Zurück zu Restaurant im Mercedes-Benz Museum
GastroGuide-User: Minitar
hat Restaurant im Mercedes-Benz Museum in 70372 Stuttgart bewertet.
vor 1 Jahr
"Auf Ledersitzen wie im 200er Mercedes"
Verifiziert

Geschrieben am 14.02.2019
Besucht am 13.02.2019 3 Personen Rechnungsbetrag: 23 EUR
Das Stuttgarter Daimler-Benz-Museum dürfte die höchsten Besucherzahlen der Museumsregion haben – und auch die internationalste Klientel. Für einen Besuch des spektakulären Gebäudes mit sieben ineinander verschlungenen Ebenen sollte man mindestens einen ganzen Tag veranschlagen. Das macht durstig, hungrig und müde. Ein Abstecher in die hauseigene Gastronomie lässt sich also kaum verhindern, sollte geradezu fest eingeplant werden.

Nachdem der bisherige Gastronomiebetreiber Michael Braun einmal quer über die Strasse zum VfB-Clubrestaurant gewechselt ist, das er nun nach einem kompletten Relaunch seit 19. Januar 2019 sehr erfolgreich betreibt, zeichnet sich jetzt das V&K Tailor Made Catering verantwortlich, ein Zusammenschluss von Feinkost Käfer und dem holländischen Vermaat (offenbar der Branchenführer der holländischen Museumgastronomie). Mangels anderer Alternativen sind wir nur allzu gewillt, eine notwendige Stärkungspause vor Ort einzunehmen.

Das Bistro liegt in der Eingangsebene des Museums. Leider müssen die Museumsbesucher für eine kulinarische Rast einmal komplett auschecken und auch ihren Audioguide abgeben. Macht nix – man kann sich jederzeit mit einem Eintrittsticket wieder in den Ausstellungsbereich beamen. Das Ambiente wirkt auf den ersten Blick recht futuristisch und abgehoben, inmitten silberner Boliden und einigen Skulpturen von Max Bill. Hat man jedoch erst mal Platz genommen, fühlt man sich auf der halbrunden, mit hellbraunem Leder bezogenen Sitzlandschaft so sicher wie im 200er Mercedes aus Familienzeiten. Es lassen sich sogar bequeme Armlehnen herunterklappen. Über allem schweben riesige Leuchten wie Heiligenscheine.

Bestellt wird an der properen, sehr übersichtlichen Theke. Kleinigkeiten nimmt man sofort mit an den Tisch, den Rest bringt auch gern der Service, der übrigens ganz selbstverständlich abräumt. Das Personal zeichnet sich durch grosse Entspanntheit und Freundlichkeit aus, keiner wirkt gestresst oder unkonzentriert. Das gastronomische Angebot ist den Bedürfnissen und Wünschen der internationalen Klientel angepasst, von Pastrami Sandwich bis Pastel de Nata, von schwäbischen Wibele bis Pulled Pork Panini, von diversen Salatvariationen bis zu Tiramisu. Falls es zu Verständigungsschwierigkeiten kommt, hilft man sich schon mal untereinander, aber auch das Servicepersonal parliert mehrsprachig.

Wohl aufgrund der trockenen Luft trinkt man hier sehr gerne ein Rothaus Pils (2,90 Euro) oder ein Hefeweizen (3,90 Euro) oder einen Milchkaffee (3,50 Euro). Unsere Wahl fällt sehr profan auf einheimische Brezeln (1,80 Euro für das Stück), einem mit Käse und Grünzeug belegten Albweckle (4,80 Euro) und einem süssen Aprikosen Croissant. Dazu Cappuccino (3,50 Euro) und Cola light (3,50 Euro für die Halbliterflasche). Die sehr trockenen Brezeln mit den extrem dünnen Ärmchen wirken arg verhungert, dafür ist das Albweckle allergikergeeignet aus Dinkelmehl gebacken und grosszügig belegt. Leider gibt es im Publikumsbereich weder Pfeffer- noch Salzstreuer. Der überaus freundliche Servicemann organisiert uns aber extra eine Pfeffermühle aus der Küche. Zum Kaffee kann man sich nach Belieben Milch- und Zuckerportiönchen ausfassen.

Sowohl die Theke als auch die Sitzbereiche sind extrem sauber und tipptopp gepflegt. Der Service trägt regelmässig benutztes Geschirr und Gläser zusammen, räumt auf, sorgt für Ordnung – aber sehr relaxed und unaufgeregt. Die nächsten Toiletten liegen ebenerdig nur wenige Meter entfernt, auch sie in allerbestem Zustand. Weitere Toiletten sind auf demselben Stockwerk bei den Garderoben zu finden. Für Kinder steht ein Kinderstuhl bereit. Wer Interesse an regionalen News hat, kann in den ausliegenden Ausgaben der Stuttgarter Zeitung oder den Stuttgarter Nachrichten blättern. Das Bistro hat dienstags bis sonntags von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Es kann auch jederzeit von Externen besucht werden, was ich am Nachbartisch beobachtet habe, wo offenbar ein geschäftliches Treffen stattfand.

Fazit: interessantes Ambiente mit bodenständigem Snack-Angebot und überaus freundlichem Service.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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