Altes Forsthaus
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Harzburger Straße 7, 38700 Braunlage
Restaurant Hotel Partyservice
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GastroGuide-User: Nolux
hat Altes Forsthaus in 38700 Braunlage bewertet.
vor 7 Monaten
"Harzer Küche die keinem weh tut, aber auch keine Jubelstürme hervorruft"

Geschrieben am 10.12.2018 | Aktualisiert am 10.12.2018
Besucht am 01.11.2018 9 Personen
Ja. Herbstzeit ist für mich auch seit drei Jahren auch Harz Zeit. Eine Woche abschalten, Natur pur und sich keinen Kopp machen. Für den Spaß sorgen acht Kumpels, das ein oder andere Bierchen und viel laute Musik. Und gerade in diesem Jahr hatte ich einiges zu Verarbeiten, von dem ich hoffte in dieser Woche Abstand zu gewinnen. Doch das ist ein anderes Thema.

An diesem Donnerstag, unser erster voller Tag (einige volle Nächte sollten folgen, aber auch nüchterne), hatten wir eine recht anspruchsvolle Wanderung geplant, 26 km rund um den Wurmberg mit 900 Höhenmetern. Eine Woche zuvor gab es hier den ersten Schnee, der sich in schattigen Mulden auf dem Gipfel noch zeigte. Unten wieder angekommen erreichten wir die ehemalige Grenzstadt Braunlage und da langes Wandern nicht nur Durst sondern auch Hunger fördert, machten wir uns auf die Suche nach einer passenden Lokalität. Viel war los an diesem Donnerstag, ein Tag nach dem Reformationstag, der in Niedersachsen als Feiertag gilt. Da machten sich wohl viele ein verlängertes Wochenende. Auf jeden Fall hatten wir bestimmt fünf oder sechs Lokale abgeklappert bis wir dann endlich im Forsthaus einen Tisch für unsere Bande bekommen sollten.

Innenraumambiente - urig, rustikal

Also rein in die gute Stube, recht düster war es. Und voll. Und laut. Also eigentlich wie wir. Am langen Tisch nahmen wir neun Mann Platz und wurden auch gleich nach Getränken gefragt. Den meisten verlangte es nach frisch gezapftem Pils. So auch ich. Die Speisekarte präsentiert sich schon regional, saisonal und kann auch im Internet studiert werden.

Auf Vorspeisen verzichteten die meisten, ein oder zwei Beilagensalate fanden dennoch an den Tisch. Man verzeihe mir die Gedächtnislücken, es war aber auch sehr dunkel in dem Laden. Immerhin weiß ich was ich noch bestellt und gegessen habe.


Medaillons vom Hirschrücken auf Wacholdersauce mit Mandelbrokkoli und Kroketten (18,90€)

Medaillons vom Hirsch(rücken) auf Wacholdersauce

In der Karte steht "-Lieblingsgericht unseres Küchenchefs-" Das machte mich schon neugierig. Neben Oberharzer Wildragout und Hirschbraten nach Art des Hauses ein saisonales, wildes Gericht und da steh ich ja drauf. Gut, auf die vorgefertigten Kroketten aus der Großverbraucherpackung jetzt nicht, aber die gibt es ja in 90% dieser Läden und war auch zu erwarten. Der Brokkoli dagegen überraschte dann doch. Knackig, noch leuchtend grün und sehr geschmackvoll kamen die grünen Röschen auf den Teller. Allein den spendierten Mandelblättchen hätte ich eine Runde mit Butter in der Pfanne gewünscht. So war das etwas fade. Das beste dann die beiden Tranchen vom Hirsch. Schön rosa gegart, gute Röststoffe hatte das Fleisch auch abbekommen. Und auch an der Würzung wurde nicht gespart. Ob das wirklich Hirschrücken war, wage ich zu bezweifeln. Nicht so zart wie eben der Rücken und auch preislich war das eigentlich zu optimistisch. Die Soße dazu war in Ordnung, wenn auch nicht der Rede wert. Das Bild spricht für sich. Die Birne mit den Preiselbeeren habe ich auch kaum beachtet, Dosenfutter überlasse ich dem Hund. So gesehen ein solider Teller mit Abzügen in der B Note. 3,5*

Ein Wort zum Service, Tja. Hätte, wäre, wenn. Bei soviel Gästen braucht es auch viel Personal. So weit so gut. Doch das wir in diesen 90 Minuten beinahe alle zu Gesicht bekommen und es dennoch nicht wirklich klappt ist ja auch nicht im Sinne des Erfinders, oder? Vier Damen und zwei Herren hab ich gezahlt, gezahlt haben wir wieder bei einer anderen Person. Ich weiß nicht mehr. Jedenfalls habe ich zwischenzeitlich mal nach der Karte verlangt um evtl einen Wein zu bekommen. Die Karte bekam ich zwar, erneut bestellen durfte ich bis heute nicht. Irgendwann fand sich ein weiteres Bier vor mir ein, hab ich dann auch genommen. Die Weinauswahl war sowieso nicht so besonders. Und preislich eher unattraktiv.

Was die Sauberkeit angeht, gibt es nicht viel zu sagen. Es war ja dunkel. Die Toiletten waren angemessen in Schuss, es war schon spät und einige Gäste zu Besuch. Drücken wir mal ein Auge zu.

Bezahlt hat jeder für sich, was in Summe einiges mehr an Trinkgeld generiert haben dürfte. Es waren nicht alle so kritisch wie ich. Und diverse Umstände lassen die Flocken dann auch mal lockerer sitzen.
Gut möglich dass wir in gleicher Situation und Konstellation wieder dort aufschlagen werden (soll aber keine Drohung sein), Solo oder für den romantischen Abend eher nichts.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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