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GastroGuide-User: kgsbus
einen Beitrag zum Grill Land in 51465 Bergisch Gladbach geschrieben.
vor 1 Monat
"Im Schnellrestaurant hat es uns besser geschmeckt als vom Bringdienst geliefert"

Geschrieben am 20.12.2020 | Aktualisiert am 20.12.2020
Allgemein

Ab und zu gehe ich gerne aus essen. Nun sind die Restaurants jedoch zum zweiten Male im Jahre 2020 geschlossen worden. Da mache ich mir schon Gedanken, was das für mich persönlich bedeutet.
Natürlich möchte ich die Gastronomie erhalten wissen.
Aber wie steht es dabei mit dem Genießen – für mich?
Grundsätzlich gilt für mich weiterhin, dass ein Essen von Profis besser sein soll, als meine eigene Küchenleistung. Schließlich sthe ich gerne in der Küche und nehme mir auch die nötige Zeit dafür. Ich koche stets mittags und in der Regel nur ein Gericht, aber mit mehreren Komponenten.
Doch auch zu Zeiten von Corona ergeben sich für meine Frau und mich Tage, wo es die Ruhe zum Selberkochen nicht gibt.
Da bleibt in meinen Augen nur der Griff zu Bringdiensten, die das schnelle fertige Essen bieten.
Diese Betriebe haben die Routine dazu und müssen sich nicht wegen Corona groß umstellen. Und es geht kurzfristig!
Weil wir dies aber nur selten machen, weil wir eben gerne selber kochen oder ausgiebig im Restaurant uns verwöhnen lassen, fehlt uns die Kenntnis über die Anbieter vor Ort, die in wenigen Minuten liefern, wenn man sich vorher rechtzeitig angemeldet hat.
Daher haben wir Lokale gewählt, die auch vor Ort einen ansprechenden Gastraum haben und bei denen wir schon dort gegessen haben.
Nur noch am Rande: Mein Kumpel von unserem Genießerclub (zwei Mitglieder) hat auch die „Sterne-Abhol-Küche“ probiert. Er wohnt in Köln und fährt mit seinem Auto die Bestellung abholen.
Für seine Frau und sich hat er bei „maiBeck *“ und bei „astrein *“ jeweils ein Menü bestellt (faire 49 €/Person 4 Gänge bzw. 55€).
Die Kosten hielten sich im Rahmen und die Portionen waren recht groß. Die Zubereitung war einfach zu bewerkstelligen. Es waren natürlich mehr „kalte“ Gerichte, die fertig waren im Programm oder der Aufbau weniger anspruchsvoll als im Restaurant. Es waren für ihn solide Gerichte und eine Abwechslung zum selber Kochen – eine Erfahrung, die er aber nicht unbedingt ausweiten will – jedenfalls so lange man noch selber in Fach-Geschäften ordentliche Zutaten erwerben kann.

Zurück zum zweiten Versuch beim Bringdienst in unserer Nähe.

Service

Die telefonische Bestellung etwa eine Stunde vor der Lieferung war völlig entspannt. Die Mitarbeiterin am Telefon nahm alle Gerichte auf und konnte sogar noch Fragen beantworten oder beraten.
Die Zustellung mit dem Auto war punktgenau. Der Fahrer trug eine Maske und brachte die große Wärmekiste auf den Küchentisch nahe der Wohnungstüre und packte zügig aus. Das lief perfekt auch mit dem angemessenem Abstand.

Die Karte(n)

Die Gerichte stehen alle im Internet auf der Homepage und auch Flyer mit den Speisen waren vor einigen Tagen im Briefkasten gewesen.

Die verkosteten Speisen 

Ich bestellte für drei Personen:
Große Vorspeisenplatte (Nr. 14) – 12,60
2 Gyros komplett (Nr. 44) - je 8,50 bzw. 17,00
Pommes, Tsatsiki, Zwiebeln, Paprika, Salat
Gyros und Leber (von der Zusatzkarte ohne Nummer) – 9,50
Pommes, Tsatsiki, Salat

Auf dem Vorspeisenteller war noch eine Portion Gyros. Im Nachhinein nicht schlecht, denn das Gyros war auf jeden Fall das Beste von der ganzen Lieferung. Die Chilischoten waren wie erwartet nicht so scharf wie bei der türkischen Version. Die dicken weißen Bohnen waren sehr weich und mehlig, wie si oft eingemacht erscheinen. Tomatenstücke und Gurkenscheiben waren frisch und roh angerichtet. Die Hackbällchen waren etwas trocken im Inneren. Die Weinblätterrollen waren noch sauerer und bitterer als bei der türkischen Lieferung.
Wie schon gesagt, war das Gyros-Fleisch relativ gut gelungen. An einigen Stellen war aber etwas viel Tsatsiki einfach über das Fleisch und teilweise die Beilagen „gekippt“ worden; die verteilung hätten wir lieber selber vorgenommen.
Die Fritten war besser als bei der türkischen Lieferung gelungen.
Auch mit rohen Zwiebeln war nicht gespart worden.
Die Leber war allerdings total zu lange, zu heiß oder ? In der Pfanne gewesen. Sie zeigte allerdings noch die typischen Aromen. Doch es war Kauen angesagt. Doch zu Hause brate ich selten Leber, weil meine Frau davon nichts isst und den Geruch schon nicht mag. Also habe ich Leber gewählt, weil sie ja bereits gebraten geliefert wird. Doch Leber ist wohl doch eher geeignet von der Pfanne direkt auf den Teller zu kommen und schnell verzehrt zu werden; weil sie leicht nachgart und dann etwa zu Leder oder Schuhsohle verkommt. Doch der Geschmack war noch in Ordnung, weil die Würzung geklappt hatte.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Die reinen Kosten für die vielfältigen Teile der Bestellung betrugen 39,10 €. Wir konnten nicht alles schaffen und haben aus den Resten (Gyrosfleisch, Pommes, Zwiebeln, Tsatsiki) mit einigen Zugaben aus anderen Vorräten im Haus abermals am nächsten Tag einen kleinen Lunch gestalten können. Durch den Einsatz von Pfanne und Backofen konnte dieses Essen sogar ohne Probleme mit dem gelieferten Essen mithalten; es war auf jeden Fall heißer als am Vortag.

Fazit

3 – wenn es sich ergibt; eher aber wieder ein Besuch vor Ort, wenn die Schließung vorbei ist. Denn die Speisen schmeckten uns deutlich besser im Lokal am Tisch als aus der Box zu Hause. -
Doch wenn Corona in die Verlängerung geht, werden wir weiter am Ball bleiben und aus den fehlern bei den Bestellungen lernen: eher keine Pommes, Saucen unbedingt separat fordern, denn die Dienste gehen schon auf „Sonderwünsche“ ein.

An vier Tagen hintereinander komplett selber kochen wollen wir nicht (Heiliger Abend, Weihnachten und noch ein Sonntag dazu).
Kalte Komponenten halte ich für sicherer – Fleisch machen wir dann lieber selber, um die Gargrade im Auge zu behalten. Unsere „Haus-Metzgerei“ freute sich jedenfalls über unsere Bestellungen.
Auf dem Markt sind herrliche Stände: Käse, Fisch, italienische Feinkost; dort haben wir ebenfalls etwas bestellt. Doch Abholen werden wir auch in Restaurants ein paar Sachen.

(1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder – nach „Kuechenreise“)

Meine richtigen Genießer-Erlebnisse stehen auch auf: http://kgsbus.beepworld.de/archiv.htm

Gesamt – Telefon-Service – Verpackung/Sauberkeit – Essen - P-L-V 

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