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GastroGuide-User: Jenome
einen Beitrag zum Fichtestube in 01877 Rammenau geschrieben.
vor 5 Jahren
"Neue Wirtin in der Rammenauer Fichtestube"

Geschrieben am 16.03.2016
In der Fichtestube hat jetzt Bianca Mai das Sagen. Ein Wechsel ohne Schließzeit.

Das Auge isst mit. Zu 40 Prozent beeinflusst dieses Sinnesorgan die Beurteilung dessen, was uns in welcher Form auch immer kredenzt wird. Diese Zahl aus einer Studie hat es Bianca Mai angetan. Nicht nur deshalb wird sie Salate als Salatbowls, also in einer essbaren Schüssel, anbieten. Ab Mittwoch ist die 51-Jährige die neue Pächterin der Fichtestube in Rammenau. Die gelernte Köchin bringt einige Berufserfahrung mit. Am Kochtopf sowieso, aber ebenso im Cateringservice und in der Küchenleitung. In den Bereichen arbeitete sie lange Jahre. Und doch beginnt mit diesem Mittwoch für Bianca Mai ein ganz neues Leben. Denn ab sofort ist die bisherige Angestellte ihr eigener Chef. Die Radebeulerin startet mit der Fichtestube in die Selbstständigkeit.


Den Wunsch dazu hatte sie seit Längerem, erzählt sie. Und auch, dass sie deshalb schon eine Weile nach etwas Eigenständigem gesucht habe. Sie wurde hellhörig, als sie durch einen Kollegen erfuhr, dass die Fichtestube in Rammenau frei wird. Aus den Räumen lasse sich viel machen, sagt Bianca Mai. Auch deshalb habe ihr das Ambiente der Fichtestube sofort gefallen. Deren bisheriger Betreiber René Snelinski hatte das Restaurant 15 Jahre erfolgreich geführt. Er wollte jedoch mehr Zeit für seine Familie und sich deshalb beruflich verändern. Die Übergabe ging nahtlos vonstatten. Bis Sonntag führte René Snelinski die Geschäfte, Montag war Inventur mit Schlüsselübergabe. Den regulären Ruhetag am Dienstag nutzte Bianca Mai für die letzten Vorbereitungen. Am Mittwoch folgt nun der heiße Start. So reibungslos hatte sich auch die Gemeinde Rammenau als Verpächterin des beliebten Lokals den Übergang gewünscht. Ohne Schließzeit. 

Drei weitere Bewerber

Aber so ganz ohne Stress ging es hinter den Kulissen wohl doch nicht ab. Nachdem die Gemeinde die Betreibung des Restaurants samt Festzimmer und Biergarten ausgeschrieben hatte, bewarb sich Bianca Mai Mitte Dezember. Zunächst als einzige Interessentin. Etwas später gesellten sich dann doch noch drei andere Bewerber hinzu. „Da war schon ein bisschen Skepsis da“, erinnert sich Bianca Mai. Doch nachdem alle Kandidaten im Gemeinderat ihre Konzepte vorgestellt hatten, fiel die Entscheidung recht schnell. In der ersten Februarhälfte bekam Bianca Mai den Zuschlag. Da wurde es mit der Vorbereitung ziemlich eng. Etwas mehr Zeit dafür hätte sich die neue Wirtin schon gewünscht. Zumal bei den Behörden nicht sofort alles glattging. „Durch die jahrelange Berufserfahrung bin ich Stolpersteine gewöhnt. Da muss man das Beste daraus machen“, erklärt sie. Dankbar ist sie, dass René Snelinski sie einige Tage „mitlaufen“ ließ, dass sie sich bei Veranstaltungen die Abläufe anschauen konnte. Zwei Mitarbeiterinnen hat sie übernommen. Und dazu viele nützliche Tipps und Kontakte, die der bisherige Gastronom seiner Nachfolgerin mit auf den Weg gab, ihr so den Beginn erleichterte.

Bianca Mai freut sich, dass sie jetzt starten kann. Das Fahrrad will sie, wie sie selber sagt, aber nicht neu erfinden. Soll heißen, sie wird „nicht alles umkrempeln“, sondern Bewährtes beibehalten. „Das Haus ist ja gut eingeführt“, begründet sie. Einige Veränderungen wird es aber doch geben. So bleiben zwar der Ruhetag und die Öffnungszeiten bestehen, der Küchenschluss aber wird nach hinten auf 22 Uhr verschoben – und wer länger bleibt nicht rausgeschmissen. Zum Anrichten der Speisen hat sie etliche neue Ideen. Eben, um es anders zu machen als ihr Vorgänger und damit Abwechslung auf die Teller zu bringen. Denn bekanntlich isst das Auge ja mit. Was die Speisekarte selbst angeht, da hielt sich Bianca Mai bis zuletzt noch sehr bedeckt. „Die Gäste sollen neugierig bleiben“, so ihr Kommentar.

Abendveranstaltungen geplant

Erweitern will sie das Angebot an Veranstaltungen. Tanzabende, Kabarett, ein Alleinunterhalter für die Leute, die hier leben, nennt sie als Schlagworte. Wenigstens eine Abendveranstaltung im Monat sei ihr Ziel. Aber natürlich müsse man erst einmal schauen, was da geht. Den Saal dafür kann die frisch gebackene Unternehmerin von der Gemeinde Rammenau mieten. Fortsetzen möchte Bianca Mai die Zusammenarbeit mit Busunternehmen. „Wenn das Haus voll ist, wird die Aufregung schon von ganz alleine kommen“, sagt sie. Bisher halte die sich jedenfalls in Grenzen. Die Freude über den Start überwiege eindeutig. Der dürfte mit den Reservierungen für Familienfeiern und Reisegesellschaften um einiges leichter ausfallen als ohne diese. Die Termine dafür sind gesichert. Und für ihren Osterbrunch gibt es ebenfalls die ersten Reservierungen. 

(C) SZ BIW Constanze Knappe


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