Schlossbrennerei Tegernsee
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Schloßplatz 1, 83684 Tegernsee
Restaurant Biergarten Ausflugsziel
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GastroGuide-User: Hanseat1957
hat Schlossbrennerei Tegernsee in 83684 Tegernsee bewertet.
vor 3 Jahren
"Auch im Schloss, aber die ruhige Alternative für bayerischer Küche"
Verifiziert

Geschrieben am 04.08.2017
Besucht am 03.08.2017 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 52 EUR
Allgemein:

Das ehemalige Kloster Tegernsee dominiert die Stadt Tegernsee in mehrerlei Hinsicht. Der große Bau  beherbergt das Gymnasium Tegernsee, das Herzoglich Bayerische Brauhaus Tegernsee, die Pfarrkirche St. Quirin und die Gemächer des Max Emanuel Ludwig Maria Herzog in Bayern (deswegen auch Schloss Tegernsee) und zwei gastronomische Betriebe. Einmal das noch zu besprechende Bräustüberl und die Schlossbrennerei. Essen, Trinken, Beten, humanistische Bildung und der leibhaftige Glanz des einstigen Königshauses – mehr geht nicht!

In der Schlossbrennerei herrscht nicht der beeindruckende Aufgalopp wie im Bräustüberl und durch die exquisiten Destillate der eigenen Brennerei hebt man sich ab vom (nur) Zünftig-Deftigen im Bräustüberl, aber ohne abzuheben.
So könnten die am Donnerstagabend beobachteten Gäste der Schlossbrennerei ebenso gut im Bräustüberl sitzen. Aber mit Kinderwagen oder für das Zwiegespräch unter Freundinnen oder Kollegen ist die ruhigere Atmosphäre der Schlossbrennerei besser geeignet.

Auch in der Schlossbrennerei ist das Preis-Leistungsverhältnis sehr gastfreundlich und setzt die bisherigen Viersternebewertungen locker fort!

Die Homepage http://www.schlossbrennerei-tegernsee.de/seiten/restaurant.html zeigt schöne Fotos der Schlossbrennerei. Die Speisekarten werden als sehr primitive Scans angeboten, die Getränke hingegen nicht, trotz der namensstiftenden Destillate.

Service:

In der Schlossbrennerei sind es jüngere Männer, die die Tische bedienen. Ihre Garderobe ist im Landserjargon eine Art Räuberzivil. Ein oder zwei Trachtenelemente weist die Garderobe auf, aber spätestens bei den Turnschuhen oder dem ausgelatschten sonstigen Schuhwerk hört es auf. Sie verrichten ihren Job ohne einen Anflug von Humor mit Minimalfreundlichkeit solide. Die Speisen wuchtete ein Koch aus der etliche Meter entfernten Küche auf die Terrasse.
Die ordentlich besuchte Terrasse hatten die drei Kellner gut im Griff und die Wartezeiten waren kurz (Getränke) respektive kommod (Speisen).

Solide Pflichtausübung quittiere ich bekanntlich mit drei Sternen.

Auch in der Schlossbrennerei kann der Durst günstig gelöscht werden. Das klassische Hell als Halbe von der Brauerei nebenan kommt auf 2,95 €, naturtrüb als Zwickl-Bier wird ein Aufschlag hin zu 3,30 € fällig. Mineralwasser 0,75 l kostet 5,50. Die drei offenen Weine haben für das Viertel den Einheitspreis 4,90 €.

Essen:

Wir haben die Schlossbrennerei mit Lust auf bayerische Schmankerl aufgesucht. So begannen wir mit Obazda (7,40 €) und der Rinderbrühe mit Pfannkuchenstreifen, Röstzwiebeln und Leberspätzle (5,20 €).

Der Obazda war klassisch mit Camembertanteil zubereitet. Die damit verbundene Käseschärfe gefiel mir sehr, meiner ständigen Begleiterin noch ganz gut. Dazu gab es sehr schön kümmeliges Stangenrogenbrot mit einer noch leicht knusprigen Kruste. Zusammen für 7,40 € sicherlich kein Schnäppchen, aber qualitativ und geschmacklich lobenswert.

Kein Lob verdiente meine Suppentasse. Nur warm und voller Einlage. Geschmacklich dominant leider die Röstzwiebeln, hart an der Grenze zum Angebrannt-Bitteren. Die Leberspätzle bildeten die unterste Schicht und waren wenig eindeutig oder meine Geschmacksnerven waren da schon von den Röstzwiebeln blockiert.

Nicht ganz bayerisch dann das Holzfällersteak mit Wedges, Sour Cream und Krautsalat (13,40 €). Von der Portionsgröße her durchaus für körperlich arbeitende Menschen geeignet. Die Wedges waren knusprig und das Nackensteak gar noch leicht rosig und mit der Kräuterbutter sehr gefällig.

Ich bekam Zweierlei vom Schein mit Semmelknödel und Kartoffel-Gurkensalat. Der Kartoffel-Gurkensalat nach der süddeutsch-schlonzigen Methode zubereitet und leicht säuerlich und erfrischend. Der Semmelknödel gefiel zur üblichen, dünnen, aber würzigen Bratensoße.

Das Schweinerne bestand aus einer Scheibe Rollbraten mit rescher Kruste und einer Scheibe Kassler mit geriebenem Kren. Der Rollbraten war der eindeutige Gewinner. Kassler im Sommer ist nicht meins, wie ich feststellen musste, vielleicht kalt und sauer angemacht.

Auch meine Portion sehr ordentlich.

Von den vier Sternen, die ich gerne gebe, wenn es gschmackig war, ziehe ich die Suppe als Ausfall ab und hier im Text sollen es 3,75 Sterne bei feinerer Abstufung sein.

Ambiente:

Angesichts des sommerlichen Wetters saßen alle Gäste auf der gut durch eine Hecke abgegrenzten Terrasse, die mit sehr soliden Biergartengarnituren möbliert ist (eine Hälfte klassisch mit Stühlen, die andere mit Bänken mit Rückenlehnen). Unter großen Sonnenschirmen sitzt man geschützt vor Sonnenbrand und leichtem Regen.
Im Innenbereich erwartet einen klassisches Kreuzgewölbe, weiß gestrichen. Das Mobiliar und die Wandtäfelung sind in hellen Holzfarben gehalten. Alles macht einen hochwertigen Eindruck. In einem der Räume bildet die Destillerie den Blickfang. Auch die Toiletten sind sehr gelungen, passend zum Gesamteindruck.

Sauberkeit:

Sehr gepflegt.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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