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GastroGuide-User: Huck
hat Heidsmühle in 54531 Manderscheid bewertet.
vor 5 Jahren
"Gutes Essen in idyllischer Umgebung"

Geschrieben am 26.01.2015 | Aktualisiert am 26.01.2015
Besucht am 09.09.2014
Das Tagessoll ist abgewandert, der Hunger meldet sich. Wir, sechs Wandersleut’, haben in der Heidsmühle Zimmer gebucht. Was liegt näher, als dort auch zu Abend zu essen?

Das Ambiente
Die Heidsmühle ist Hotel, Restaurant und Café in einem. Sie liegt idyllisch, abseits jeglichem Verkehrsgetöses in einem bewaldeten Tal am Ufer der Kleinen Kyll. Gäste auf der großen Terrasse hinter dem Haus blicken auf mehrere Teiche mit Forellen und anderen Fischen in einem Parkgelände, ein kleiner See mit Schwänen und Enten schließt sich an den großen Parkplatz vor dem Haus an.
Tischhohe beigefarbige Holzbrüstungen lassen den Gastraum optisch dreigeteilt erscheinen. Im ersten Teil mit einem gemütlichen alten Kamin am Eingang und im zweiten Teil, der auch für Buffets genutzt wird, warten vorwiegend Vierertische auf Gäste, der hintere Teil ist ein großer Saal mit Sechser- und Zweiertischen, in dem auch Busgesellschaften mühelos Platz finden. Die augenscheinlich nicht mehr ganz junge Möblierung und Ausstattung ist in hellen Farben gehalten, vorwiegend Beigetöne. Wir sitzen an einem Sechser-, dem Stammtisch, neben dem Kamin. Eine Busgesellschaft belegt den Teil des Saales mit den Sechsertischen.

Der Service
Zwei freundliche Damen bedienen uns. Wir erleben sie den Abend über als schnell und hilfsbereit und vor allem: Der Service geht auf Sonderwünsche ein, worüber noch näher zu berichten sein wird.
Die nach zirka 18 km Wanderung bitternötigen ersten Durstlöscher stellen uns die beiden Damen trotz Busgesellschaft zügig auf den Tisch: Eifeler Landbier (3,50 € der Halb- und 2,40 € der Drittelliter) und Mineralwasser (3,80 € der Dreiviertelliter).
Mit einem dem Durst korrelierendem Hunger studieren wir …

die Speisekarte,
die als Einstieg etliche Suppen, Ziegenkäse- und Forellenvorspeisen empfiehlt.  Bockwürstchen, Fleischkäse, Spiegeleier oder Strammer Max werden offeriert. Vegetarier wählen aus vier Hauptgerichten, aber auch aus Salattellern. Etliche Forellengerichte, aber auch Hering, Lachs und Zander sollen dem Fischliebhaber schmecken. Natürlich fehlen nicht die üblichen Fleischgerichte wie Schnitzel, Filets und Steaks vom Rind und vom Schwein, hier allerdings angepriesen mit einer regionalen Herkunftsgarantie. Und wer wie zu Omas Zeiten essen will, der bestellt sich den Döppekooche mit verschiedenen Beilagen.

Wir wählen
– 3 x Rinderfiletsteak mit Kräuterbutter und Schmorzwiebeln, grünen Bohnen, Pommes frites und gemischtem Salat (je 22,50 €),
– 2 x Schweineschnitzel Wiener Art mit Pommes frites und gemischtem Salat (je 9,90 €),
– 1 x zwei geräucherte Forellenfilets mit Sahnemeerrettich und (ursprünglich Toast und Butter, die aber im wahrsten Sinne gastfreundlich ohne Aufpreis und wie selbstverständlich ersetzt werden durch) Bratkartoffeln(12,50 €) und einem zusätzlichen gemischten Salat (2,50 €).

Ein Gruß aus der Küche bleibt aus, stattdessen kommen zügig die ...

Beilagensalate.
Sie schmecken knackig und frisch, wie man es im Eifeler Land erwartet. Der Möhren- und Krautsalat auf dem Teller ist mit Essig und Öl angemacht, der Blatt- und Gurkensalat hat ein Sahnesaucendressing. „Lecker!“, sagen alle Sechs, als sie den Teller leer haben.

Doch soweit ist es noch nicht, als schon …

die Hauptspeisen
auf den Tisch kommen.
Die Rinderfiletsteaks mit Kräuterbutter und Schmorzwiebeln, grünen Bohnen und Pommes frites werden von drei Wanderlustigen als hervorragend bewertet. Das Fleisch ist auf den Punkt gebraten, zweimal medium und einmal „medium plus“. Man muß offensichtlich in die Heidsmühle fahren, um diesen Gargrad zu erfahren: nicht medium, nicht „durch“, eben dazwischen, also „medium plus“. Die Pommes frites sind heiß und knusprig, die grünen Bohnen sind mit Speck umhüllt. Dennoch fehlt ein wenig Salz, aber hier läßt sich ja nachsalzen, so daß sie dann gut schmecken. Die Kräuterbutter schmeckt, die Schmorzwiebeln hätten auch ein wenig Würzung mehr vertragen können.

Die Schweineschnitzel Wiener Art sind saftig, die dazu gereichten Pommes frites sind knusprig. Alles schmeckt gut.

Die zwei geräucherten Forellenfilets schmecken sehr gut. Daß sie zur Spezialität des Hauses zählen, merkt man sofort. Sie werden optisch ansprechend serviert, schmecken wirklich nach „geräuchert“ und sind professionell filettiert. Die Bratkartoffeln werden reichlich dazu gereicht. Allerdings hätten sie weniger mehlig und stattdessen knuspriger sein können, und ein paar Speckbröckchen hätten geschmacklich auch nicht geschadet.

Ein ...

Dessert
darf für unsere wanderlustigen Leckermäuler nicht fehlen. Der Coupe Danmark und der Nuß-Genuß schmecken sehr gut, möglicherweise weil sie — wie angepriesen — aus Bauernhofeis hergestellt werden — frei von Konservierungsstoffen, Farbstoffen und künstlichen Aromen. Den Tippelbrüdern, die auch flüssigem Nachtisch zugetan sind, schmeckt der Doppelwacholder.

Die Sauberkeit
Gastraum, Tische, Geschirr, Besteck, alles ist sauber. Die Toiletten sind auch sauber, aber … es müffelt. Es müffelt nach Feuchtigkeit und Klo. Schade, denn sauber sieht es aus.

Das Preis-/Leistungsverhältnis
Das Preis-/Leistungsverhältnis ist gut. Die Heidsmühle ist kein Gourmetrestaurant, aber das, was auf den Tisch kommt, schmeckt und ist den Preis wert.

Das Fazit
Bedient wird man gut, also vier Sterne. Das Essen bekommt auch die vier Sterne, einem Wert, der sich als Durchschnittsnote aus den teilweise hervorragenden Komponenten wie den Forellen und den Rinderfiletssteaks, den als „in Ordnung“ befundenen Bratkartoffeln und dem Rest ergibt. Ambiente und Preis-/Leistungsverhältnis bewerten wir mit vier Sternen, die Sauberkeit wegen des Müffelgeruches auf der Toilette gerade noch mit vier Sternen.
Insgesamt also glatte vier Sterne. Für uns kommt eine Wiedereinkehr in der Heidsmühle in Frage.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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