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GastroGuide-User: uteester
hat Restaurant Franz Ferdinand in 44791 Bochum bewertet.
vor 2 Jahren
"Österreich trifft Ruhrgebiet, gute Restaurantleistungen mit einem hervorragenden Service-Krisen-Management"
Verifiziert

Geschrieben am 04.02.2017 | Aktualisiert am 05.02.2017
Besucht am 18.01.2017 Besuchszeit: Mittagessen 2 Personen
FAZIT FÜR DEN SCHNELLEN LESER.
Direkt neben dem Zooeingang, dem Eingang zum Stadtpark und gegenüber der Klinik gelegen, ein Österreicher im Ruhrgebiet.
Ordentliche handwerkliche österreichische Küche und Mittagstischangebot, sehr gute Leistung im Service mit einem für mich außergewöhnlich guten Service-Krisen-Management.

Lage:
Gut per Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichendes Restaurant in einem gepflegten weißen Haus am Rande (Eingang ) des Stadtparks und Zoo Bochum, gegenüber dem Klinikviertel, ganz in der Nähe vom Starlight-Express, Parkmöglichkeiten in der Nähe und Parkhaus, alles fußläufig erreichbar.
Ansicht des Hauses

Ambiente:
Über drei Stufen erreicht man durch einen großzügigen Windfang mit Glastüren ein typisch österreichisches (Wiener) Bistro/Cafe mit Parkettboden und mit Thonetstühlen als auch mit runden mit gelbem Stoff bespannten Sesseln und kleinen runden Tischen,  an der Wand eine Riesentafel mit einem Angebot „der kaiserlichen Backstube“, einer weißen Theke und einer Vorbereitungstheke.
Vorbereitungstheke
Angebote aus der "kaiserlichen Backstube"



Eine große Fensterfront öffnet den Blick zur großen Gartenterasse, die an den Zoo grenzt und die mit „Biergarten-Möbeln“ und mit einer großen fahrbaren Markise sowie mit großen Sonnenschirmen ausgestattet ist.
Gartenterasse

Zur rechten Hand betritt man einen großen längeren Raum, ausgestattet mit Parkettboden und mit einem mittig verlegten langen Sisalteppich, viereckigen Tischen, die mit einer weiß-glänzenden Tischdecke (aufgespannt mit einer weichen Unterlage) versehen sind. Mit grünen Stoffen bezogene Stühle sowie gelblich mit Stoffen bezogenen runden Sesseln. Große Fenster zu allen drei Seiten, Blumen- und winterliche Arrangements auf den Fensterbänken, auf den Tischen weiße Teelichthalter aus Porzellan, kleine weiße Porzellanteller, weiße Papierservietten mit Namensaufdruck des Restaurants, schönes altes Hotelbesteck aus Chrom. Runde Wandleuchter, Garderobenständer und mit Stoff bespannten Wänden mit barockem Muster und an der Stirnseite ein Hirschkopf aus weißem Porzellan, gut von einem speziellen Spot angeleuchtet.
Besteck
Dekohirsch an der Stirnwand des Restaurants
Restaurantbereich

Service:
Wir wurden sehr freundlich von zwei Damen mittleren Alters begrüßt. Beide trugen schwarze Bistroschürzen, weiße Blusen mit schwarzen Fliegen, ein sehr akkurater Eindruck. Nachdem wir am Tisch Platz nehmen durften (wir konnten den Tisch frei wählen), wurden uns die kartonierten Speisekarten überreicht und nach dem Getränkewunsch befragt.

Vorab: Äußerst selten habe ich ein solch hervorragendes Service-Krisen-Management erlebt, wie hier in diesem Restaurant. Dazu später. Bei beiden Damen fühlten wir uns sehr gut aufgehoben und als Gast ernst genommen.
 
Die gewählten Speisen:
Zur Mittagszeit wird u. a. auch ein Mittagsangebot serviert. Aus der umfangreichen Speisenkarte mit typischen österreichischen Speisen (Vorspeisen, Suppen, Hauptspeisen, Speisenangebote für Kinder, Desserts, aber auch von der Backtheke eine umfangreiche Kuchen- und Tortenauswahl), sowie ein zusätzliches Tagesangebot.

Wir wählten aus dem Mittagsangebot: Schweinefilet umwickelt von Schinken mit Kohlgemüse und Kroketten (9,90 €) und aus der Hauptkarte: Wienerschnitzel vom Deutschen Kalb mit Erdäpfelvogerlsalat (21,90 €.

Als Vorspeise orderte ich noch ein Häferl  Grüne-Veltliner-Suppe, die ich allerdings nicht erhalten hatte, was mich im Nachhinein aber auch nicht störte. Dazu etwas später.

Vorab: gab es in einem länglichen Holzkasten, eingehüllt in einer grauen Stoffserviette frisches röschiges Weißbrot (2 Sorten), dazu ein kleines Gläschen mit Deckel mit einem frischen Paprikadip.
vorab: Brot und Dip

Ein sehr schöner Auftakt, der den ersten Hunger stillte.

Schweinefilet: Auf einem weißen ovalen Porzellanteller mit geschwungener Fahne, mittig platziert 2 dreifingerdicke große von kräftigem Schinken umwickelte Filetstücke. Darunter eine kräftige dunkle Bratensoße, die auf Wunsch meiner Begleitung gegen die avisierte Senfsoße ausgetauscht wurde  sowie mehrere Kohlsorten (Rosenkohl, Blumenkohl, Kohlrabi). In einer weiteren kleinen runden Schüssel mehrere Kroketten. Vom Schweinefilet ging ein angenehmer einladender kräftiger aromatischer Duft aus, der sofort die Geschmacksnerven weckte. Leider waren die Filetstücke etwas zu lange gegart, so dass sie etwas zu trocken waren. Gemundet hat dies Gericht allemal.
Schweinefilet mit Kohlgemüse

Wienerschnitzel: Ebenfalls auf einem großen weißen Porzellanteller wurde das Wiener Schnitzel serviert: Bereits der erste Eindruck ein wahrhafter Eye-Catcher! Wellig die goldgelbe Panade, dazu ein Gläschen mit Preißelbeeren und einer viertel  Zitrone garniert. Begleitet von einem ebenfalls weißen Porzellanteller mit Kartoffelsalat, in Öl angemacht sowie einer großen Portion Feldsalat mit einer schönen Senfmarinade.
Wienerschnitzel
Kartoffelsalat und Feldsalat
Das Schnitzel perfekt: Das Kalbfleisch ganz dünn, saftig, eine wohlschmeckende leichte wellige Panade – so muss ein Wiener Schnitzel sein, für mich ein Gaumenschmaus. Der Kartoffelsalat, typisch österreichisch angemacht, ebenfalls sehr gut schmeckend. Der Feldsalat eine sehr gute erfrischende Begleitung.

Das war nach meinem Geschmack und ich werde sicherlich Wiederholungstäter.

Und jetzt zum Krisenmanagement: Beim Servieren der Speisen beanstandete ich, dass ich die Vorspeisensuppe, die ich bestellt hatte, nicht erhalten habe. Betroffenes Gesicht bei  der Servicedame. Sie entschuldigte sich sofort und bot an, das Schnitzel sofort zurückzunehmen, um mir die Suppe zu bringen. Ich verzichtete aber darauf und freute mich auf das Schnitzel, für mich also kein Riesenproblem.

Ebenfalls wurde die Kritik des  Garzustandes der etwas zu trockenen  Schweinesfilets sofort ohne Widerspruch und Diskussion angenommen. Kurz darauf kam der Geschäftsführer, entschuldigte sich für diesen Fauxpas und bot sofort als Entschuldigung ein Getränk  vom  Haus sowie, wenn verlangt ein Gläschen Wein an. Er bedankte sich für diese Rückmeldung des Gastes, damit weitere Fehler zukünftlich ausgeschlossen werden können.
Espresso vom Haus

Ebenso entschuldigte sich auch die andere Servicedame, die meine Bestellung aufgenommen hatte und bat sogar ein Stückchen Torte als Entschuldigung an. Dies lehnte ich allerdings ab, da m. M. nach genügend Entschuldigungen getan wurden.

Fazit: Hier war sofort erkennbar, dass der Service eine Rückmeldung des Gastes für Küche und Geschäftsleitung vorgenommen hatte. Ohne Wenn und Aber wurde diese Reklamation angenommen und unmittelbar wurde auch die entsprechende Entschuldigung für den Fauxpas durchgeführt. So etwas nenne ich sehr vorbildlich und am Gast interessiert. Da können sich manche andere Restaurants eine Scheibe abschneiden.
Danke für diese Reaktion, lieber Service!

Getränke:
1 Flasche Mineralwasser 0,75 l Gerolsteiner medium (5,80 €9, 0,2 l Grüner Veltliner (5,60 €). Beide Getränke gekühlt serviert, die Flasche Mineralwasser am Tisch geöffnet.
Grüner Veltliner
Mineralwasser

Sauberkeit:
Alle Räumlichkeiten, einschl. der Toiletten, in einem einwandfreien Zustand, keinerlei Beanstandungen.

Fazit:
Eine ordentliche handwerklich einwandfreie Küchenleistung. Österreichische Küche, wie ich sie im Lande kennengelernt und schätzen gelernt habe. Ein hervorragendes Service-Krisen-Management,
Ich freue mich jedenfalls auf den nächsten Besuch.

Meine Bewertung: 4 – gerne wieder
 
(1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt wieder, 4 – gerne wieder,
5 – unbedingt wieder – nach „Kuechenreise“)


 
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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