserem Vierbeiner angemeldet hatten, bekamen wir einen Tisch in der Ecke des Wintergartens zugewiesen, somit hatte Hundi seine Ruhe unter dem Tisch. 



Die Speisekarte war auch sofort zur Hand, und so konnten wir erst einmal stöbern. Versprochen wird hier gutbürgerliche, deutsche Küche mit frischem Fisch vom Kutter. Wer keinen Fisch mag, der bekommt hier natürlich auch sein geliebtes Schnitzel in verschiedenen Variationen oder Rumpsteaks von heimischen Färsen. Die Preise bewegen sich dabei zwischen 18 bis knapp über 30 Euro. Für uns war ja klar, was es an der Nordsee geben sollte, und somit beschränkten wir den Blick auf die Fischkarte. 



Nach kurzer Zeit war die Chefin des Hauses wieder am Tisch, und wir konnten bestellen.
 
Getränke:
 

  • 1x 0,4ér Krombacher Pilsner für 4,90 €

  • 1x 0,2ér Weißwein Müller-Thurgau trocken vom Flonheimer Binger Berg für 6,30 €


 
Vorspeise:
 

  • 1x Tomatensuppe nach Art des Hauses mit Sahnehaube für 6,90 €

  • 1x Fischsuppe nach „Käptn´s Art“ mit reichhaltiger Einlage für 7,90 €


 
Hauptspeise:
 

  • 1x Kabeljau mit Kräuterbutter und Bratkartoffeln für 25,50 €

  • 1x Fischplatte Neuwerk – 3 Sorten Fischfilets nach Anlandung, mit Remoulade und Bratkartoffeln für 25,90 €


 
Da das Lokal voll war, der Chef des Hauses in der Küche werkelt, und Mutter und Tochter den Service schmeißen, dauerte es jetzt ein bisschen, bis unsere Getränke kamen. Zeit sich etwas umzuschauen. Eigentlich ist das Restaurant ein gewöhnliches Wohnhaus, in welchem das Erdgeschoss zum Restaurant umfunktioniert wurde. Entsprechend klein war es mal in der Ausgangslage, dies wurde aber später mit einem Anbau als Wintergarten gelöst. So sitzt eine Hälfte der Kunden im Haus, der Rest im Wintergarten. Das Restaurant ist modern und hell gehalten, auf den großen Stühlen sitzt man bequem. Aus Corona Zeiten gibt es hier noch die leidigen Trennwände aus Kunststoff, und sollen so womöglich noch etwas Privatsphäre vermitteln. Kann man haben, aber muss man nicht mehr haben.


 
Nach 10 Minuten kam dann die Tochter des Hauses mit unseren Getränken an den Tisch. Dabei staune ich immer wieder hier oben in Cuxhaven das kein heimisches Bier, oder zumindest von der Küste verkauft wird, sondern ebend wie hier Krombacher. Naja, schade.


 
Nach weiteren 5 Minuten waren dann auch unsere beiden Vorsuppen am Tisch. Meine Frau hatte sich natürlich die Tomatensuppe nach Art des Hauses bestellt. Uns huschte erst einmal ein kleines Lächeln übers Gesicht, kennen wir doch das Geschirr aus dem heimischen Küchenschrank. Und da passte die Suppe natürlich gut rein. Hellrot strahlte die Tomatensuppe aus der Schüssel, war angenehm heiß und geschmacklich richtig gut. 



Hier schmeckte und merkte man das diese Suppe nicht aus der Tüte angerührt wird, denn die Suppe war grob püriert, sodass noch immer das Tomatenfleisch in der Suppe wahrnehmbar war. Sie war mild gewürzt, sodass der Tomatengeschmack voll zur Geltung kam. Dazu war sie noch angenehm cremig, perfekt für meine Frau. Als Beilage gab es zwei Scheiben frisches Brot.
 
Ich hatte mir die Fischsuppe nach „Käptn´s Art“ mit reichhaltiger Einlage gordert. Über reichhaltiger Einlage kann man sich sicher streiten, aber ich sage mal für den Preis war die Fischeinlage hier doch recht gut. 



In anderen Restaurants bezahlt man ja für so ein Fischsüppchen locker mal 12 Euronen. Als weitere Einlage waren in der heißen Suppe noch Möhren, Erbsen, Lauch und Lauchzwiebeln sowie Petersilie. Der klare Sud war kräftig, würzig und richtig gut im Geschmack. Auch hier dazu zwei halbe Scheiben Brot.


 
Zirka 20 Minuten nach unseren Vorspeisen kamen dann auch schon die beiden Hauptspeisen. Meine Frau hatte sich die Fischplatte Neuwerk – 3 Sorten Fischfilets nach Anlandung, mit Remoulade und Bratkartoffeln auserkoren. Heute waren im Netz des Fischers Seelachs, Kabeljau und Rotbarsch hängen geblieben, und hier auf dem Teller gelandet. Drei große Filets lagen da, alle sehr gut und kross auf der Haut gebarten, die Innenseite des Fisches auch schön braun gebraten. 



Dabei war der Fisch schön fest und noch angenehm frisch und saftig im Fleisch. Nicht ganz so angenehm waren da eher die Bratkartoffeln. Sie waren zwar ordentlich mit Speck und Zwiebel gebraten, und obenauf mit frischem Lauch verfeinert, allerdings trieften sie nur so von Fett. 



Auch fehlte hier und da noch der gewisse Bräunungsgrad. Das Gewisse etwas fehlte auch der Remoulade, denn diese schmeckt sehr stark nach Mayonnaise statt nach leichter Remoulade.
 
Für mich war zu dieser Jahreszeit klar, es kann nur Kabeljau mit Kräuterbutter und Bratkartoffeln geben. 



Und dieser Kabeljau hier hatte es in sich, denn ein ordentlich großes Filet lag da auf dem Teller. Wie beim anderen Fisch auch, hier ordentlich kross gebraten, dabei aber noch immer frisch und saftig im Fleisch, wobei das Fleisch schön fest und bissig war. 



Auch hier wieder die Bratkartoffeln, welche vom Ansatz her richtig gut waren, aber den letzten Touch verfehlt haben. Gewürzt waren sie ja gut, nachwürzen wäre allerdings nicht möglich gewesen, denn Salz-und Pfefferstreuer fehlten gänzlich. Die Kräuterbutter war selbst angerichtet, und als Kugel auf dem Teller serviert. Mehr brauchte ich nicht.


 
Zwischenzeitlich war dann schon mein Bier eine ganze Weile alle, ich hätte gern noch ein neues gehabt, aber irgendwie hat man zwischendurch unseren Tisch vergessen. Stattdessen saßen Tochter und Mutter an verschiedenen Tischen und hielten Klönschnak, man freute sich das man wieder zusammenkam, auch der Koch kam später noch mit dem ein oder anderen Schnäpsle an den ein oder anderen Tisch, und man unterhielt sich angeregt. Leider übersah man da auch unsere Handzeichen. Schade, denn als man uns dann endlich wahrnahm, wollten wir nur noch nach Hause. 



So orderten wir auf die fettigen Bratkartoffeln noch je einen Neuwerker Aquavit für je 2,90 €, verlangten die Rechnung, und machten uns auf in unsere wunderschöne Ferienwohnung mit direktem Blick zur Insel Neuwerk.
 
Unser Fazit: wir ließen zu zweit 83,20 € im Restaurant "Zum Finkenmoor" in Cuxhaven-Sahlenburg. Ein kleines, privat geführtes Restaurant, welches auch vor allem von den Einheimischen angenommen wird. Da kann das ja nicht schlecht sein. War es im Grunde auch nicht, denn beide Suppen als auch der Fisch waren richtig gut, nur die Bratkartoffeln waren nicht so unser Ding. Einen Punkt Abzug auch im Service, denn auch wenn man sich freut sich nach dem Winter wieder zu sehen, und bissel schnaken will, sollte man doch alle Gäste im Blick behalten. Unser nächster Urlaub in Sahlenburg im Februar 2027 ist geplant, und wir hoffen das wir dann noch einmal hier testen kommen können.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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