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GastroGuide-User: Shaneymac
hat Merscheider Schützenhaus in 42699 Solingen bewertet.
vor 4 Wochen
"Lockdown Chronicles „Ajvar Edition“: Wer die Physalis nicht ehrt…."
Verifiziert

Geschrieben am 28.03.2021 | Aktualisiert am 30.03.2021
Besucht am 26.03.2021 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 50 EUR
…ist das Schnitzel nicht wert? Vielleicht, zunächst einmal aber zur Einstimmung ein paar Worte zum erneuten Ausflug in die hiesige Balkan-Grill-Szene. Das „Merscheider Schützenhaus“ ist das Vereinsheim des traditionsreichen Merscheider Schützenvereines und erfreut sich - dem Hörensagen nach - dank solider Schnitzel- und Balkanküche großer Beliebtheit über die Grenzen des Stadtteils hinaus.
 
Das spiegelt sich auch in der - in letzter Zeit von mir gelegentlich erwähnten - aktiven wie liebenswürdigen Facebook Gruppe zur „Corona-“-Unterstützung Solinger Geschäfte und Restaurants wieder.
 
In Kombination mit der in der Lieferkarte (http://www.merscheiderschuetzenhaus.de/wp-content/uploads/2021/02/A5-Karte-MSH-2021-Februar.pdf) prominent enthaltenen Bitte, sein Essen doch bitte in den sozialen Medien zu teilen, hatte man dort teilweise das Gefühl, dass wenn Außerirdische unseren Planeten besuchen und aufgrund jener Facebook-Gruppe die Menschheit beschreiben würden, sie zu dem Urteil kämen, dass jene sich ausschließlich von paniertem Schweinefleisch mit frittierten Kartoffelstäbchen und verschiedenen Tunken ernährt.


 
Das war dann teilweise kurz davor, ins extrem Nervige abzudriften, andere Lokale agieren da wesentlich bescheidener und verfügen auch nicht über eine treue Facebook-Fanbase, die jeden Beitrag zum Restaurant verlässlich abfeiert, selbst wenn im Post ein Foto von fünf frittierten Tannenzapfen prangen würde; so nicht nur mein Eindruck nach einigen Wochen Gruppenmitgliedschaft.
 
Aber das eine hat mit dem anderen ja nicht viel zu tun, vielleicht ist es ja auch ein Fall von „koch gut und sprich drüber“ bzw. „lass drüber sprechen“ dachte ich mir und Vorverurteilungen aufgrund von Fotos sind fast immer unfair, Zeit also der immensen Beliebtheit auf den Grund zu gehen und meine Balkan-Trilogie nach den Berichten zum "Gasthof Löhdorf" und dem "Landgasthaus Zur Post“ heute vorerst abzuschließen.
 
War da nicht noch was? Doch, „Basti’s Restaurant“! Diesmal gab es allerdings keine skurrilen Zufälle sondern nur das Pech, dass mir die löblich kleine, aus nur vier Gerichten bestehende Wochenkarte diesmal so gar nicht zusagte, masel tov aber auch, but stay tuned!
 
Nun war es aber höchste Zeit für 0800-SCHNITZELEXPRESS und den überfälligen Anruf beim Solinger Schnitzelkönig….

 
| Bestellung & Lieferung |
 
Nachdem meiner letzten Balkanbestellung im Gasthaus Löhdorf ja wie erwähnt anfänglich am Telefon der charmante Zauber eines rustikalen KGB-Verhörs innewohnte („Name?“, „Wo hin?“, „OK, was zu essen?“) war man hier doch von Beginn wesentlich freundlicher, aufgeschlossener und grundsympathisch redselig, ohne dass man sich im Ansatz „vollgetextet“ fühlte. Ein sehr netter junger Mann nahm die Bestellung entgegen und versicherte, dass die gewünschte Lieferung gegen 20:45 Uhr kein Problem sein würde.
 
Und so sollte es auch sein, fast auf die Minute pünktlich brachte ein höflicher und nicht minder freundlicher Herr mittleren Alters dann routiniert verpackte, warme Speisen.
 
Vier Dinge fielen spontan auf: Die Sauce zum Schnitzel kam separat (super!), den Parmesan zur Pasta hatte man bereits vor Ort auf diese gegeben (WTF?), die Crêpes kamen doch mit Vanillesauce obwohl ich ausdrücklich nur Himbeersauce bestellt hatte (naja, es gibt Schlimmeres…) und eine Physalis scheint hier selbst bei einem Mettigel zum guten Ton zu gehören (sehr, sehr drollig!):
 



mehr zum roten "wie bei Mutti"-Kreis im Text...

 
Zeit für das freitägliche Tellerquartett, ich verbrannte mir ungeschickt wie immer fast die Finger am vorgewärmten Porzellan und mit leicht knurrendem Magen ging es zügig in Richtung Esstisch…
 
 
 
| Vorspeisen |
 
Brot mit Aioli – 4,00€
Pasta Bolognese – 11,00€
 
2017 Barbera, Poderi Luigi Einaudi Az. Agricola, Dogliani (CN), Piemont, Italien
 
Als Vorspeisen-Fetischist hat man es momentan nicht leicht im Schützenhaus, zu sehr konzentriert sich die Lockdown-Karte auf die Balkan-Grill Kernkompetenzen Schnitzel und die typischen Grillgerichte.
 
Daher kann man momentan nur zwischen „Brot mit Aioli oder Zaziki“ sowie „Bruschetta“ wählen. Da letztere allerdings mit Zwiebeln kommen verzichtete ich gerne darauf, Bruschetta mit Zwiebeln hat für mich geschmacklich mehr von Tomatensalat auf Brot und ich mag es so gar nicht.
 
Das Brot entpuppte sich als angeröstetes, warmes, in der Krume bemerkenswert fluffiges Pita-Brot, das uns gut schmecken sollte.

Brot

Die Aioli machte einen hausgemachten, wenn auch sehr mayonnaisigen Eindruck, etwas mehr Knoblauch-Wumms hätte ich ihr zwar gewünscht, grundsätzlich sollte auch sie ihren Zweck erfüllen.

Aioli
 
Nur ihre Menge warf Fragen auf, die kleine Mini-Cazuela auf dem Foto hat einen Durchmesser von ca. sechs Zentimetern, somit konnte jeder ca. drei Mal dippen, dann war es auch schon vorbei, für vier Euro hätte man hier schon etwas großzügiger sein dürfen.
 
Mangelnde Großzügigkeit in Sachen Menge dürfte sicherlich nicht zu den Problemen der Pasta Bolognese gehören, die ich spontan als Vorspeisen-Ersatz zum Teilen aus den Hauptgerichten wählte; der gelieferte Teller (s.o.) wog gefühlt fast ein Kilo.

Pasta Bolognese
 
Beim Schnitzel erzählte man mir vorab stolz, dass man die Saucen immer getrennt liefere, somit war das Thema „Parmesan“ für mich vorerst erledigt, als man mir sagte „Parmesan ist dabei“.
 
Auf die hochgradig abwegige Idee, diesen nicht separat zu liefern sondern ihn quasi auf der Anfahrt in der Packung auf der Pasta schmelzen lässt, wäre ich niemals gekommen und sollte in dieser Hinsicht für eine sehr unglückliche Optik sorgen – hatte ich etwa gratinierte Nudeln gewollt?
 
Was noch auffiel, war die schon optisch nach „wie bei Mutti“ aussehende, erfreulich fleischlastige und unwässerige Soße, deren Textur fast schon an ein eingekochtes Ragù erinnern sollte, man beachte auf obigem Bild den von mir rot eingekreisten Gehacktes-Brocken, der beim Berühren zerfiel und von denen es einige geben sollte, ich liebe solche Hausmannskost-Details.
 
Das hatte geschmacklich eher wenig mit einer Bolognese zu tun, die gerne kochende Freunde italienischer Küche landläufig schätzen wenn sie u.a. begeistert vom perfekten Soffritto fabulieren.  
 
Nein, es ist eher die eingedeutschte Variante, mit hauchzartem Nachhall in Richtung einer fertigen Gewürzmischung, die – sehr - entfernt an den bei Kindern so beliebten Tütengeschmack erinnern sollte, ohne dass ich unterstellen möchte, dass dies hier eine lieblos zusammengerührte Convenience-Geschichte war, was definitiv unfair und falsch wäre.
 
Aber, und jetzt kommt ein großes aber: 90% der Gäste, die hier einfach ohne Bella Italia Bla-Bla einen glücklich machenden Teller Nudeln mit Hackfleischsoße im Balkan-Grill erwarten, werden mit diesem Gericht nichts falsch machen.
 
Wenn ein 10-jähriger einen solchen Teller bei der Mutter seines besten Freundes erhält und man gemeinsam nach dem Fußballtraining mit der Familie isst, sorgt so etwas zu Recht für zufriedene Gesichter in den allermeisten Fällen.
 
Und ich gestehe, dass es mir in Kombination mit den auf den Punkt al dente (getrocknete Pasta eignet sich dann doch eher zum Liefern als Pasta fresca) gegarten Tagliatelle gut geschmeckt hat, ich würde es sogar nochmals bestellen, wenn ich in leicht infantiler Teller-Laune bin.
 
Die Portion übrigens so absurd groß, dass wir uns das Ganze am nächsten Abend nochmals aufwärmen und als Teil des Abendessens verwenden konnten, das Tellerfoto der Pasta stellt also ca. 20-25% der Gesamtportion dar - in Kombination mit dem unglaublichen Fleischanteil ein sicher mehr als faires Angebot zu diesem Preis.
 
Eigentlich hatte ich überlegt, zum Grillteller später ein schönes Bier zu trinken und meinen Pfälzer Freund mit einer weiteren Flasche Ichnusa, dem von ihm geliebten sardischen Kultbier, neidisch zu machen, zur Pasta wollte ich aber nicht ohne Wein leben.
 
Der herrliche Barbera aus dem Piemont sollte eine gute Wahl darstellen, vollmundig mit kraftvollen Aromen roter Beeren und gut eingebundenem Barrique, wuchtig aber auch sehr elegant, eine Menge Weinglück zu für brauchbares Italien abseits von Primitivo und Doppio Passo moderate 18 Euro, im Internet ggf. günstiger.

2017 Barbera, Poderi Luigi Einaudi
 
 
 
| Hauptgerichte |
 
Grillteller – 16,00€
Champignonrahm-Schnitzel – 12,00€
 
Wie bei der Pasta habe ich mich beim Grillteller etwas darüber geärgert, ihn nicht gewogen zu haben. Besonders wenn man bedenkt, dass die Pommes frites von Schnitzel und Mixgrill separat gepackt wurden, war dies eine immense Portion. Besonders der Djuvec-Reis war in Unmengen unter dem Fleischberg vorhanden, auf dem Tellerfoto befindet sich nur ein Bruchteil dieser Menge.

Grillteller

Eine klassische Kombination von Hacksteak, Putensteak, Rindersteak, 2 Cevapcici und Speck mit Höhen und Tiefen.
 
Gut gefielen mir die Cevapcici und das Hacksteak, beherzt gewürzt und nicht zu trocken, prima. Das Rindersteak bestand genau genommen aus zwei separaten Stücken, einem kleinen Stück Hüfte, rosa gebraten und lecker, aber auch einem Stück, das an eine Filetspitze erinnerte aber derart zäh und trocken war, dass man es leider kaum essen konnte.
 
Das Putensteak hätte ich nicht gebraucht, zumal ich Pute aufgrund der meist schrecklichen Zuchtbedingungen nicht esse, sofern ich den Betrieb nicht persönlich kenne, aber es war mir auch rein genusstechnisch viel zu trocken geraten und die kurze Wartezeit im Ofen bei geschlossenem Deckel der Verpackung war hierfür sicher nicht verantwortlich.
 
Der Bacon bestand aus dünn geschnittenen Scheiben, wie man ihn vom Frühstücks-Speck aus der Packung kennt. Manche Scheiben wunderbar knusprig und resch, man schien aber eine ganze Lage in die Pfanne geworfen zu haben und manche Scheiben hatten sich nicht getrennt und pappten in Dreier- oder Vierer-Paketen aneinander, sodass dort nur die äußeren Exemplare hinreichend aufknusperten.
 
Das fand ich etwas schade, auch mag ich den Speck beim Balkan Grill gerne etwas rustikaler, in dickeren Scheiben und von kräftigem Eigengeschmack, dies hier war mehr die perfekte Begleitung zum Rührei, auch wenn Bacon aus der Pfanne grundsätzlich natürlich immer gut schmeckt.
 
Ich liebe Djuvec-Reis, fragt nicht warum, auch wieder so ein Kindheits-Ding, dass diese Küche für mich pure honigsüße Nostalgie bedeutet habe ich ja schon oft erwähnt.
 
Dieser hier war gut gegart, weder pampig noch mit deplatziertem spürbarem Biss und auch die Zusammenstellung und Verarbeitung des Gemüses passte. Was ich allerdings gar nicht mochte, war seine extreme tomatige Süße, die – auch wenn sicher nicht enthalten! – frappierend an einen leicht verdünnten Ketchup erinnern sollte, da fehlte mir das leicht salzig „gemüse-brühige“ im Abgang doch sehr.
 
Wie schon bei der Aioli war man auch hier etwas geizig mit dem Ajvar, dieser teilte sich bei der Lieferung sein ohnehin schon kleines Schälchen mit den obligatorischen rohen Zwiebeln, selten gesehenes nettes Detail: ein kleines Stück eines milden Ziegenkäses; die Peperoni jedoch stammt aus dem eigenen Glas. 

Die Beilagensalate kamen mit einem gefälligen Honig-Senf-Dressing und überzeugten mit einer frischen Plücksalat-Mischung und der Tatsache, dass diese jeweils lediglich nur einen Euro Aufpreis zu einem der Hauptgerichte kosten, mehr als fair! 


 
 
Madame hatte ich unter dem Deckmantel des treusorgend mitdenkenden Lebensgefährten das Champignonrahm-Schnitzel aufgeschwatzt, ich hatte keine Lust auf Schnitzel aber ein Testen dieser inklusive einer der ausdrücklich hausgemachten Soßen war heute schließlich erste Bürgerpflicht.

Champignonrahm-Schnitzel
 
Das per Schmetterlingsschnitt behandelte, trotzdem immer noch recht dicke Schnitzel hätte mit seiner Größe sicher auch in einem texanischen Steakhouse respektvolle Blicke geerntet, die Panierung hingegen mag ich persönlich dann doch erheblich luftiger, dennoch war es definitiv in der Pfanne gebraten wie ein kurzer Blick auf die untere Seite bestätigte.
 
Das Fleisch selbst recht saftig und mit gutem Eigengeschmack, ein gutbürgerliches Schnitzel wie man es landauf landab erhalten kann und nicht enttäuscht wenn man persönliche Vorlieben mal ausblendet.
 
Die Sauce hätte gerne noch etwas üppiger ausfallen dürfen, die recht kleine Menge hatte gegen diesen Trumm kaum eine Chance. Geschmacklich auch hier im Abgang ein leichter Hauch gekörnter Brühe, das geht sicher noch etwas solider und ohne diese oder Vegeta.
 
Aber auch hier wieder ein großes aber: Auch hier werden 90% der Gäste sagen, für 12 Euro ein sehr schönes Champignonrahm-Schnitzel erhalten zu haben und das kann ich in Relation zum Preis und dem, was man in einem solchen Haus erwarten kann durchaus teilen.
 
Und eines will ich ganz klar sagen: mit dem Convenience-Horror, den ich in der letzten Balkan-Bestellung  bei einer Vorspeise so abstrafte, hatte dies hier wenig zu tun. Das hier konnte man mit Appetit essen und nach einem Schützen-Trainingsabend wird es zu Recht treue Stammesser geben.
 
Die Pommes frites übrigens sehr schön, auch nach dem Warmhalten noch hinreichend knusprig und mit schönem Biss ohne pappig geworden zu sein, auch dank des von der Küche mit einer Gabel durchlöcherten Deckel des Styropor-Behälters, gut mitgedacht!
 
 
 
| Dessert |
 
Crêpes mit Vanillesauce – 4,90€ (+Himbeersauce extra ohne Berechnung)

Crêpe (halbe Portion)
 
Wie bereits erwähnt, hatte man die Abbestellung der Vanillesauce verschludert, was aber kein allzu großer Beinbruch war. Ich hatte gelernt, diesmal bestellte ich nur eine Portion um nicht wie beim letzten Mal mit ganzen vier massigen Pfannkuchen-Prügeln zu enden.
 
Zunächst dachte ich auch, man habe die Himbeersauce ganz vergessen, diese fand sich aber noch in einem kleinen Schälchen in der Verpackung.
 
Eigentlich hatte ich gedacht, man bestreicht die Crêpes mit der Himbeersauce –konfitüre etc. aber diese kamen solo und wurden mit der Vanillesauce nappiert.
 
Die Himbeersauce wie einen Klecks Ketchup neben den Crêpe zu geben fand ich unschön, Zeit für dadaistisches Bauerntheater auf dem Teller, der renommierte Großmeister des feingeistigen Platings auf Drei-Sterne-Niveau spielte lässig mit seinem unerschöpflichen Talent auf: Dialog von Frucht und Vanille auf teigigem Fundament. Ein Meisterwerk der visuellen Metaphorik, sphärengleich tummeln sich die fruchtigen Himbeer-Akzente dort verspielt auf feinem Backwerk, ein Teufelskerl, dieser Shaneymac!
 
So, mein Therapeut hat mir gerade auf den Hinterkopf gehauen um mich ins Hier und Jetzt zurückzuholen, weiter geht’s: Durch das „Nicht-Bestreichen“ waren mir die Crêpes etwas zu trocken geraten, was die begleitenden Saucen nur bedingt kompensieren konnten, zumal die Himbeervariante sehr dick geraten war und eher – im positiven Sinne – wie ein festes, intensives Püree wirkte.
 
Würde ich daher so eher nicht wieder bestellen, auch weil der Eigengeschmack des Teiges nicht so gut war, wie in den anderen beiden Balkan-Restaurants der letzten Wochen, ein Reinfall war aber ganz sicher auch nicht, das möchte ich betonen.
 
 
 
Auf dem Sofa angekommen vermisste ich etwas dieses sündige, knoblauchgeschwängerte Koma-Gefühl, das einen nach einem Abend im Balkan-Grill gerne überkommt, diesen hatte man nur sparsam verwendet, nicht das einzige was mir heute etwas fehlte, aber abgeliefert hatte man auch und nicht nur in Sachen Menge; und damit endlich zum…..
 
 
 
Fazit
 
Höhen und Tiefen und ich muss den anderen beiden Balkan-Häusern gegenüber fair bleiben. Daher komme ich heute auf drei Sterne für die Küche und damit auf eine Schulnote drei, gegenüber einer drei plus und einer glatten zwei in den ersten beiden Berichten. Und auch hier nochmal der Hinweis auf meine Bewertungs-Philosophie: ich bewerte immer in Relation zum Preis und Anspruch des Restaurants, d.h. hier war es gutbürgerliche Küche zu günstigen Preisen und für diese gibt es eben heute ein „befriedigend“ im Fazit.
 
Den Service kann man mal wieder nicht verbessern, unglaublich sympathisch, dazu pünktlich und man lieferte warme, tadellos verpackte Speisen; fünf Sterne hierfür.
 
Das Preis-Leistungs-Verhältnis sehe ich trotz der etwas mickrigen Brot & Aioli Vorspeise ebenfalls bei vollen fünf Sternen, die Portionen an diesem Abend hätten eine vierköpfige Familie sattmachen können.
 
Und somit komme ich auch gesamt auf salomonische vier Sterne in der Gesamtnote. Wer hier nicht den Gourmet raushängen lässt – was ich im Übrigen auch nicht im Entferntesten getan habe – und verkrampft Fehler findet, wo keine sind, wird für sein Geld nicht enttäuscht werden; wenn man denn weiß, was man zu erwarten hat.
 
Ich denke im Lockdown würde ich hier dennoch nicht nochmal bestellen, nicht etwa weil es schlecht war aber dafür ist mir die Karte dann doch zu sehr reduziert auf das Wesentliche und ein anderes Balkan-Haus hat mich für solche Gelegenheiten mehr angesprochen wenn ich ehrlich sein soll.
 
Aber ich weiß jetzt, warum das Schützenhaus so viele Freunde hat, und das es sie verdient hat und wünsche dem sympathischen Team weiterhin viel Erfolg mit dem Liefer- und Abholgeschäft!
 
 
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
keine Wertung
Essen
Ambiente
keine Wertung
Preis/Leistung


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