Hotel und Restaurant Waldblick
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Königsbrücker Straße 119, 01896 Pulsnitz
Restaurant Hotel Ausflugsziel Partyservice
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GastroGuide-User: Jenome
einen Beitrag zum Hotel und Restaurant Waldblick in 01896 Pulsnitz geschrieben.
vor 5 Jahren
"Gute Aussicht für den Waldblick"

Geschrieben am 06.02.2016
Gäste wählten das Hotel in Friedersdorf zu den beliebtesten Lokalen der Oberlausitz. Derzeit wird wieder investiert

Auf der einen Seite der Keulenberg und auf der anderen der Schwedenstein. Der Waldblick in Friedersdorf macht seinem Namen alle Ehre. Und auch der eigene Wald hinter dem Hotel wächst langsam heran. Vor 25 Jahren machten sich Jana Mager und ihre Mutter Helga Haufe hier selbstständig. Die Familie investierte inzwischen eine gute siebenstellige Summe in den Gastronomiebetrieb mit zwölf Angestellten – inklusive drei Azubis. Den wählten jetzt die Gäste unter die zwölf Lieblingsgaststätten der Oberlausitz. Die Marketinggesellschaft Oberlausitz hatte die Internet-Umfrage initiiert. Eine Rangfolge gibt es nicht. Aber der Waldblick befindet sich dabei in guter Gesellschaft mit dem Hotel Residence in Bautzen oder der Beckenbergbaude in Eibau. Und wer ist nicht ein bisschen stolz, wenn die Gäste die Arbeit honorieren. Dafür haben Magers jetzt auch schon wieder viel investiert. Das Herz der Gaststätte, die Küche, ist nicht mehr wiederzuerkennen. Der Neujahrsbrunch sei kaum vorbei gewesen, dann standen die Handwerker im Haus. Und zwei Wochen später sollte schon die erste Feier stattfinden! Das war mit heißer Nadel gestrickt.

Jetzt glänzen hier frische Fliesen und nagelneuer Edelstahl. Noch beeindruckender ist die Technik. Kühlfächer für frisches Gemüse, Fleisch und weitere Zutaten befinden sich direkt unter dem Arbeitstisch. So kann viel effektiver zubereitet und das Essen flugs auf den Tisch gebracht werden. Töpfe und Pfannen kommen nur noch selten zum Einsatz. In hochmodernen Konvektionsöfen wird gegart und gegrillt. Das ist auch für die Köche Neuland. Statt zehn Steaks in der Pfanne, können dreimal so viele und noch ein paar Forellen z. B. gleichzeitig brutzeln, computergesteuert. Gerade bei Familienfeiern ein handfester Vorteil. Aber bei aller Elektronik, „muss ich trotzdem genau aufpassen, ob das Rindersteak wirklich gut ist, ob es medium oder durchgebraten ist, sagt Köchin Isabell Rudoplph“. Wie es der Gast wünscht. Den Herd gibt‘s aber auch noch. Zum Beispiel fürs frische Rührei oder Suppen, sagt Jana Mager.

Studium nebenbei absolviert

Vor 25 Jahren hätte sie solche futuristische Technik nicht für möglich gehalten. Damals startete sie gemeinsam mit ihrer Mutter Helga Haufe mit einer Eisdiele: „Ich war damals mit meinem dritten Kind in der Elternzeit.“ Kurz nach der politischen Wende in der DDR löste sich gerade ihr Betrieb auf, der richtige Moment, etwas Eigenes zu beginnen. Außerdem suchten viele Geschäftsreisende Zimmer. So entstand das erste Gebäude mit dem Café und fünf Pensions-Zimmern. Nebenbei absolvierte die gelernte Schneiderin Ausbildung und Fernstudium für das Restaurantfach. Zum Glück habe ihr Mann Hans im Familienbetrieb immer an ihrer Seite gestanden, bis heute, ebenso wie die ganze Familie.

„Das Café lief wirklich gut“, erinnert sich die 53-Jährige heute. Und war bald viel zu klein. Dafür ist das eigene Gelände in Friedersdorf zum Glück ziemlich groß. Genug Platz für den nächsten Neubau, mit Restaurant und 23 Zimmern. Mit Wintergarten und Waldblickzimmer zum Feiern nahezu in jeder Größenordnung und bis Oktober samstags fast ausgebucht. „Gerade die hochbetagten Jubilare sind immer sehr dankbar für eine gut organisierte Feier.“ Junge Leute zieht es immer wieder in die Wellnesssuite im Obergeschoss. Jana Mager: „Die wird gern mit Candlelight-Dinner gebucht.“ In der Vorwoche zum Beispiel ein junges Pärchen. „Das war sehr romantisch. Der junge Mann hat feierlich um die Hand seiner Freundin angehalten.“

Gespür für Gästewünsche

Im Erdgeschoss des ehemaligen Cafés ist jetzt ein Tagungsraum. Den nutzen Firmen auch, um in der idyllischen Landschaft am Fuße des Keulenbergs, die Teamfähigkeit der Mitarbeiter zu trainieren. In dieser Woche brannte dort sogar abends noch Licht. Während in der Küche Isabell Rudolph mit ihrem Kollegen alle Hände voll zu tun hatte, die Bestellungen vorzubereiten: Hähnchenbrust, Lachsfilet, Kalbsbraten, Medaillons ... – quasi alles, was Küche und Keller hergeben. So duftete es auch verlockend nach Wildbraten. Isabell Rudolph platzierte noch vorsichtig das Rotkraut im Kloßnest und läutete ein kleines Messingglöckchen. Das Zeichen für die Kellnerin. Es ist angerichtet.

Zum Geheimnis des Erfolgs gehört es, immer ein feines Näschen für die Wünsche der Gäste zu haben und Anregungen ernst zu nehmen. Umfragen, Bewertungen im Internet und die eigenen Fragebögen sind dabei wichtig. „Wir müssen ja wissen, wo wir stehen. Wir schlafen ja nicht selbst in unseren Betten.“ Manchmal seien es nur Kleinigkeiten, wie ein fehlender Haken im Bad. „Im Vorjahr haben wir die Zimmer und Flure im Hotel renoviert.“ Immer am Jahresanfang werde etwas angepackt. In den kommenden Jahren stehe auch der Gastraum wiedermal an. Neu ist die Idee für ein Schlachtfest Ende des Monats. Mit Deftigem vom Schwein, direkt vom Bauern aus Friedersdorf. Aber nicht immer ist es in der Macht von Jana Mager, Wünsche zu erfüllen. So steht der Zustand der Staatsstraße vor dem Hotel immer wieder in der Kritik. Dieses Jahr soll der Abschnitt nun endlich saniert werden. Jana Mager will es erst glauben, wenn die Bagger wirklich anrollen. Versprochen wurde schon viel.

Vor eine Herausforderung stellten Magers in jüngster Zeit neue Gesetze: Der Mindestlohn an sich sei in Ordnung, sagen sie, aber eben nicht in letzter Konsequenz durchdacht. Problematisch sei in der Gastronomie das strenge Arbeitszeitregime, das damit einhergeht: „Wir mussten die Öffnungszeiten etwas verkürzen, und wünschen uns, dass die Arbeitszeit flexibler gehandhabt werden könnte. Eben orientiert an den Gästeströmen. Wir hoffen auf Veränderungen.“ Es ist nicht der einzige Wunsch. Gern würden Magers auch wieder einen Azubi nehmen.“ Oft schrecke junge Leute aber die Wochenendarbeit ab. Und langfristig müssen sich die Wirtsleute auch mit der Nachfolge befassen. Aber erst mal steht im Mai die 25-Jahrfeier an.

(C) SZ Kamenz; Rainer Hanke


uteester findet diesen Beitrag hilfreich.

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