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GastroGuide-User: Carsten1972
hat Weinstube Brand in 76833 Frankweiler bewertet.
vor 3 Monaten
"Der Bib in Frankweiler....."

Geschrieben am 25.03.2019 | Aktualisiert am 25.03.2019
Besucht am 23.03.2019 Besuchszeit: Mittagessen 4 Personen Rechnungsbetrag: 85 EUR
Was diese rustikale Weinstube samt nettem Innenhof so beliebt macht? Hier ist es gemütlich und unkompliziert, die Gastgeber sind sympathisch und man kocht schmackhaft und frisch. Es gibt z. B. "geschmorte Schulter vom Wildkaninchen auf Cassisrotkraut". Das Wild stammt von befreundeten Jägern aus der Region. - die MICHELIN-Tester

Das sagt der französische Reifenhersteller in seinem roten Büchlein über die Weinstube Brand in Frankweiler, und auch zwei Kollegen hier aus der Community waren Berichtsmäßig schon vor Ort, den sie mit gemischtem Urteil wieder verließen.

War mir aber alles nicht bewusst, als ich vor diesem Torbogen stand, zum dem uns eine Visitenkarte geführt hatte, die uns Regine Minges in Flemlingen übergeben hatte.

Doch von Anfang an, die jährliche Frühlings-Weineinkaufstour in der Pfalz war in diesen Jahr für den 23. und 24. März geplant und so waren am frühen Samstagmorgen meine Frau, ein befreundetes Pärchen und ich mit dem PKW von Rheine aus gen Süden gestartet, um den Kofferraum mit guten Tropfen zu füllen. Es ging Weingutmäßig zuerst zum südlichsten Haltepunkt, nach Leinsweiler, um bei Familie Siegrist einzukaufen. Von Leinsweiler dann wieder in Richtung Norden nach Flemlingen zu Familie Minges. Um halb Zwölf standen wir vor dem wunderschönen Gutshaus mitten in Flemlingen und Mutter und Tochter Minges nahmen uns in Empfang. Im Laufe der nächsten Sunde genossen wir auf der sonnigen Terrasse mit lauten Gänsegekreisch wieder die Produkte aus dem Minges'schen Weinkeller. Dann kam das Gespräch auf unsere mittlerweile knurrenden Mägen und weil bei Minges immer ein Wohlfühlpakte mit Familienanschluss serviert wird, war Ruckzuck ein Tisch bei der uns bis dato unbekannten, aber heiß empfohlenen Weinstube Brand arrangiert per Telefon. Über den Mittag wurden wir verabscheidet mit den Worten: ...wenn sie zurück kommen ist die Bestellung fertig zum einladen in den Kofferraum!

Die liebste Beifahrerin der Welt lenkte uns mit knappen Ansagen die 5 Kilometer nach Frankweiler und mit Glück fand sich ein Parkplatz direkt vor der Tür. Nach ein paar Schritten standen wir vor oben beschriebenen Tor und sahen den Aushang ein.

Geht man durch die Tür im Tor, gelangt man in einen langen, schmalen Innenhof.

Wir wurden in Empfang genommen mit den Worten "sie sind die Herrschaften, die Frau Minges angekündigt hat?", da konnten wir nur nicken und die Frage nach einem Tisch draußen bejahen, es war ein schöner Frühlingstag mit blühenden Mandelbäumen in der Pfalz. Wir nahmen Platz und das Tagesangebot wurde uns neben den Tisch gestellt.

Getränke, Wein, Wasser und Tee, waren schnell bestellt und wurden auf dem Tisch serviert.

Dann ging es an die Auswahl eines Mittagessen. Meine Frau und ich waren uns sehr schnell einig, der Saibling von der Tageskarte sollte es sein.

Saibling auf Artischocke, Fenchel und rotem Reis verkündete die Karte. Und der servierte Teller konnte die Erwartungen der hungrigen Weineinkäufer aus dem Münsterland rechtfertigen. Fisch auf den Punkt kross auf der Hautseite gebraten, saftig-glasig im Inneren, besser geht nicht. Dazu ein Pfannengemüse aus Artischockenböden und Fenchel. Ich liebe Artischocke und leide sehr darunter, dass ich im heimischen Münsterland nur sehr dürftige Qualitäten kaufen kann, bzw. die im elterlichen Garten angepflanzte nur sehr begrenzt verfügbar ist. Zusammen mit Fenchel und Reis ein sehr gutes Mittagsgericht.

Auf der anderen Seite des Tisches war eine Vorspeise problemlos zum Hauptgericht geworden, Ricotta-Mais-Ravioli auf Portweinschaum.

Eigentlich serviert mit Garnelen, wollte unsere Tischgenossin das pur haben, auch das kein Problem. Krustentieraroma war sicher in der Sauce, ebenso waren in Portwein geschmorte Zwiebeln Bestandteil. Das vierte Gericht an unserem Tisch etwas herzhaft pfälzischer.

Blut- und Leberwurststrudel mit Kartoffel-Meerrettich-Püree, Kraut und Trauben. Sehr regionale Zutaten, verführerisch serviert. Beide Gerichte wurden gelobt. Insgesamt war das ein sehr schmackhaftes Mittagessen in der Weinstube Brand. Kaffee und Espresso schlossen das Mahl ab.

Danach ging es zurück in die Bachstraße in Flemlingen, und die bereit gestellte Bestellung wurde in den Kofferraum verladen.

Zum Glück bestelle ich immer praktische Autos mit großem Kofferraum. Nachdem die beiden Damen noch eine Rüge von Tochter Minges erhalten hatten, weil der so dringlich empfohlene Nachtisch in der Weinstube Brand nicht mehr bestellt wurde, verließen wir Flemlingen Richtung Deidesheim, wo wir den restlichen Tag und die Nacht verbringen wollten.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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