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GastroGuide-User: kgsbus
hat maiBeck in 50667 Köln bewertet.
vor 4 Jahren
"Moderne Bistroküche: Regionale frische Produkte mit eigener präziser Handschrift zubereitet - gutes Essen ohne Schnickschnack"
Verifiziert

Geschrieben am 30.07.2015 | Aktualisiert am 30.07.2015
Es existiert eine neue Bewertung von diesem User zu maiBeck
Besucht am 29.07.2015
Wir waren Ende 2014 schon einmal im „MaiBeck“ zu Gast. Der Besuch hatte uns durchaus gefallen. Die Speisen waren schmackhaft gemacht. Und die Preise waren trotz des gerade verliehenen Michelinsterns keinesfalls überhöht. Und das ist immer noch so.
 
Besonders das Überraschungsmenü (es wird auch eine passende Weinbegleitung dazu angeboten) erscheint günstig; aber es gibt auch keine „Grüße“ oder sonstige „Geschenke“ dazu - von Brot mit Aufstrich auf dem Tisch einmal abgesehen.
Das ist auch in Ordnung für mich; denn es steht jedem frei, sich „mehr“ aus der Karte zu kaufen.
 
Außer dem Kritiker Jürgen Dollase habe ich auch nur positive Rückmeldungen über das Restaurant gelesen. Dieser hatte allerdings in der „FAS“ das Lokal unter der Überschrift "Die Zutaten sind da, der gute Koch fehlt" schon heftig attackiert. Der Profi vermisste wohl Kreativität und Finesse.
 
Doch die meisten Gäste sind keine „Kritiker“, sondern möchten nur „gut“ essen und sich dabei „wohl fühlen“. – Und das scheint mir im MaiBeck absolut möglich. Allerdings muss man die „Bistro-Atmosphäre“ akzeptieren oder noch besser: schätzen. – Ich nehme es in „Kauf“.
 
Ambiente 3
 
Spartanisch einfach.
 
Sauberkeit 4
 
Alles gut gepflegt.
 
Sanitär 4
 
In Ordnung und sauber, aber eng und ohne Extras. Die getrennten Warm- und Kaltwasserhähne bleiben für mich in der optimalen Handhabung ein Geheimnis.
 
Service 4
 
Kompetent, freundlich, geschäftig. Eine junge Dame und ein junger Herr betreuten gemeinsam die Gäste. Der Mann kümmerte sich eher um die Weine und die Frau um die Speisen. Die Getränke wurden jeweils vorgestellt und es gab auch einen Probeschluck aus der Originalflasche. Auch die Zutaten werden beim Servieren erwähnt. Auf Unverträglichkeiten wurde Rücksicht genommen; einige Speisen – insbesondere beim Nachtisch – kamen daher nicht in Frage. Aber das tat dem Menü keinen Abbruch.
 
Die Karte(n) 
 
Sehr erfreulich finde ich, dass das Lokal auch mittags geöffnet hat. Es gibt das bereits oben angesprochene Überraschungsmenü in vier Gängen, einige Tagesangebote auf einer Tafel und die Gerichte aus der Speisekarte, die auch im Internet zu lesen ist. Die Überschriften lauten dort:
 

  • Vorneweg

  • Es kommt auch auf die Größe an... maiBeck-Gerichte, die klein und groß funktionieren...

  • Aus dem Wasser

  • Von der Weide

  • Zum Schluss


 
Die verkosteten Speisen 
 
Da ich beim ersten Besuch das Überraschungsmenü gewählt hatte, wollte ich dieses Mal einmal „À la carte“ speisen. Parallel wählte mein Arbeitskollege das Überraschungsmenü.
 
Ich gehe hauptsächlich auf meine Speisen und Getränke ein, habe mich aber natürlich auch über die anderen Gänge informiert (jedoch nur optisch und per Kommunikation).
 
Brot und Butter wurden sofort gebracht und im Verlauf des Essens nachgereicht.
 
Ziegenfrischkäse / Aprikosen-Chutney / Rote Bete / Bulgur - 12 €
 
Zwei Nocken milder Frischkäse mit Kresse verziert waren je auf dem Bulgur und auf dem Chutney drapiert. Vier Röllchen Bete gaben eine saure Note zu den eher süßen Aprikosen. Der Käse war sahnig und mild. Je nach Gabelfüllung mit den unterschiedlichen Komponenten ergaben sich verschiedene angenehme Aromen im Mund. Der Bulgut pur war relativ neutral im Geschmack.
 
Little James Basket Press white IGP, Saint Cosme (Viognier, Sauvignon blanc - Rhône/Provence)
 
Auf dem anderen Teller war Büffelmozzarella die Hauptzutat.
 
Sautiertes Kalbsherzbries / Kopfsalat / Selleriepüree - 16 €
 
Als Zwischengang wählte ich die kleinere Portion, womit ich goldrichtig von der Menge her lag. Das Bries war ausgezeichnet verarbeitet. Die Sauce machte ebenfalls Freude. Der Kopfsalat war auch leicht in einer Pfanne erwärmt und dadurch weich aber nicht matschig zubereitet. Das Püree ergänzte gut das Geschmackserlebnis. Ein erfreulicher Teller.
 
Palacios Valdeorras »Bolo Mountain« Godello – die Rebsorte Godello ergibt meist frische aromatische Weine, die ich sehr schätze.
 
Der Kollege erhielt ein feines Pastagericht.
 
Steinbutt von der belgischen Küste / Petersilie & Wurzel, neue Ernte / Pfifferlinge / Kalbsschwanz / selbst gemachte  Gnocchi – 31 €
 
Das weiße Fleisch vom Steinbutt war fest in der Struktur und aromatisch im Geschmack. So mag ich Fisch besonders gerne. Die kleinen Petersilienwurzelstifte hatten einen perfekten Garpunkt. Die Pfifferlinge waren kurz gegart und schmeckten schön nach Wald. Das Fleisch von Kalbschwanz war lange sanft geschmort und wurde dann abgeschabt nach Art des pulled beef. Der Geschmack hat mich positiv überrascht und überzeugt. Bisher hatte ich einige Ochsenschwanz-Gerichte verkostet, die mir gar nicht zugesagt hatten. Die kleinen Gnocchi wurden in einer Extra-Schale gereicht und passten zum Gericht – insbesondere zum Gemüsesud, aber brachten mir keine Genusssteigerung. Insgesamt war dies jedoch für mich ebenfalls ein überzeugender Gang.
 
Bernhard Huber Weißburgunder & Grauburgunder trocken (Baden) – die Weine des leider schon verstorbenen Bernhard Huber begeistern mich fast alle. Seine Kreationen gehören zu meinen Lieblingsweinen; seine Familie setzt die Arbeit erfolgreich fort.
 
Auf dem anderen Teller war das „Bild“ vielleicht sogar noch schöner und die Zutaten brauchten sich auch nicht verstecken. Rindfleisch kurz gebraten und geschmort (Steak und Bäckchen). Dazu ebenfalls Pfifferlinge und gelbe und grüne Bohnen.
 
Rhabarber & Erdbeeren / Sorbet / Basilikum - 8 €
 
Der Nachtisch war solide gemacht. Ich mag Rhabarber, ich mag Erdbeeren; das Eis war schmackhaft. Die Basilikumcreme hat mir am meisten zugesagt.
 
Faubel Maikammer Heiligenberg Riesling Pfalz – der leicht süße Riesling passte auf jeden Fall ausgezeichnet zu den Komponenten des Desserts.
 
Der Espresso (2,50 €) kommt aus einer Kölner Rösterei und war relativ sanft geröstet, was meinem Geschmack durchaus entgegen kommt. Das Gebäck dazu, war leider aus Nüssen – und mein Kollege hatte dafür dann das Vergnügen, beide Stückchen zu verzehren. Ich hätte mich über etwas aus dunkler Schokolade gefreut.
 
Preis-Leistungs-Verhältnis 4,5/5
 
Wir haben heute jeweils vier Gänge verspeist. Die Weinbegleitung war parallel gleich im Preis (27 Euro – vier Gläser). Das Überraschungsmenü kommt mit schlanken 69 Euro inklusive der Weinbegleitung daher – aus der Karte ergab sich eine Summe von 94 Euro. Ich glaube, dass sich der Mehraufwand nicht unbedingt lohnt; denn Abneigungen oder Allergien werden sowieso berücksichtigt.
 
Fazit
 
4 – gerne wieder. -
Das Konzept ist stimmig und kommt bei mir auch voll gut an. –
Für das ganz große persönliche Glück jedoch (also die volle „5“: unbedingt wieder) brauche ich etwas mehr Platz am Tisch (auch gerne mit Tischdecke und wenig aber dezenter Dekoration), etwas mehr persönliche Konversation mit dem Service (eine natürlich wirkende freundliche entschleunigte Art): Wenn für mich eine besonders entspannte Atmosphäre entsteht, in der ich die Gaumenereignisse mit allen Sinnen erlebe und die Zeit vergesse, geht mir das Herz auf; aber es waren sicher schon 85 Prozent davon.
 
(1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder – nach „Kuechenreise“)
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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