Zurück zu Ristorante La Vecchia Dogana
GastroGuide-User: simba47533
hat Ristorante La Vecchia Dogana in 66130 Saarbrücken bewertet.
vor 2 Wochen
"Im Gegensatz zur gestrigen Küchenleistung fiel der Service diesmal stark ab ......."

Geschrieben am 17.07.2021 | Aktualisiert am 17.07.2021
Besucht am 17.07.2021 Besuchszeit: Abendessen
Original-Ton der Wirtin, nachdem sie mitbekommen hatte, dass unsere gute Laune doch etwas zu schwinden drohte: "Ich bitte um Verständnis, dass heute nicht alles so klappt wie sonst. Wir sind hier seit sieben Uhr am Vormittag auf den Beinen, hatten bis vor wenigen Stunden eine große Hochzeitsgesellschaft, die uns noch in den Knochen steckt, und ich habe darüber hinaus für das Abendgeschäft einfach zu viele  Reservierungen angenommen. Wir sind schlicht und ergreifend stehend k.o.."  Bisher waren wir mit dem Service von Mamma und Sohn Pitittu immer zufrieden gewesen; gestern blieben, obwohl noch eine junge Dame im Service mithalf, nicht benötigte Gläser oder Bestecke unabgeräumt, ebenso wie fleckige Servietten. Mit den Bestellungen der Hauptgerichte und der ersten Getränke klappte noch alles, die anschliessenden Bestellungen von Desserts, Kaffee, Espresso oder Digestifs wurden dagegen großenteils "vergessen" und kamen erst nach mehrfacher Erinnerung durch uns oder auch gar nich an den Tisch. Die letzte Runde haben wir dann storniert, da wir nicht noch mal eine halbe Stunde oder noch länger auf dem Trockenen sitzen wollten.

Unsere Tochter hatte in Zusammenhang mit ihrem runden Geburtstag in die "Dogana" eingeladen; was an Getränken so alles konsumiert wurde, habe ich im Einzelnen nicht nachhalten können und weiss nur noch was meine Frau und ich hatten. Sie, diesmal vom Fahrdienst befreit, hatte zu Beginn "ihren"  Averna, anschliessend einen Weißwein und zum Abschluß einen Grappa. Bei mir als FvD (Fahrer vom Dienst) war es zu Beginn ein helles Weizen, dann mehrere Gläser Apfelschorle und gegen Ende der Veranstaltung auch ein Grappa; da war das Weizen mit Sicherheit schon abgebaut. Getrunken wurde von den anderen Herrschaften soweit ich es feststellen konnte Ricard, Ramazotti, Wein sowie San Pellegrino mit bzw. ohne Kohlensäure.

Bei den Speisen beschränke ich mich ohne Preisangaben auf das was ich im direkten Umfeld  so mitbekommen habe.
Das Geburtstagskind hatte mit der Kalbsleber ein Gericht aus dem Reigen der Schiefertafel-Tagesaktualitäten, unser Schwiegersohn wählte von der Normalkarte das "Zanderfilet Provinciale", allerdings nicht mit dem dazugehörigen Kirschtomatensugo sondern mit einer Weißweinsauce. Zu meiner Rechten wurde ebenfalls der Zander verzehrt, auch hier ohne Sugo sondern lediglich "in guter Butter gebraten". Schräg  gegenüber hatte man "Scaloppina Parmigiana paniert, mit Parmesan und Mozarella überbacken an Kirschtomatensugo". Meine Herzallerliebste, die beim letzten "Dogana-Besuch" von den Calamaretti "alla griglia" so begeistert gewesen war, bestellte die kleinen Kopffüßler auch diesmal wieder, allerdings mit einer Beilagenänderung; statt der standardmässig mitgelieferten Spaghettini aglio olio sollten es diesmal Rosmarinkartöffelchen sein. Mich selbst reizten von der Normalkarte die "Riesenscampi vom Grill an aglio olio Nudelbett"; in Sachen "Scampi" seit Jahren äusserst mißtrauisch hatte ich vor Abgabe meiner Bestellung die Chefin gefragt: "Sind das jetzt wirklich Scampi oder nur große Garnelen?" Direkt angelogen hat sie mich nicht, wich der Frage allerdings aus und sagte:"Sie sind wirklich sehr groß und ganz frisch." Auch Nachfragen brachten keine andere Antwort. Im Vertrauen darauf, dass es zum Preis von EUR 31,00 vielleicht doch Kaisergranat sein könnte, bestellte ich das Gericht. Als es kam genügte ein kurzer Blick von mir auf den Teller; fünf Meeresbewohner in voller Rüstung, jeder so15 bis 16 cm lang, aalten sich dort auf ihrem Nudelbett. Allerdings hatten sie weder die für Kaisergranat als Mitglieder der Hummerfamilie typischen Scheren noch "hummerige" Schwänze, ergo definitiv einmal mehr keine Scampi! Am liebsten hätte ich den Teller so wie er war in die Küche getragen und mich mit dem Küchenchef und "Dogana"-Besitzer Signore Pitittu sowie anschliessend mit seiner Frau angelegt im "Gespräch" über Scampi. Nur um unserer Tochter die Geburtstagsfeier nicht zu schlachten habe ich davon abgesehen. Geschmeckt, das sollte fairerweise nicht unerwähnt bleiben, haben die  "unechten Scampi" trotzdem ganz vorzüglich, genau wie alle anderen Gerichte auch; Klagen irgendwelcher Art habe ich dazu jedenfalls nicht gehört. Fast hätte ich den Beilagensalat, den es zu jedem der Gerichte gab; vergessen. Er sah sehr frisch aus. Probiert habe ich ihn  nicht; wer mich kennt weiß, dass meine Beilagensalate immer auf direktestem Wege bei meinem Schatz landen. Sehr gut war auch die Cassata; nur die im "Italia" schmeckt mir noch besser, die hat einfach mehr kandierte Nüsse und Früchte. "Nachreichen" muss ich auch den Küchengruß; diesmal war es ein großer Champignonkopf im Teigmantel an Bärlauchpesto.

Fazit: Etwas ärgerlich waren die von der Chefin begründeten und von uns teilweise nachvollziehbaren Mängel im Service; das klappt, dessen sind wir uns sicher, bei unseren nächsten Besuchen besser. Weit mehr geärgert hat mich das Verhalten der Chefin in Zusammenhang mit meiner Scampi-Bestellung; ehrlich gewesen wäre auf meine direkte Frage ein klares "Scampi-Nein" ihrerseits anstatt ausweichender Rumdrucksereien. Gäste wie ich schätzen es nicht sonderlich, mit vollem Vorsatz hinter die Fichte geführt zu werden. Abzüge in der "Essen"-Bewertung kann ich deshalb nicht machen; es hat schliesslich auch dieses Gericht sehr gut geschmeckt. Dafür ziehe ich bei dieser Momentaufnahme, nichts anderes sind unsere Bewertungen ja, beim Gesamteindruck volle zwei Sterne ab und auch der "Service" kann diesmal nicht ungeschoren davonkommen.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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