Wirtshaus Zur Wilden Ente
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Saarstraße 15, 66130 Saarbrücken
Restaurant Biergarten Partyservice
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GastroGuide-User: simba47533
simba47533 hat Wirtshaus Zur Wilden Ente in 66130 Saarbrücken bewertet.
vor 7 Jahren
"Gut Ding will (sehr viel) Weile haben und der Service war lausig....."
Verifiziert

Geschrieben am 10.01.2018 | Aktualisiert am 11.01.2018
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Besucht am 10.01.2018 Besuchszeit: Mittagessen 1 Personen Rechnungsbetrag: 27 EUR
"Vorwort": Jeder innerhalb meiner Familie mag Enten zu deren Lebzeiten. Wenn diese hübschen Tiere sich auf Weihern schwimmend zeigen, wenn sie am Ufer "en famille" dahergewatschelt kommen und sich auf hingeworfene Brotbröckchen stürzen. Nur (gelegentlich) verzehren mag sie ausser mir niemand. Mit Rücksicht auf meine Frau, die den Geruch gebratener Ente nicht mag, bereite ich diese Vögel auch nicht mehr in unserer Küche zu und muss, um meine Zähne überhaupt in ein Stück knusprige Ente schlagen zu können, auf Solopfaden wandeln. Und heute bot sich, nachdem meine Frau mit einem der Kinder in der Stadt zum Pizzaessen verabredet war, Gelegenheit dazu.

Fast genau auf den Tag vor zwei Jahren habe ich die "Ente" zuletzt besucht.

Ambiente: Derb und rustikal. Man muss es mögen; wer will darf sogar im vorderen Gastraum sein Essen auf Heuballen sitzend verzehren. Offenbar ist es noch nicht bis zur "Ente" durchgedrungen, dass die Advents-und Weihnachtstage Schnee von gestern sind und wir sogar einen Jahreswechsel hinter uns haben. Aber auch hier wird irgendwann der Tag kommen, an dem Osterhasen, Osterküken und Ostereier die Weihnachtsdeko verdrängen werden, dessen bin ich mir ganz sicher. Für das Ambiente drei Sterne.

Sauberkeit: Vier Sterne.

"Service": ich bin mir nicht sicher ob das heute hier Erlebte überhaupt als Service bezeichnet werden kann. Von einer Dame, laut Namensschild "Sabrina", wurde ich an einem Tisch im Nebenraum geparkt und dann meinem Schicksal überlassen. Viel Betrieb herrschte heute hier zur Mittagszeit nicht; umso unverständlicher, dass Sabrina nicht auftauchte, um meine Bstellung aufzunehmen. Wenn ich als Gast mich nach etwa knapp einer halben Stunde vergeblicher Wartezeit eigenfüssig mit der Bitte, endlich meine Bestellung abgeben zu dürfen, von meinem Tisch  aus zum Tresen bemühen muss, dann läuft etwas gründlich schief. Wenn Sabrina anstatt dem Gast freundlich gegenüberzutreten ihre Lefzen noch tiefer herunterzieht als Ihro Bräsigkeit Mutti Merkel dies bei ihren Fernsehansprachen üblicherweise tut, wirkt das nicht sehr ansprechend und wenn sie in Sachen Schnelligkeit vermutlich gegen jede  Schnecke ins Hintertreffen gerät, sollte sie vielleicht überdenken, ob Service im Gastrobereich für sie möglicherweise die falsche Wahl ist und sich gegebenenfalls nach einem anderen Betätigungsfeld, z.B. Hundesteueramt, umschauen. Denn  auch meiner Bitte um Ausfertigung der Rechnung kam sie erst nach, als ich nach zwanzig Minute Wartezeit gerade auf dem Weg zum Tresen war, um dort zu bezahlen. Aber möglicherweise ist das Problem ja schon bekannt. Auf den Tischen liegen jedenfalls entsprechende Zettel aus: "Wilde Enten gesucht! Werde als Souschef, Koch, Küchenhilfe oder Servicekraft Teil eines jungen und wilden Teams!" Immerhin liess sich die "wilde" bzw. eher fusskranke Sabrina knapp eine Stunde nach Abgabe meiner Bestellung mir gegenüber zu der Bemerkung "Ihre Ente kommt gleich" hinreissen. Die Lefzen blieben dabei weiterhin unten. Für diesen sogenannten Service kann ich nicht mehr als einen Stern vergeben und damit tue ich mich schon schwer.

Trinken und Essen: Getrunken habe ich ein helles Entenbier (0,4l EUR 3,20). Das helle wie auch das dunkle Entenbier kommt von der Sonthofener Hirsch-Brauerei und ist schmackhaft. Gegessen habe ich aus der Kategorie "Es flattert und schnattert......" die "1/2 Ente verzehrfertig zerlegt (ca. 1,3kg) mit hausgemachten Serviettenknödeln und Rotkraut" für EUR 23,50. Leider hat der Akku meiner kleinen Kamera die weisse Flagge gehisst sprich den Dienst quittiert und ist abgekackt. Zu gerne hätte ich die Schüsseln mit ihrem äusserst appetitlichen Inhalten fotografiert. Ich darf aber versichern, dass wirklich alles vom Fensten war, sowohl die Anrichteweise, der Anblick wie auch natürlich der Geschmack. Eine Kaserolle enthielt die halbe Ente in zwei Teilen, in einem Pfännchen waren die Serviettenknödel (vier Scheiben), in einem weiteren Pfännchen das Rotkraut, und dann gab es noch eine kleine Sauciere mit Entensosse Das Entenfleisch  war insgesamt rosa und sehr zart, die Entenhaut war sehr schön knusprig und die Entensosse vorzüglich. Bei den Serviettenknödeln und dem Rotkraut bin ich mir wie schon beim letzten Bericht immer noch nicht sicher ob "hausgemacht" auch "selbstgemacht" oder ob hier nur gut eingekauft und in der Küche noch ein bisschen aufgebrezelt wurde. Sicher bin ich allerdings, dass ich bei der Ente nichts Vorgebratenes und nach der Bestellung noch kurz "Fertiggestelltes" sondern originär frisch Zubereitetes bekommen habe. Für diese formidable halbe Ente und die Beilagen gebe ich gerne viereinhalb Sterne. P.S. Selbst ich als "guter Esser" tat mich bei dieser Portion schwer  und hätte am liebsten mit einem Enten-Grappa nachgespült, was ich aber angesichts des bereits konsumierten Entenbieres gelassen habe.

Preis-/Leistungsverhältnis: angemessen. Vier Sterne.

Fazit: Essen und Trinken sehr gut, der Service abschreckend. So oder so, bis zum nächste Besuch wird wieder viel Wasser die Saar hinunterfliessen. Für das Gesamtpaket vergebe ich angesichts der schwachen Serviceleistung nicht mehr als dreieinhalb Sterne.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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