Die Butterhanne
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Marktkirchhof 3, 38640 Goslar
Restaurant Cafe Wirtshaus
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GastroGuide-User: Lavandula
hat Die Butterhanne in 38640 Goslar bewertet.
vor 2 Jahren
"Historisches Wirtshaus – Nicht ganz überzeugend!"
Verifiziert

Geschrieben am 09.06.2017
Besucht am 10.05.2017 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Während unserer Bimmelbahnfahrt durch die Goslarer Altstadt wurde auch über eine besondere Spezialität von Goslar gesprochen, dem Gosebier, das seinen Namen nach dem Flüsschen Gose hat, das eigentlich Anzucht heißt. Und diese Bier-Spezialität wollte ich unbedingt probieren. Und das geht in der „Butterhanne“. Unser zweites Abendessen in Goslar sollte also hier im fast 500 Jahre alten ehemaligen Filzhutmacherhaus stattfinden, mitten im Zentrum  an der Marktkirche mit großer Außenterrasse, für die es am Abend schon wieder zu kühl.

Der Sprecher in der Bimmelbahn hatte uns auch schon über eines der heimlichen Goslarer Wahrzeichen aufgeklärt, nämlich die „Butterhanne“, nach der das Restaurant seinen Namen hat. Auf dem Außenschild ist die Butterhanne mit Butterfass und hochgezogenem Rock gut zu sehen.

Der Sprecher erklärte mit dem folgenden Spruch zur historischen Figur der Butterhanne, den man auch in der Speisekarte des Wirtshauses findet, warum der Harzer Käse so „stinkt“:
Die linke Hand am Butterfass,
die rechte am Gesäße,
so macht man hier im Harzerland
den guten Harzer Käse.
Dabei wird bei der Herstellung von Harzer Käse gar keine Butter verwendet, sondern ist ein Produkt aus Sauermilch.

Am frühen Abend bei Sonnenschein betraten wir das Restaurant und wurden sehr freundlich begrüßt. Mein erster Gedanke war: Du meine Güte, ist das dunkel hier!

In der Tat, alle Lampen brannten, denn nur die Vorderfront hat Fenster und die Räumlichkeiten ziehen sich bis weit nach hinten. Der dunkle Eindruck wird auch durch das viele dunkle Holz an Decken und Wänden und die Tische, Stühle und Bänke unterstützt.  

Allerdings wird das Ganze ein wenig aufgelockert durch die freche Sprüche zur und über die Butterhanne und nette Malereien an den holzfreien Teilen der Wände.

Wir können im vorderen, etwas helleren Bereich Platz nehmen. Alles ist etwas eng gestellt, nicht unbedingt zum Wohlfühlen.  Die Speisekarte steht schnell bereit und auf meine Frage, was das besondere beim Gosebier sei, konnte mir die Servicedame kompetent antworten:

Die Gose Gold in hell oder dunkel wird hier im Haus gebraut und ist wie das Kölsch eine eigene Biersorte, ein naturbelassenes, naturtrübes, obergäriges Weizenbier, das außer den üblichen Zutaten auch Salz und Koriander enthält. Der Alkoholgehalt beträgt etwa 4,8% vol. Und dadurch, dass die Gose nicht pasteurisiert und unfiltriert ist, kann ich unglaublich viel für meinen Vitaminhaushalt tun, denn sie ist reich an Vitaminen (B1, B2, B6, B12), Mineralstoffen und Spurenelementen. Das ist natürlich das ausschlaggebende Argument!

Und so bestelle ich für mich die dunkle Gose (0,3 für 2,40 €) und meine Freundin wie immer Mineralwasser (0,2 für 1,90 €).

Die Speisekarte bietet Frühstück ab 2,50 € inkl. Kaffee satt, selbstgemachte Kuchen und Torten, gutbürgerliche Küche, Harzer Wildspezialitäten, Speisen rund um das Bier und Steaks vom Grill sowie Saisonales, also derzeit Spargel. Und ich hatte Lust auf Steak, genauer Pfeffersteak, laut Karte „Rumpsteak (180 g Frischgewicht) an Pfefferrahmsauce mit grünen Pfefferkörnern, mit Speckbohnen und Pommes frites“ (17,90 €) und meiner Freundin war nach langer Zeit mal wieder nach „Cordon Bleu mit Mischgemüse und Pommes frites“ für 11,50 €.

Mein gut gekühltes dunkles Gosebier hat einen sehr schönen rot-braunen Farbton, den es durch ein drittes Spezial-Malz erhält, und schmeckt leicht rauchig-malzig, ist richtig schön süffig und schmeckt mir sehr gut!

Unsere beiden Gerichte lassen auch nicht lange auf sich warten. Das Cordon Bleu hat eine krosse Panade, ist recht dunkel frittiert und mit einer Zitronenscheibe dekoriert.

Das Gesicht meiner Freundin zeigt nach den ersten Bissen Unzufriedenheit. Das Fleisch sei trocken und zäh, schwach gewürzt und der Käse und Kochschinken geschmacklos. Dem Gemüse, das nach TK aussieht,  fehle es ebenfalls an Würze. Die Pommes frites seien aber in Ordnung. Sie wolle aber nicht reklamieren, denn dann müsse sei so lange auf Ersatz warten. Kopfschütteln meinerseits.

Mein Pfeffersteak (Rumpsteak) ist zwar nicht medium rare wie bestellt, aber immerhin medium,  mit genügend Röstaromen allerdings muss ich noch ein bisschen nachwürzen.

Die Qualität des Fleisches ist okay. Für mich  ist eindeutig zu wenig grüner Pfeffer in der Soße. Die Speckbohnen sind leider nur lauwarm, auch sie vertragen mehr Gewürz.

Beim Abräumen fragt die Servicedame, ob alles recht gewesen sei. Meine Freundin sagt ihr, das Fleisch sei zäh gewesen. Ihre Reaktion: Sie wolle es an die Küche weitergeben. Nichts weiter mehr. Dafür zeigt meine Rechnung 12,90 € statt 17,90 € für das Pfeffersteak, denn mittwochs ist Steak-Tag und da die Fahrkarte für die Bimmelbahn einen Gutschein über 1 € für den Verzehr in der Butterhanne enthielt, habe ich letztendlich 11,90 € bezahlt. Mehr war es aber auch nicht wert!

Wert ist es aber auf jeden Fall (zumindest für Bietrinker), das Gosebier zu probieren und zu genießen!
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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