Zurück zu Weingasthaus Zum Fährhof
GastroGuide-User: Carsten1972
hat Weingasthaus Zum Fährhof in 56333 Winningen bewertet.
vor 7 Tagen
"Noch ein typisches Moselgasthaus"

Geschrieben am 09.09.2019 | Aktualisiert am 09.09.2019
Besucht am 01.09.2019 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 60 EUR
Zweite, sonntägliche Moselsteigetappe 2019 meiner Frau und mir. Von Alken ging es Richtung deutsches Eck nach Winningen. Eigentlich sind das zwei empfohlene Etappen, aber in einem Anfall von Größenwahn hatte ich aus 2 x 15 Kilometer einmal 27 Kilometer gemacht und auf den letzten Kilometern wurden wir beide auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Waren wir platt, als wir nach queren der A 61 von den Weinbergen nach Winningen herunter schauten. Keinen Schritt weiter als bis zu unserer Ankunft würden wir noch gehen, so viel stand fest!

Auch in Winningen war es nicht ganz einfach gewesen, ein Zimmer zu bekommen für eine Nacht, ein Grund dafür war das Weinfest während unseres Aufenthalts dort. Somit war es wieder einmal so, nicht das Wunschquartier, aber wir waren froh, ein Zimmer bekommen zu haben. Es ging die Weinberge hinab und durch den Ort zum Weingasthaus zum Fährhof.

Mitten in der Stadt liegt das Haus, Winningen ist schon sehr touristisch geprägt. Durch die ansehnliche verkehrsberuhigte Innenstadt ging es zur Fährstraße, dann standen wir vor dem Fährhof.

Das sah ganz gemütlich aus. Wir traten ein, und im Gastraum wurden wir von der Wirtin freundlich empfangen und wieder waren wir sofort unseres Buchung zugeordnet. Frau lies sich aufs Zimmer bringen, ich hatte Durst und enterte zuerst den sehr kleinen Innenhof des Gasthauses.

Zwei Bier waren genauso schnell leer wie sie nachgefüllt werden konnten, dann konnte ich irgendwann meiner Frau auf das Zimmer folgen. Nachdem wir wieder präsentabel waren folgte eine Abendessen Abstimmung. Laufen für feiner Essen oder Innenhof mit weniger fein essen aber dafür nur 20 Schritte? Konsens war schnell hergestellt, 20 Schritte waren das Maximum für diesen Abend. Also runter in die gute Stube oder besser den guten Innenhof. Ein junges Mädel brachte uns die Karten.

Erste Überraschung, das war unerwartet kurz und knapp! Sieben Positionen von Suppe vorweg über Salat zu Hauptspeisen, dass war es! Salat, Fisch, es war kompakt alles da. Schön war die Weinkarte, bis hin zum Winniger Granden Heymann Löwenstein war da ein guter Querschnitt der lokalen Winzer im Angebot. Es wurde letztendlich ein Kabinett Lagenriesling Winninger Uhlen vom Weingut Knebel-Lehnigk, der sich sehr gut präsentierte.

Wir beide hatten uns die Suppe als Vorspeise bestellt.

Der Service versicherte glaubhaft, man würde alles in der kleinen Karte selber in der Küche herstellen, und so attestiere ich das auch dieser Suppe. Ich weiß wirklich nicht wann ich das letzte mal diesen deutschen Suppenklassiker gegessen habe, aber er roch gut, war gut abgeschmeckt und nicht so dick, dass er der Hauptspeise Konkurrenz machen würde. Vor den eigentlichen Hauptspeisen wieder ein Beilagensalat, diesmal serviert vom Service.

Schlicht, aber deutlich schmackhafter zubereitet als die vortägliche Kühlthekensalatauswahl in Alken. Das war akzeptabel. Aus den 5 Hauptgängen hatte meine Frau unerschrocken wieder den Fisch bestellt.

Gebratenes Zanderfielt mit Spaghetti in Spinatsauce und Tomaten hatte es in der Karte geheißen. Die Pasta präsentierte sich ordentlich, frischer Spinat und Tomaten waren da, auch waren die Nudeln nicht zu sehr gekocht. Das Zanderfielt war ganz schlicht gebraten worden. Meine Frau war deutlich glücklicher mit diesem Teller als einen Abend zuvor. Ich hätte auch Lust auf Fisch gehabt, und auch auf Pasta, aber ich war nicht so mutig und ging wieder den Weg der nicht so hohen Erwartungen.

Cordon Bleu bestellte ich mir, nachdem der Service mir zusicherte, dass das kein Convinienceprdukt sei. Statt Bratkartoffeln wollte ich die Erdäpfel frittiert. Und was soll ich sagen, dass war nicht das schlechteste Cordon Bleu in meinem bisherigen Leben (wobei es auch noch nicht so viele waren). Es war saftig, der Käse geschmolzen und nicht zu viel Kochschinken drin. Okay war das!

Eine junge Dame bediente uns freundlich und flink im Innenhof, vielleicht die Tochter der Chefin, da gab es keine Klage.

Auch hier gilt wie am Vortag, der Fährhof bietet an, was die Mehrzahl der Gäste wollen. Einfache und günstige Küche. Man wird ganz sicher satt, und das PLV ist mehr als okay. Das Haus mit seinem Zimmern bräuchte eine Renovierung, aber das ist natürlich schwierig bei dieser Ertragslage.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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