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GastroGuide-User: Minitar
hat Restaurant Moro in 80469 München bewertet.
vor 7 Monaten
"Bei Papa Schmid vor der Haustüre"
Verifiziert

Geschrieben am 11.08.2020
Besucht am 08.08.2020 2 Personen Rechnungsbetrag: 13 EUR
Auf einen Absacker (oder zwei) starten wir am frühen Abend von unserer Unterkunft noch mal nach downtown München. Allein die Tram ist schon so proppevoll, dass einem die Lust zu bummeln oder zu flanieren bereits auf der Fahrt vergeht. Die halbe Welt scheint grad Urlaub in Bayern zu machen… Im Vorüberfahren zeigt sich mitten im Glockenbachviertel ein nettes, auf den ersten Blick ganz unspektakuläres Ecklokal mit einladendem Augustiner-Bräu-Schild und etlichen Tischen und Stühlen vor der Türe. An der nächsten Haltestelle springen wir spontan raus.
Was wir erst für eine Kneipe gehalten haben, entpuppt sich selbstbewusst als Restaurant mit dem Namen „Moro“. Im gediegen gehaltenen Innenbereich lockern warme Terracottatöne und grossformatige Gemälde das einfache Wirtshausmobiliar auf. Vor den Fenstern überquellende Blumenkästen mit roten Geranien. Draussen sitzt man auf Bänken und Holzstühlen ganz unkompliziert mitten im Geschehen, direkt an der Kreuzung Müller- / Papa-Schmid-Strasse. Wer Papa Schmid war, weiss Google: Josef Leonhard Schmid (1822-1912), der Gründer des Marionettentheaters gleich um die Ecke. Aber auch sonst lässt man hier die Puppen tanzen. Wie von einem Logenplatz lässt sich von unserer Outdoor-Sitzreihe das Strassengeschehen bestaunen: müde Passanten, sportive Radfahrer, stylishe Kinderwagen, aufgemotzte Cruiser, mutige Rollerfahrer in der gesamten bunten Vielfalt einer Megacity. Besser könnte Kino oder Theater auch nicht sein.

Wir erhalten die Standardkarte (mit bayrischen Grundnahrungsmitteln und diversen Schnitzelvarianten), blicken aber auch auf die derzeitigen Sondergerichte, die auf einer Schiefertafel annonciert werden: einiges mit Thunfisch, Wasabi, Mango und asiatischen Anklängen. Klingt verlockend, wenn man denn Hunger hätte. Doch bei uns dominiert der Durst. Wir konsumieren ein Helles (4,20 Euro), ein Weissbier (4,30 Euro), ein Rotweinschorle (5,30 Euro). Wie immer überraschen die bajuwarischen Dimensionen. Das Schorle fasst einen halben Liter und wird formschön in einer Karaffe gereicht, dazu ein passendes Stielglas. Als Schwabe, der mit bauchigen Vierteleshenkelgläsern sozialisiert wurde, freut man sich schon über solche Kleinigkeiten. Leider isst keiner um uns herum, so dass wir keinen Blick auf eine der angebotenen Speisen werfen können. Dafür schämen wir uns schon bald, vielleicht doch der eigentlichen Klientel den Platz weggenommen zu haben. Denn nach einer Weile und einigen süffisanten Blicken vom Nachbartisch herüber dämmert es uns endlich: das Moro ist eine angesagte Gay-Kneipe. Glücklicherweise sehr aufgeschlossen, mit superfreundlicher Bedienung und einer weltoffenen Aura. So können wir den Abend entspannt ausklingen lassen.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
keine Wertung
Ambiente
Preis/Leistung


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NoTeaForMe und 5 andere finden diese Bewertung gut geschrieben.