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GastroGuide-User: PetraIO
hat Restaurant Müller in 56070 Koblenz bewertet.
vor 4 Jahren
"Endlich mal wieder: Stilvolle und feine Frischeküche im Restaurant Müller"
Verifiziert

Geschrieben am 03.04.2017 | Aktualisiert am 04.11.2018
Besucht am 24.03.2017 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 140 EUR
Seit ca. 25 Jahren kenne ich das Restaurant  Müller. Zu diesem Ergebnis kamen der Inhaber Thomas Kubernath und ich durch meine Erinnerung an die erste Speise, die ich in diesem Haus genießen durfte: Piccata Milanese.

Für den Gastronom eine Auszeichnung, wenn der Gast sich noch nach einem Vierteljahrundert an ein Gericht erinnert. Und immer wieder verfolgte ich die konstante und stetige Leistung dieses Hauses. Eine Erfolgsgeschichte mit Auszeichnung u. a. im „Schlemmer-Atlas“ und „Feinschmecker“.

Oft wollten wir in der schönen Gründerzeitvilla  wieder einkehren.

Spontan hat es nie funktioniert, das Restaurant ist trotz sehr versteckter Lage in einem reinen Wohngebiet nahe am Rhein sehr beliebt. Auch dicke Erkältungen zwangen uns schon zur Absage der Reservierung. Nun endlich konnten wir mit ein paar Tagen Vorlauf reservieren.

Früh am Abend betraten wir das Restaurant und wurden sehr herzlich begrüßt. Das Ambiente ist edel und stilvoll, ohne dabei zu steif zu wirken. Man fühlt sich einfach sofort wohl. Die Tische stehen nicht zu eng. Diese mit gestärkten Tischtüchern, Stoffservietten, frischen Blumen und Windlicht eingedeckt.

Seit ca. 30 Jahren besteht die Erfolgsgeschichte des inhabergeführte Landgasthaus Müller. Nach dem, leider viel zu frühen, Verlust seines Lebenspartners Walter Müller, hat inzwischen Thomas Kubernath dessen Job im Service übernommen und das Küchenzepter einem Koch übergeben. Sicherlich eine schwere Entscheidung. Dieses Team hat sich, wie wir feststellen durften, sehr gut eingespielt.

Den Seitenwechsel von Küche zum Service konnte ich mir schwer vorstellen. Aber wie bei allen vergangenen Besuchen wurden wir bestens umsorgt, beraten und aufmerksam bedient.

2 wechselnde saisonale Menüs, darunter zu meiner Freude immer ein kreatives Vegetarisches, sind auf der schönen Homepage einsehbar. Zusätzlich gibt es noch eine feine Speisekarte im Restaurant. Ab sofort gibt es auch ein wöchentlich wechselndes Business-Menü.

Als Aperitif nahm mein Mann gerne die alkoholfreie Empfehlung an: Ein Orangenbitter zu € 6,00. Erfrischend, sehr lecker und großzügig eingeschenkt.

Ich „durfte“ (… ja! Ich durfte mal wieder Beifahrerin sein!) ein fein-fruchtiges Glas Sekt-Cuvée, Schloss Vaux, klassische Flaschengärung zu € 6,50 genießen.

Eine Flasche regionales Brohler Mineralwasser, 0,75 l zu fairen € 5,50, gesellte sich dazu.

Das erste Appetithäppchen wurde 2erlei Brot, Sahnemousse mit Zitrone und frischem Olivenkraut, serviert.
2erlei Brot, Sahnemousse mit Zitrone und frischem Olivenkraut
Sehr fein. Die Mousse sehr gelungen und das Olivenkraut fein aromatisch dazu.

Thomas Kubernath hatte bei der  Menübestellung mitbekommen, dass wir keine großen Fleischesser sind. Beim Servieren des Amuse die Frage, ob wir hier Rinderragout vom Filetstück auf Selleriemousseline probieren möchten. Sehr aufmerksam und gerne angenommen. Das Ragout natürlich sehr zart, mit feinem und unverfälschten Schmoraroma.
Gruß: Rinderragout vom Filetstück auf Selleriemousseline

Eigentlich hatten wir uns beide das 5-Gang-Menü vorgenommen. Da das Mittagessen doch deutlich üppiger als vorgenommen und erwartet ausgefallen war, schwenkten wir (leider) um auf 3 Gänge.

Als Vorspeise wählte ich die Tagesempfehlung:
Australische rote Garnele auf Risotto mit rotem Pesto und Zucchinistreifen zu € 15,00.
Australische rote Garnele auf Risotto mit rotem Pesto und Zucchinistreifen
Ohne lange zu überlegen kann ich sagen: Es waren die 3 besten Garnelen die ich je gegessen habe. So saftig und in perfekter Konsistenz  - spitze. Das Risotto, mit bissfestem Kern, und Gemüse stand dem nicht nach. Ein Volltreffer! Sehr schön angerichtet auf einem perfekt vorgewärmten tiefen Teller.

Mein Mann blieb beim aktuellen Menü:
Mariniertes Rindercarpaccio, Tasmanische Bergpfeffercreme, getrocknete Beeren zu €  15,00.
Mariniertes Rindercarpaccio, Tasmanische Bergpfeffercreme, getrocknete Beeren
Eine kreative Interpretation des Klassikers. Die Bergpfeffercreme befand sich, dünn auf dem Teller aufgestrichen,
unter dem Carpaccio. Mein Mann war sehr zufrieden.

Ein Glas Wein durfte uns für uns zum Hauptgang sein.
Für mich vom Weingut Prinz Salm 2015er Blanc de Noir, 0,2 l - € 8,50.
Mein Mann entschied sich für einen jungen frisch-spritzigen 2016er Grauburgunder vom Weingut Scheidgen, 0,2 l – € 8,00.
Beide Weine wurden uns empfohlen – Probeschluck angeboten und sehr gerne angenommen.

Zum Hauptgang für uns beide:
Skrei-Winterkabeljau, Balsamicolinsen, Süßkartoffelpüree zu € 25,50. Eigentlich gehörte hier noch gebratene Blutwurst dazu. Auf diesen sicherlich kreativen Bestandteil der Speise wollten wir verzichten.

Nach für uns sehr angenehmer Wartezeit wurde der Hauptgang serviert, wieder auf sehr gut vorgewärmten Tellern. Dies schätze ich sehr, so kann man doch in Ruhe essen, ohne das die Speisen zu schnell auskühlen.
Skrei-Winterkabeljau, Balsamicolinsen, Süßkartoffelpüree
Jeweils ein großes Stück perfekt saftig-glasiger Skrei. Feinste (Berg?)Linsen mit Biss, zart mit Balsamico abgeschmeckt. Das Süßkartoffelpüree passte sehr gut dazu. Die dezente Würze würdigt jedem Bestandteil auf dem Teller seinen Auftritt.

Zum Dessert wieder getrennte Wege:

Eigentlich war ich mal wieder schon satt, aber musste unbedingt sein:
Gebrannte Orangencrêpes, Rosmarineis, Joghurtespuma zu € 12,00. Ein absolut krönender Abschluss!  Die zarten und hauchdünnen Crêpes, leicht karamellisiert, mit marinierten Orangenfilets gefüllt. Das Rosmarineis ein Gedicht und für mich als „Kräuterhexe“ ein absolutes Highlight. Joghurtespuma – wer will da noch Sahne?
Gebrannte Orangencrêpes, Rosmarineis, Joghurtespuma

Mein Mann mochte auch auf ein Dessert nicht verzichten.
Er wählte: Weißes Kaffee-Eis mit einer Schoko-Pralinencreme (hier habe ich mir leider nicht die genaue Beschreibung des Desserts gemerkt) € 13,00. Eigentlich gehörte hier noch gebackene Banane dazu. Aufgrund der Sättigung hat er darauf aber verzichtet. Dieses Dessert war dennoch alles andere als ein Verzicht. Das Eis wunderbar zart (hier gibt es wohl auch einen Pacojet in der Küche) mit bestem Kaffeearoma. Die Schokocreme (ich glaube Valhora-Schokolade stand auf der Karte), zart wie eine Panna Cotta, stand dem Eis nicht nach. Frische Minze, Früchte, „Baiser-Kiesel-Knusper“ - wunderbar!
Weißes Kaffee-Eis mit einer Schoko-Pralinencreme

Neben dem wunderbaren und ruhigen Ambiente gibt es selbstverständlich an der Sauberkeit nichts auszusetzen.  Die Toiletten modernisiert und mit Gästehandtüchern versehen. Gehbehindertengerecht ist das Haus nicht. Einige Stufen sind am Haupteingang zu bewältigen. Vom rückwärtigen Zugang, über die schöne Gartenterrasse (hier sitzt man im Sommer wunderbar) ist es eventuell einfacher. Aber hier erinnere ich mich nicht genau.

Rundum zufrieden machten wir uns auf den Heimweg. Leider ist das „Müller“ zu weit von uns entfernt um öfter hier zu essen. Aber so lange wie zuletzt werden wir nicht bis zum nächsten Besuch warten!
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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