Lehrer Lämpel
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Hauptstraße 67, 76879 Bornheim (Pfalz)
Restaurant Biergarten Ausflugsziel
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GastroGuide-User: Keeshond
hat Lehrer Lämpel in 76879 Bornheim (Pfalz) bewertet.
vor 3 Jahren
"Pfälzisch gutbürgerlich zum Karfreitag"
Verifiziert

Geschrieben am 01.04.2018
Besucht am 30.03.2018 Besuchszeit: Abendessen 8 Personen
Karfreitag in der Pfalz, was soll es an diesem Feiertag zum Essen geben – klar Rumpsteak.
Schwiegervater hat die ganze Familie zum Essen eingeladen, Ziel war das Lehrer Lämpel mit hauptsächlich regionaler, pfälzer Küche in Bornheim, aber auch Vegetarier werden hier fündig. Wohlgemerkt nicht das Frankfurter Bornheim sondern das Pfälzische mit dem Hauptsitz der „yippie ya ya yippie yippie yeah“ Baumarktkette. Bornheim ist eine Ortgemeinde der Verbandsgemeinde Offenbach, nein, wiederum nicht Hessen, sondern an der Queich im Landkreis Südliche Weinstraße mit ca. 1500 Einwohnern.
 
Das Lehrer Lämpel liegt im Zentrum von Bornheim direkt an der Hauptstraße, beheimatet in einem der typischen Häuser wie man sie in den Orten der Pfälzer Weinstraße immer wieder findet. Neben dem in zwei Bereiche geteilten Restaurant mit ca. 60 Sitzplätzen bietet das Lehrer Lämpel bei gutem Wetter noch einen Außenbereich für ca. 40 Personen am Lehrer Lämpel Brunnen. Ausreichend Parkplätze findet man in der näheren Umgebung.
 
Den Gastraum betritt man über drei Stufen und durch einen kleinen Vorraum. Zur rechten Hand der kleinere Gastraum für rund 20 Personen, linke Hand der Hauptgastraum mit der Theke und Platz für ca. 40 Gäste. Hellbeige Fließen, helle Wände, Tische aus hellem und Stühle aus dunklerem Holz mit rötlichen Kunstledersitzfläche schaffen eine angenehme Atmosphäre, die dunkleren Fensterschals passten zum Gesamteindruck. Unser Tisch für sieben Personen war an diesem Abend mit roten Tischläufern, Kerzen, Blumen, Papierservietten und Besteck eingedeckt. Die Dekoration des Gastraumes mit Bildern, Pflanzen und Osterschmuck freundlich und nicht überladen. Motive von Max & Moritz dürfen im Lehrer Lämpel natürlich nicht fehlen. Getrübt wurde das atmosphärische Gesamtbild nur von der doch recht lautstarken Gruppe gehobeneren Alters am Nebentisch. Wenn man im Gespäch mit dem Gegenüber mehrfach nachfragen muss, weil man sich nicht verständigen kann und am Nebentisch dann noch ein Handyvideo in voller Lautstärke abgespielt wird sollten manche Gäste vielleicht ihr Verhalten überdenken. Zum Glück hatte dieser Spuk irgendwann ein Ende. Für das Ambiente 3*** ohne die „Schreihälse“ jetzt mit einfließen zu lassen.
 
Vom Service wurden wir nett empfangen und an unseren Tisch gebracht. Der Service war freundlich und kompetent, es wurde freundlich nach den Getränken gefragt, Fragen zu Gerichten beantwortet,  die Essen zeitgleich serviert und auch der Getränkenachschub funtionierte reibungslos. 3,5*** zwar nicht mehr aber auch nicht weniger.
 
Bei einer Gruppe von acht Personen gehe ich jetzt nur auf die Gerichte von meiner Frau und mir ein, die restlichen Personen am Tisch inklusive unserer beiden Jungs waren mit ihren Gerichten aber zufrieden und selbige sahen auch gut aus, also die Gerichte bevor jetzt wieder Nachfragen kommen.
 
Als Vorspeise wählte meine Frau eine Kartofelsuppe mit Belugalinsen ( € ?,?? ), für mich sollte es die Leberknödelsuppe ( € 4,00 ) sein. Wie waren die Einzigsten die eine Vorspeise gewählt hatten, da alle Hauptspeisen zeitgleich serviert wurden musste der Rest der Gruppe dementsprechend etwas warten. Von der Konsistenz her war meine Frau mit ihrer Kartoffelsuppe zufrieden, Geschmack nach Kartoffeln, bissfeste Kartoffelstückchen und Linsen und kleine Suppengemüsestücke in einer Suppe die genügend sämig war ohne an einen Eintopf zu erinnern. Leider, leider begleitete die Suppe ein viel zu hoher Salzanteil und schon schrumpft der Gesamteindruck auf 2,5**.
 
Meine Leberknödelsuppe kam in einer mir noch so servierten Form an den Tisch und damit meine ich nicht die Form der Suppentasse. Bis jetzt kannte ich den Leberknödel nur in seiner runden Gesamtform, hier war der Knödel schon vorab in mehrer Stücke zerteilt worden.

Lehrer Lämpel Leberknödelsuppe

Ungewöhnlich zwar, dem Geschmack des Knödels tat das aber keinen Abbruch. Locker fluffig mit einem schönen Aroma, wenn nicht selber gemacht dann doch ein guter Zukauf beim heimischen Metzger des Vertrauens. Aber auch hier ein Wehmutstropfen, die Rinderbrühe hatte wie auch die Kartoffelsuppe zu viel Salz abbekommen. Nein, nicht der Geschmack von Überwürzung durch Fertigpülverchen, einfach zuviel Salz. Das konnte dann auch der an sich gute Leberknödel nicht mehr retten, auch hier nur 2,5***.
 
Als Hauptgänge wählten wir karfreitagstypisch zweimal Rumpsteak, für meine Frau die 170g Variante ( €11,50 ) mit Bratkartoffeln ( € 3,00 ), für mich die mittlere, 220g Version ( € 13,50 ) mit Pommes ( € 3,00 ). Eigentlich hatte sich meine bessere Hälfte für die pikante, südamericanische Sauce entschieden, die auf Nachfrage erwähnten Kapern in der Soße ließen sie dann doch auf die Kräuterbutter umschwenken.

Lehrer Lämpel Rumpsteak mit Kräuterbutter

Und was macht man(-n)? Klar, die Rolle rückwärts und wählt nicht die Kräuterbutter sondern aus Neugierde die südamericanische Sauce.

Lehrer Lämpel Rumpsteak mit südamerikanischer Soße

Beide Rumpsteaks waren wie gewünscht medium gebraten und zart und entgegen den Suppen ausgewogen gewürzt, die Bratkartoffeln schön angebräunt mit ein wenig Zwiebeln, die Pommes knusprig, das hat gepasst. Die Petersiliendeko auf beiden Teller brauche ich persönlich nicht unbedingt. Die Kräuterbutter anstelle der südamericanische Sauce war sicherlich die besser Wahl. Nein, nicht das diese Variante schlecht war oder nicht geschmeckt hatte, mich ließ diese nur etwas ratlos zurück. Tomatensugo, Oliven, Kapern und einige Maisstücke. Ich kann ja falsch liegen aber wo ist hier bis auf die Maisstückchen Südamerika? Mediterran würde es besser umschreiben, pikant aber immer noch nicht, obwohl die Soße im Geschmack jetzt nicht langweilig war, aber unter pikant stelle ich mir doch etwas anderes vor.
Alles in allem aber jeweils 3*** für die beiden Hauptgericht. Im Schnitt würde das 2,6 Punkte, also 2,5** ergeben, das wäre mir aber zu hart und ungerecht. Übersalzen ist nicht versalzen, ansonsten hätten wir die Supen ja zurückgehen lassen können, deshalb auch 3***.
 
Beim Punkt Sauberkeit gab es im Gastraum nichts zu kritisieren, alles gut gepflegt und sauber, 4****.
 
Beim PLV wird es etwas schwierig da wir eingeladen wurden. Wenn ich zu den verzehrten Speisen jetzt ebenfalls nach der Karte auf der Homepage noch zwei Gewürtztraminer 0,25l a € 3,00 und ein Paulaner Pils ( 0,5l / € 3,50 ) addiere komme ich auf € 48,50 ), da kann man nicht wirklich meckern. Ohne die übersalzenen Suppen wären es beim PLV 4**** geworden, so aber leider nur 3***, ein Gang fiel leider bei uns beiden deutlich ab.
 
Das Fazit unseres Besuches kann nur lauten:
3 – wenn es sich ergibt wieder – vielleicht bei schönem Frühlingswetter draußen am Brunnen des Namensgebers.
(1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder - nach "Küchenreise").
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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