Restaurant im Hotel Kloppendiek
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Zwillbrock 8, 48691 Vreden
Restaurant Biergarten Partyservice
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GastroGuide-User: Carsten1972
Carsten1972 hat Restaurant im Hotel Kloppendiek in 48691 Vreden bewertet.
vor 6 Jahren
"Idyllischer Landgasthof an der Grenze zu den Niederlanden"
Verifiziert

Geschrieben am 08.05.2016
Besucht am 05.05.2016 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 201 EUR
Eine Zweitagesradtour stand an am Himmelfahrtswochenende. Meine Frau und ich hatten uns als Ziel das Zwillbrocker Venn im westlichen Münsterland erwählt. Dort wollten wir für eine Nacht im Landhotel und Gasthaus Kloppendiek bleiben. Das Zwillbrocker Venn und die umliegenden Gebiete stellen ein Naturschutzgebiet erster Güte dar, und besonders die Zwillbrocker Flamingokolonie ist sehr bekannt. Das Hotel kannte ich von einigen geschäftlichen Vorbeifahrten und hatte immer die sehr idyllische Lage direkt an der Grenze registriert. Der Plan, dieses Hotel einmal als Ziel- und Wendepunkt einer Radtour zu erwählen reifte im Winter und meine Frau stimmte den Planungen zu. Wir buchten uns als für die Nacht vom Himmelfahrt auf den folgenden Freitag ein Komfortzimmer für 100 EUR inklusive Frühstück und machten uns auf den ca. 90 Kilometer langen Weg Rheine nach Zwillbrock.

Kurz vor 18 Uhr hatten wir unser Ziel erreicht. Der Gasthof liegt direkt an der Zwillbrocker Barockkirche und verfügt über einen an diesem wunderschönen Sonnentag beeindruckend gut gefüllten Außenbereich. Das Hotel verfügt über (wenn ich richtig gezählt habe) 34 Zimmer und ist somit kein kleiner Betrieb. Man sieht dem Gebäudeensemble ein paar Erweiterungsschritte über die Jahre an. Die Fahrräder können in einem Schuppen geparkt werden und wir checkten in unser Zimmer ein. Unser Zimmer war recht groß und bot ausreichend Platz und Komfort für diese Hauskategorie.

Gegen 19 Uhr hatte das Haus für uns einen Tisch (auf Nachfrage) im Innenbereich reserviert und bis dahin genossen wir die letzten Sonnenstrahlen im sehr gepflegten Gastgarten mit einem Bier.

Um 19 Uhr betraten wir den Gastraum und wurden an unseren Tisch geleitet. Das Ambiente ist mit sehr alten Balken gestaltet und strahlt eine Dielenatmosphäre aus. Die meisten Tische waren belegt. Der Service reichte uns die Karten. Die Karte ist schon sehr rustikal gestaltet, Vegetarier, Veganer und sonstige weitere kulinarischen Feingeister werden sicher weniger begeistert sein. Wir hatten 90 km Radtour hinter uns, und konnten uns ohne schlechte Gewissen den westfälischen Klassikern und sonstigen Verlockungen der Karte widmen. Auch die obligatorische Spargelkarte fehlte nicht.

Vorweg orderten wir Beide eine Suppe, meine Frau die westfälische Rindfleischsuppe, für mich aus der Saisonkarte eine Spargelcremesuppe. Beide Suppen konnten gefallen, die Rindfleischsuppe war gut gewürzt, zurückhaltend salzig und mit genau dosierter Einlage wie von meiner Frau erwartet. Auch meine Spargelcremesuppe war gut zubereitet, ohne großen Schnickschnack nur mit ein paar Spargelschnitzen aufgepeppt.

Für meine Frau sollte es zum Hauptgang Streifen vom Rumpsteak mit buntem Pfeffer in Rotweinsoße, auf Bandnudeln mit gemischtem Salat sein. Ein beeindruckend großer Teller Pasta kam zu meiner Frau. Erste Rückmeldung, dass Rumpsteak deutlich über Medium hinweg, zu viel für meine Frau. Der Pfeffer verlieh dem Gericht eine sehr scharfe Note. Meine Frau war nicht ganz zufrieden mit ihrem Gericht und schaffte es auch nicht den Teller leer zu essen.

„Zwillbrocker Stäbchenfleisch“, gegrillte Minihaxen auf Bratkartoffeln mit Krautsalat waren meine Wahl für den Hauptgang. warum das Gericht Stäbchenfleisch genannt wird, erschloss sich mir nicht, aber die servierten kleinen Haxen waren tadellos gegart und saftig. Lecker, sogar ohne jede Sauce. Gut gelungen waren die Bratkartoffeln, nicht zu fettig, mit einer kleinen Portion Speck und Zwiebeln, gut gewürzt. Besser schaff ich es bei mir zu Hause auch nicht. Sehr lecker der hausgemachte Krautsalat, das Kraut hatte noch viel frischen Biss, war gut mit einer Vinaigrette abgeschmeckt. Ein besonderer Clou waren Annanasstücke im Salat, sie verliehen dem Salat noch einmal eine besondere Note. Insgesamt ein gutes Gericht, ich war zufrieden.

Wir orderten noch einen Espresso zum Abschluss, Dessert geht bei den gebotenen Portion im Hause Kloppendiek nicht mehr. Zum Essen tranken wir einen trockenen Rheingauriesling vom Weingut FB Schönleber.

Und weil es ein so schöner Abend war, und wir noch einen letzten Rest Sonne im Gastgarten genießen wollten, bestellten wir zum Abschluss noch einen 15 jährigen Islay von Lagavullin und setzten uns mit dem Digestif zum Abschluss in den Garten.

Ausreichende Ruhe ist wahrlich kein Problem am "Ende der Welt" in Zwillbrock, und so wurde uns nach einer erholsamen Nacht noch ein bemerkenswert gutes Frühstück im Hotel geboten. Das Hotel backt alle Brote und Brötchen selbst. Ich zählte allein 8 Sorten Brot im Brotkorb, von einem klassischen Roggenbrot bis hin zu einem Bratkartoffelbrot, dazu noch verschiedene Brötchen. Das war wirklich ein Genuss. Darauf selbstgemachte Marmeladen, insbesondere eine Apfelmarmelade mit Nüssen und Cranberries war wirklich gut. Lokaler Apfelsaft und weitere lokale Zutaten machten das Frühstück wirklich besonders. Das war eines der besseren Frühstücksbuffets in meiner langen Hotelgeschichte.

Fazit: Auf Grund des wirklich sehr guten Frühstücks ist der Zimmerpreis von 100 EUR gerechtfertigt, es gibt auch eine günstigere Zimmerkategorie. Des weiteren kamen noch ca. 100 EUR an weiteren Ausgaben mit auf die Rechnung. Das Kloppendiek ist ein Landgasthof der besseren Sorte. Die Küche und der Service liegen auf diesem Niveau und erfüllen ihren eigenen Anspruch, das Frühstück ist weit über dem erwarteten und empfiehlt das Haus zur Übernachtung.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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