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GastroGuide-User: Kiwikatze
hat Maharadscha in 37073 Göttingen bewertet.
vor 5 Jahren
"Empfehlenswerter Inder in Innenstadtnähe"

Geschrieben am 21.01.2015
Besucht am 15.01.2014
Allgemein
Gegen 18.30 Uhr traf ich mich mit meiner Freundin vor dem 'Neu Dehli'. Wir entschieden und gegen einem Abend in schönen Ambiente und wollten unbedingt indisch essen gehen. Das "Neu Dehli" sagte uns nicht zu. In näherer Umgebung gibt es nur zwei gute Inder. Also los, mal wieder ins "Maharadscha". Da waren wir lange nicht und Essen, Ambiente und PLV stimmte. Wir wurden nicht enttäuscht, auch wenn der Service etwas aufmerksamer hätte sein können. Das "Maharadscha" kann ich neben dem "India Haus" guten Herzens für Liebhaber der indischen Küche empfehlen.

Bedienung
Beim Eintreten wurden wir vom Kellner hinter der Bar nebenläufig begrüßt und auf Nachfrage durften wir selbst einen Zweiertisch wählen. Das geht freundlicher!

Sobald wir und gesetzt hatten, wurden auch schon flugs die Getränke aufgenommen und die Karten gereicht. Wir hatten ausreichend Zeit, um in Ruhe unsere Speisen zu wählen, auch das Timing des Servierens der verschiedenen Gänge war den ganzen Abend über gut.

Wir hatten also Spätburgunder bestellt und eine Flasche Sprudelwasser. Das Wasser wurde zwar eingeschenkt, jedoch gab es keinen Wasserkühler. Schade! Vorher war auch nicht gefragt, ob es Sprudel oder Still sein sollte. Der Wein wurde schon geöffnet an den Tisch gebracht. Nun folgte die obligatorische Frage, wer denn Probieren möchte. Ich verwies auf meine Freundin und schwupps waren beide Gläser schon bis zum Eichstrich voll. Wir waren etwas verdattert, Probieren ließ man uns ja nicht. Entweder richtig oder sein lassen! Das war wohl der größte Fauxpas, den ich seit langem im Weinservice erlebt habe.

Die ausschließlich männliche Servicebrigade war schwarz gekleidet und fleißig bemüht dem immer voller werdenen Gastraum Herr zu werden. Dabei waren alle immer freundlich, aber erschienen mit der Gästeanzahl etwas überfordert. Mit dem Abend ließ leider die Serviceleistung weiter nach, trotzdem wurde immer gefragt, ob es denn geschmeckt hätte. Empfehlungen gab es natürlich nicht. Hier müsste  besser geschult werden, damit man sich noch besser beraten fühlt. Zum Ende unseres Abends wurden die Dessertschälchen viel zu lange nicht abgeräumt, obwohl kaum noch Gäste vor Ort waren. Störend!

Ich sehe ein, dass der Laden an diesem Abend brummte, jedoch erwarte ich etwas mehr Aufmerksamkeit. Zumindestens waren alle immer freundlich und fleißig.

Das Essen
Die Dessert- und Getränkekarte befindet sich auf dem Tisch und ist übersichtlich. Gerade für Weinliebhaber findet sich leider nicht so viel Auswahl. Wir sind ja eher einfach gestrickt und wählten Sprudelwasser 0,7 zu 5,50 € dazu eine Flasche Spätburgunder zu 15 €. Mögen wir, trinken wir wieder. Ich spare mir jetzt das  Bouquet oder Ähnliches zu beschreiben...wir wollen ja Niemanden zum Lachen bringen.

Die Speisekarte kann vorher auf der Homepage schon gut eingesehen werden oder man nimmt sie als Flyer mit. Wir wollten es und gut gehen lassen und starteten - wie üblich - beide mit einer Suppe:

Saag-Ka-Shorba (Spinatsuppe mit frischem geriebenen indischen Käse)  zu 4,50 €

Jhinga Shorba (Garnelensuppe mit frischem Koriander und Kokosnuss) zu 4,00 €


Ich wollte mich mal was trauen und wählte Spinatsuppe. Soll ja auch gesund sein,ne? Ich werde sie nicht noch mal bestellen. Spinat mag ich zwar sehr und er war auch warm und schmeckte gut, aber dieser gescholzene Käse darin. GIbt es indischen Schmelzkäse? Fürchterlich! Vielleicht das Ganze ohen Käse bestellen? Ich fand es okay, aß es pflichtbewusst auf und amüsierte mich über meine Freundin, die das Gesicht verzog und mir beipflichtete bei meiner Vermutung, dass ein Käsestückchen in vormals gelbglänzender Verpackung seinen Weg in meine Vorspeise gefunden haben musste. 3 Sterne

Die Garnelensuppe war sehr lecker, sogar der Koriander war mir nicht zu dominant und gut abgestommt mit dem intensivem Kokosgeschmack. Meiner Freundin mundete es auch, sie konnte allerdings auch nur eine dicke Garnele (in der Mitte schwimmend) finden.

Als Hauptspeise wählten wir beide "klassisch" Huhn: ich mild, sie scharf zubereitet.

Chicken Tikka Masala (Hühnchenbrustfilet in gewürztem Safran-Joghurt mariniert, im Tandoori-Ofen gegrillt, anschließend mit Paprika, Zwiebeln, Tomaten, Ingwer und Gewürzen in Soße) zu 13,50 €

Chicken Jahlfrezi (Hühnchenbrustfilet mit Gemüse, Zwiebeln, Paprika, Tomaten, Knoblauch und Ingwer ind scharfer Curry-Soße)zu 12,50 €

Reis für zwei Personen

Mein Magen war zwar durch die Suppe und das Brot mit Kümmel (weiteres Gesichtverziehen meiner Freundin) ein wenig beruhigt, aber mich quälte immer noch der Hunger. Das Brot war übrigens ganz okay, aber hätte ich nicht so einen Hunger gehabt, wäre es stehen geblieben.

Die Portionen reichen im "Maharadscha" übrigens durchaus aus, um später noch eine Doggybag mitzunehmen. Hätte mir das doch jemand während meines Essenwahns gesagt. Für zwei Personen bekommt man eine große Schüssel Reis und einen Korb mit Naanbrot als Beilage gereicht. In kleinen Metallaufstellern mit Teelicht darunter wurden unsere Hauptgerichte serviert. Die Gerichte lassen sich so auch gut in größerer Runde teilen. Mir gefällt diese in Deutschland eher weniger verbreitete Geselligkeit gut.

Mein Hühnchen Tikka Masala war zart, mild und schwamm in ausreichend schmackhafter Soße. Die perfekt gegarten Gemüsesorten unterstrichen den Geschmack. Gut und solide! 4 Sterne

Das Chicken Jahlfrezi meiner Freundin durfte ich auch probieren und war direkt froh, dass ich es nicht gewählt hatte. Vielleicht habe ich sehr lange nicht scharf gegessen oder ich bin zimperlich geworden. Mir reichte der Probierhappen, ich hätte es nicht essen können, so scharf war es. Lecker, aber für mich nicht wählbar. Ich frage mich immer noch, wie dann wohl indisch scharf gewesen wäre???

Rund und glücklich beendeten wir Gang Nummer zwei und haderten noch  mit uns, ob wir und denn auch am Nachtisch versuchen sollten.

Nach angemessener Pause und mehr Rotwein konnten wir uns dann doch dazu erbarmen eine klitzekleine Mangocreme zu 3,50 € und Schrikand (Joghurt mit Safran, Kardamom, Muskatnuss, Nelken mit Honig, gesüßt) zu 3,50 € zu bestellen. Hier sei einmal auf die perfekt portionierte Nachspeise hingewiesen. Beide Desserts sind mächtig, aber so gerade noch für einen weiteren Gaumenkitzler ausreichend ( naja, schon ein wenig mehr). Mich freuten die frischen sehr aromatischen Mangostückchen in meiner Creme, der Joghurt schmeckte natürlich auch wieder hervorragend. Ich bin jedoch nicht so ein Muskat, Nelken oder auch Kardamomfreund. 5 Sterne

Insgesamt haben wir bis auf eine anfängliche Suppe, die nicht nach meinem Geschmack war, einen wunderbaren kulinarischen Abend verbracht. Hier würde ich auch mal experimentieren. Der volle Gastraum spricht für die gute Küche!

Das Ambiente
Ein Samtwindfang hält an der EIngangstür den Wind ab und führt dazu, dass man erstmal den schweren Vorhang beiseite ziehen muss, um das "Maharadscha" zu betreten. Die Fotos geben recht gut wieder, wie das Restaurant eingerichtet ist: klassisch indisch, gemütlich mit warmen Farben, aber nicht überladen oder kitschig. Eine frische Blume, eine rote Kerze sowie eine einlaminierte DINA5 Dessert- und Getränkekarte steht auf jedem Tisch, der mit blütenweißer Tischdecke eingedeckt ist. Die Stühle sind rot bezogen, dazu passend eine dunkelrote Tischdecke, darauf eine weitere weiße Tischdecke und passende rote Papierservietten. Die Vasen passen wiederum zum metallernen Geschirr, das mit jedem Gang serviert wird. Die Lampen heißen bestimmt "Goa" bei IKEA und machen auch den etwas Begriffsstutzigen unter uns klar, dass sie sich jetzt beim Inder befinden. Mir gefällt das Ambiente hier gut, genau das, was wir uns für unseren gemütlichen Abend beim Inder gewünscht haben. Sehr schön auch, dass die Rechnung in einem kleinen Holzkästchen gebracht wird. Schon letztes Mal gefiehl mir diese Art des Abkassierens sehr gut. Hier macht sich jemand Gedanken, damit sich die Gäste wohl fühlen! Vielleicht können MItbewerber ja mal hier essen gehen und sich etwas abschauen...

Sauberkeit
Geschirr, Besteck und Gläser wirkten sauber. Die Toiletten sind etwas älter und ob es wirklich sauber war mag ich nicht zu bestimmen. Für jede Dame mit einer Konfektionsgröße jenseits von 40/42 wird es sehr eng auf den zwei Toiletten, auch Klaustrophobiker sollten eher woanders für kleine Mädchen gehen. Auf den Damentoiletten befinden sich selbstgemalte Bilder aus dem Kamasutra (siehe Bild), ich war verwirrt und wusste nicht so recht, was ich davon halten sollte. Deshalb nur 3 Sterne.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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