Kuppelrestaurant in der Yenidze
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Weißeritzstr. 3, 01067 Dresden
Restaurant Ausflugsziel Erlebnisgastronomie
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GastroGuide-User: carpe.diem
hat Kuppelrestaurant in der Yenidze in 01067 Dresden bewertet.
vor 6 Jahren
"Reines Touristenlokal mit allen Vor und Nachteilen"

Geschrieben am 17.01.2015 | Aktualisiert am 09.07.2017
Besucht am 29.04.2013
Fazit (für SchnelleserInnen vorab)
Ein sehr schönes Bauwerk, das man unbedingt gesehen haben muss. Von der Terrasse aus hat man einen herrlichen Rundumblick auf die Altstadt von Dresden. Das Märchenprogramm "1001Märchen unter der Kuppel" ist auch sehr verlockend. Vom Essen im Kuppel-Restaurant rate ich auf Grund der gemachten Erfahrungen ab.

Lage, Grund des Besuches
Die Yenidze liegt am östlichen Rande der Altstadt. Bereits bei der Einfahrt nach Dresden haben wir Yenidze passiert und gingen davon aus (wie viele andere wohl auch), dass es sich hier um eine Moschee mit angegliedertem Kulturzentrum handelt. Der Besuch wurde beschlossen, als wir in unserem Hotel ein Prospekt erhielten, aus dem wir entnahmen, dass  in der Kuppel von der "1001Märchen GmbH" regelmäßig Märchenspiele und Vorlesungen veranstaltet werden und sich dort ein Kuppelrestaurant befindet. Die weiteren Recherchen ergaben, dass die Yenidze 1907 als Tabakwarenfabrik erbaut wurde.

Ambiente (siehe auch Button "Panorama" auf der Homepage)
Unter der Kuppel, die nachts hell erleuchtet ist, befinden sich zwei Restaurants (6.+ 7. Etage), die man mit dem Aufzug erreicht. Das Restaurant in der 6.Etage wirkt wegen der großen Bogenfenster, der pastellfarbenen Wandbemalung der helleren, aufgelockerten Einrichtung wesentlich lichter und freundlicher als das darüber liegende. Angeblich auf Grund der Wetterverhältnisse war es am Tag unseres Besuches leider geschlossen. Von dort aus gelangt man auch auf die Dachterrasse gen. Biergarten. Diese ist mit alten, z.T. defekten Gartenklappstühlen und Tischen ausgestattet. Schade um den schönen Platz. Auch der "Biergarten" war trotz Sonnenschein mit leichter Bewölkung geschlossen. Die Möblierung und die, hinter einer dunklen Balustrade auf einem Zwischenboden entlang der Fensterfront aufgereihten 4-er Tische im Restaurant in der 7. Etage im Flair einer Brauereiwirtschaft schaffen eine nicht mehr zeitgemäße Atmosphäre (was mich zu einem Punktabzug veranlasst). Dies ließe sich sicher besser lösen. Auch die Essenspuren von Vorgängern auf den Tischdecken passen in dieses Bild (die Wäscherei scheint auch nicht grad die beste zu sein). Man wird das Gefühl nicht los, dass überall am falschen Platz gespart wird.

Service
Die junge Bedienung an unserem Tisch wirkte eher burschikos als freundlich, keinesfalls eine ausgebildete Kraft mit Fachwissen. Wie üblich wollte sie, kaum dass wir saßen, die Getränkebestellung aufnehmen. Meine Bitte damit zu warten bis wir das Essen gewählt haben quittierte sie mit Unverständnis. Zu meiner Frage nach der Zubereitung der Speisen konnte (oder wollte?) sie keine Auskunft geben. Unsere Beschwerde über die versalzene Suppe wollte sie erst mit der Bemerkung "Unmöglich" abwimmeln, besann sich dann aber eines Besseren und bot uns als Entschuldigung einen Espresso an, den sie aber (bewusst?) vergaß zu servieren.

Essen und Preisleistungsverhältnis
Wir entschlossen uns für die

·         Original „Sächsische Kartoffelsuppe“ mit Grillwürstchen und Crôutons (4,50 €)

aus dem Teil "Sächsische Spezialitäten" der Karte. Wenn das original sein soll was da kam, kann man nur sagen armes Sachsen (Gott sei Dank haben wir auch anderes erfahren). Wir bekamen eine eingedickte Pampe serviert, die obendrein total versalzen war und unappetitlich rotbraune Töne aufwies (wir hielten das für ein Zeichen mehrfachen Aufwärmens, vielleicht auch Angebranntes vom Topfboden). Die Grillwürstchen bestanden aus vier 2 cm langen, kreuzweise eingeschnittene Enden von Wiener Würstchen (lt. Karte Grillwürstchen? ), die "Croutons" drei völlig durchweichte Weissbrotwürfelchen. Das erste Hauptgericht

·         Omas Schüsselsülze auf hausgemachter Remouladensauce mit Gewürzgurke, Bratkartoffeln und Salatgarnitur (9,00 €)

war eine herbe Enttäuschung. Die Sülze schmeckte wie billige Supermarktware und sah auch so aus (rotes, nitritsalzgepöckeltes Schweinefleisch in steifer Gelatine, ohne entsprechende Angabe von Zusatzstoffen in der Speisekarte). Auch die Remouladensoße sah nicht wie hausgemacht aus und schmeckte eher wie Fertigware (ich möchte nicht ausschließen, dass die zugekauften Zutaten noch im Hause zusammengerührt wurden).
Das zweite Hauptgericht

·         Tagliatelle mit Rucola-Pesto (8,50 €)

war ebenfalls unakzeptabel. Die grünen Fertigteigwaren (Stufe vor al dente) schwammen in dem Öl, das sich vom kleingehackten Rucola trennte. Von den im Pesto üblichen Nussanteilen war nichts zu spüren (Kommentar der Bedienung: "Viele Gäste mögen keine Nüsse" und " Unser Koch macht das schon seit vielen Jahren so").
Einschließlich 0,4 l Köstrizer und einem Glas Wasser haben wir 32,10 € bezahlt, ein Preis-Leistungsverhältnis ohne adäquate Leistung. Einmal und nie wieder, falls sich da nichts Grundlegendes ändert. Eine tolle Architektur, Fassade und Geschichtereichen nicht.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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Uli_S und 6 andere finden diese Bewertung gut geschrieben.