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GastroGuide-User: Jenome
hat Restaurant "Grüner Wald" in 02994 Bernsdorf (Oberlausitz) bewertet.
vor 3 Jahren
"Der Name als auch das Äußere lassen nicht ein russisch/ukrainisches Restaurant vermuten"
Verifiziert

Geschrieben am 21.10.2016 | Aktualisiert am 21.10.2016
Besucht am 13.10.2016 Besuchszeit: Abendessen 4 Personen Rechnungsbetrag: 67 EUR
Allgemein:

Nach einem wunderschönen Herbsturlaub auf der Insel Rügen, waren wir auf dem Heimweg und erkannten, dass es zum Einkaufen zu spät wird, und wir doch lieber unterwegs einkehren sollten. Also beschlossen wir in Ruhland die Autobahn zu verlassen und über die Landstraße die letzten Kilometer nach Hause zu fahren. Meine Frau suchte am Handy nach geeigneten Lokalitäten, und dabei stießen wir recht schnell auf den „Grüner Wald“ in Bernsdorf bei Hoyerswerda. Aber irgendwas schien da nicht zu stimmen. Hinter der Adresse war ein russisch/Ukrainisches Lokal beherbergt. Mmmmh….. Familienrat im Auto kurz getagt und gut, na dann halten wir ebend dort an.
Das Restaurant „Grüner Wald“ liegt im Ortskern der Kleinstadt Bernsdorf, unmittelbar an der B97 zwischen Dresden und Hoyerswerda. Parkplätze sind direkt neben dem Lokal, oder aber auch auf der gegenüberliegenden Straßenseite bei diversen Discountern vorhanden. Das Haus umfasst einen großen Saal, eine Gaststube, einen weiteren Raum für diverse Feiern und eine Pension. Geführt wird der ganze Laden von einer gebürtigen Ukrainerin, welche nun mit einem Bernsdorfer verheiratet ist.

Ambiente:
 
Die Gaststube erinnert mit ihrer nüchternen Sachlichkeit und ihrer Größe(auch anhand der Höhe der Räume) eher an ein Bahnhofsrestaurant als an ein russisches Restaurant.
Theke
Gedämpftes Licht macht das alles auch noch duster, sehr gut auch an den teilweise miserablen Fotos zu erkennen. Mir war´s fast zu dunkel, fast schon anstrengend für die Augen.
Gastraum
Die Tische hingegen sind ausreichend groß, die Stühle gemütlich und angenehm gepolstert. Da hält man´s aus. Alle Tische sind auch mit bunten Stofftischdecken dekoriert, aber hübsch ist anders…..
 
Bedienung:
 
Als wir ins Lokal kamen, war dieses gänzlich leer. An einem Tisch in der Ecke tagte gerade der Familienrat der Eigentümer, das Telefon klingelte ununterbrochen, da in Kürze ein russischer Abend anstand. Von der Ferne wurden wir angewiesen, uns einen der freien Plätze zu nehmen. Na der erste Eindruck war nicht bestens. Wir überlegten auf der Stelle wieder kehrt zu machen. Anscheinend bemerkte dies die Chefin, und bemühte sich zu uns, und bat uns an einen Tisch. Gleichzeitig wurde die Karte gereicht und auch sofort nach den Getränken gefragt. Ja aber woher soll ich wissen was es zu trinken gibt??? Also erbaten wir uns eine kurze Lesenspause. Während wir also erst mal die Karte studierten, wurde der Familienrat fortgesetzt.
Auszug aus der Speisekarte
Nachdem wir dann endlich die reichhaltige Karte studiert hatten, kehrte die Chefin zurück und nahm die Bestellung auf. Dannach war wieder Familienrat angesagt. So ging das während unseres gesamten Aufenthaltes. Kundenorientiert ist anders…..
 
Das Essen:
 
Als Getränke wählte meine kleineste einen Birkensaft für 2,10 €, meine große einen Kiba für 3,50 €, meine Frau eine Bitter Lemon für 1,90 €
Russisches Baltika Bier
und ich ein Russisches Baltika Bier für 3,50 €. Als Vorspeise wünschte sich meine kleinste Pelmenis mit Smietanatupfer für 5,20 €, wir anderen verzichteten auf eine Vorspeise, naschten dafür mal bei der kleinen.
Als Hauptspeise wählte meine Frau den Ukrainischen Hähnchentopf mit bunten Paprika-und Kartoffelstücken in einer Kräuterrahmsoße für 9,90 €, meine große Tochter wählte Schweinemedallions mit Tomaten-Paprika-Käse-Sauce, dazu hausgemachte Kroketten für 12,80 €, die kleine wünschte sich die Russischen Buletten mit Knoblauch-Bratkartoffeln, dazu bunter Salat, gereicht mit 2 cl russischen Wodka für 9,90 €. Den Wodka sollte die Chefin aber bitte doch gleich dem Vati servieren……  Ich wählte ein Ukrainisches Schweineschnitzel „Seljanska Vtiha“ mit Drillingskartoffeln, dazu selbst eingelegte Tomaten und Gurken für 10,80 €.
Nach der Abgabe unserer Bestellung in der Küche, konnte man emsiges Treiben, klopfen und braten vernehmen. Also waren wir uns erst mal sicher dass alles frisch angerichtet wird und nicht aus der „Ping“ kommt.
Nach knapp 20 Minuten kamen dann die Pelmenis mit Smietanatupfer an den Tisch.
Pelmenis mit Smietanatupfer
Sie waren gut mit einem würzigen Hackfleisch gefüllt, und man schmeckte deutlich, dass sie in einer deftigen Gemüsebrühe zubereitet wurden. Die Smietanatupfer war letztendlich nichts anderes als ein Häufchen saure Sahne. Aber ok, geschmeckt hats gut.
Unsere Hauptspeisen dauerten dann auch noch eine kleine Weile, aber nach knapp 40 Minuten hatten wir auch diese auf dem Tisch.
Ukrainischen Hähnchentopf mit bunten Paprika-und Kartoffelstücken in einer Kräuterrahmsoße
Der Ukrainischen Hähnchentopf mit bunten Paprika-und Kartoffelstücken in einer Kräuterrahmsoße meiner Frau sah nicht nur lecker aus, er war es auch. Reichlich Hähnchenfleisch, bissige Kartoffelstückchen, frischer Paprika und auch Brokkoli waren in einer ordentlichen Menge vorhanden. Überaus reichlich war aber auch Knoblauch darin-holla die Waldfee. Da bleibt diese Nacht keine Fliege an der Wand.
Russischen Buletten mit Knoblauch-Bratkartoffeln, dazu bunter Salat, gereicht mit 2 cl russischen Wodka
Die Russischen Buletten mit Knoblauch-Bratkartoffeln, dazu ein bunter Salat waren ganz ordentliche Kawenzmänner, ebenfalls reichlich mit Knoblauch versehen. Die Knoblauch-Bratkartoffeln heißen ja schon so wie sie schmeckten. Alles reichlich nach Knoblauch-mal was anderes. Leider waren sie zu fettig. Den Wodka bekam natürlich ich zum Trinken.
Schweinemedallions mit Tomaten-Paprika-Käse-Sauce, dazu hausgemachte Kroketten
Die Schweinemedallions mit Tomaten-Paprika-Käse-Sauce und hausgemachten Kroketten wurden auf einer heißen Pfanne serviert. Die vier Medallions medium gebraten, weich und saftig, angenehm gewürzt. Die selbstgemachten Kroketten waren mal was ganz anderes als die Convienceware die man sonst überall bekommt. Die Paprika-Käse-Sauce war vom Aussehen her ähnlich einem Letscho, aber vom Geschmack völlig anders. Der Paprika butterweich, die Soße leicht scharf und angenehm cremig. Ein leckeres Essen.
Ukrainisches Schweineschnitzel „Seljanska Vtiha“ mit Drillingskartoffeln, dazu selbst eingelegte Tomaten und Gurken
Mein Ukrainisches Schweineschnitzel „Seljanska Vtiha“ mit Drillingskartoffeln mit den selbst eingelegten Tomaten und Gurken war für mich persönlich ein kleiner Reinfall. Die Kartoffeln fest im Biss, mit herzhafter Knoblauchnote. Von den eingelegten Tomaten und Gurken war letztendlich nur jeweils ein Exemplar auf dem Teller. Die sauer eingelegte Tomate-für mich eine neue Erfahrung, aber gut. Vom Schnitzel, wenn man es noch so nennen kann, war ich herb enttäuscht. Eine hauchdünne Scheibe Fleisch, wenige Millimeter dick, mit Eipanade umhüllt. Das war von der Menge her nichts….. Und der Geschmack fehlte letztendlich angesichts der geringen Fleischstärke. Schade. Die anderen Gerichte waren gut bis sehr gut, hier beim Schnitzel gibt’s von mir nur ein mangelhaft.
Russisches Eis
Als Abschluss mussten die beiden Töchter sich dann natürlich noch ein Russisches Eis für je 3,10 € gönnen. Dies war wiederum was für´s Auge. Typisch, leckeres, sahniges russisches Eis, so wie wir es aus unserer Kindheit noch kennen. Dazu frische Sahne und geschnittene Trauben. Traumhaft…..
 
Sauberkeit:
 
Soweit war das Restaurant als auch die Toiletten gepflegt und sauber, einzig in der Tischdecke störten mich ein paar Flecken, die wohl beim Waschen nicht mehr entfernt werden konnten. Hier sollte wohl schnellstens mal die Tischdecke ausgewechselt werden.
 
Resultat:
 
Vom Namen und vom Äußeren her vermutet niemand hier eine russisch/ukrainische Küche. Das Ambiente ist verbesserungswürdig, das Essen war bis auf meines hervorragend. Die Bedienung hatte anderes zu tun als sich um uns als einzige Gäste zu bemühen. Anhand der Flyer im Lokal und der dauernd eingehenden Anrufe scheint man hier gut Geld mit russischen Abenden zu verdienen. Nach Aussage der Chefin sind an diesen Terminen sowohl Saal und auch Gaststube voll. Restkarten sind für Termine in einem Vierteljahr noch zu bekommen. Wir werden das Lokal und die Bedienung im November noch einmal testen. Genau zu solch einem Abend, aber als normale Gäste in der Gaststube. Mal sehen, ob Oleksandra dann zur Höchstform aufläuft. Und ein Ukrainisches Schnitzel werde ich definitiv nicht wieder bestellen.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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