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GastroGuide-User: DaueresserGK0712
hat MoschMosch in 68161 Mannheim bewertet.
vor 4 Jahren
"King Kong vs Udo, der Pornostar aus Speyer"
Verifiziert

Geschrieben am 24.01.2016 | Aktualisiert am 24.01.2016
Besucht am 23.01.2016
Angefixt durch die Bewertung vom Blaubär sind meine Frau und ich gestern Richtung Mannheimer MoschMosch mit der Straba gedüst. Dort in den N Quadraten angekommen, staunten wir kurz nach 14 Uhr nicht schlecht, das gesamte Restaurant war bis auf einen höheren Bartisch voll besetzt. Viele Gäste unter 20, die erstaunlich gut mit Stäbchen umgehen können, auch einige asiatisch aussehende Gäste waren zu entdecken. Das Publikum also gut gemischt.

Ich hatte etwas Angst, da in der Blaubärbewertung von "Folterkammer" und Spanplatten zu lesen war, in Mannheims MoschMosch dagegen alles in sich stimmig. Viel Naturbelassenes Holz, einfach lackiert, kombiniert mit roten Farben, die Platzabstände sehr großzügig, jeder Tisch hat so viel "Privatatmosphäre" was man eigentlich nur von den Sternerestaurants oder Restaurants in der gehobenen Kategorie kennt. Von den Nachbartischen haben wir während der zwei Stunden überhaupt nichts mitbekommen.

MoschMosch ist eine fröhliche, entspannte japanische Nudelbar im Stil eines japanischen Wirtshauses, die es inzwischen an elf verschiedenen Standorten in Rhein-Main, Rhein-Neckar und Rhein-Ruhr gibt. Unter anderem in Mannheims Stadthaus. Das Mannheimer Stadthaus ist ein moderner Bau im Quadrat N 1 mit der für diese Stadt typischen Mannheimer Symmetrie (Gebäude mit so genannter Mittelturmfassade) - Das heutige Stadthaus steht an dem Standort des ehemaligen, 1745 fertiggestellten „Alten Kaufhauses“ am Paradeplatz. Das „Alte Kaufhaus“ war ein barocker Prachtbau, der ebenfalls diese Mittelturmfassade aufwies und im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört wurde -
aber zurück in die Echtzeit. Wir sitzen bequem und studieren die Karte, die bereits auf den Tischen liegt. Neben japanischen Vorspeisen wie z.B. „Edamame“ und „Gyoza“ sind  Ramen-Suppen wie „Morgensonne“ und „Glücksgefühle“ – japanische Weizennudeln mit verschiedenen Brühen und Einlagen –, besondere Salate, saisonal wechselnde Nudel- und Reisgerichte mit diversen Extras wie Rinderfilet, Hühnchen oder Meeresfrüchten sowie asiatische Desserts im Angebot. Wöchentliche Spezialgerichte ergänzen die Karte, dazu gibt es saisonal angebotene Gerichte, je nach Jahreszeit. Aktuell sind es die Winterangebote. Kaum gesessen werden wir von den gelernten Bedienungen begrüßt, es werden die Getränke aufgenommen. Erste Fragen nach Lieferanten und "Qualitäts-Standards" werden schmunzelnd und professionell beantwortet. Alle Soßen, alle Gewürzmischungen werden in der MoschMosch Fabrik hergestellt, vakumiert und an alle Filialen verteilt. Auch haben alle Filialen in Deutschland den gleichen Lieferanten für Fisch, Fleisch, Reis und sonstige Nahrungsmittel, es gibt also keine regionalen Unterschiede, so wie es bei manch anderen Ketten ist.

Im Vorfeld studierte ich die MoschMosch Homepage, ich musste schmunzeln, dort steht zb in Japan läge die durchschnittliche Lebenserwartung mit 80,7 Jahren weltweit am höchsten. Aber bestimmt nicht wegen des Essens. Bei den letzten Leichtathletik WM 2015 in Japan hat der deutsche Verband empfohlen nicht so viel einheimisches Essen zu verzehren, viele deutsche Athleten haben da nicht drauf gehört, haben sich von Sushi und Co ernährt und haben sich eine Riesen Lebensmittelvergiftung zugezogen und mussten ins Krankenhaus bzw frühzeitig die Heimreise antreten. Ich halte eh von Sushi "saurer Reis", rohem, unbehandeltem Fisch, fast überhaupt nichts. Sushi, was aussieht wie "zusammengebabbtes Vogelfutter - 5 Euro pro Würfel", brauche ich nicht wirklich. Schön, dass es im MoschMosch kein Sushi gibt (die wissen warum)

Wir suchen aus der etwas unübersichtlichen Karte uns jeweils eine Vorspeise aus. Meine Frau wählt die Gyoza mit Hähnchenfüllung (4 Euro), diese werden auf einem weißen länglichen Teller serviert. Gyoza sind Teigtaschen die aber nicht gedämpft, sondern schön mit Schmackes angebraten werden. Auf dem Teller ist ein leeres Schälchen, auf diesen kann man seine Wunschoße tröpfeln. Drei verschiedene stehen auf den Tischen. Asia (Soja), Exotik Summer (Frucht (Mango?) mit Chilli oder Goldener Herbst (Süß mit Pfeffer). Wir probieren alle 3 Soßen, alle drei sind schön ausbalanciert und passen hervorragend zu den Teigtaschen.

Ich wähle als Vorspeise die Spitzenfoodsuppe, die als vegan gekennzeichnet ist. Aber ganz ehrlich, Süßkartoffel ist doch ein Wurzelgemüse und diese schädigen den Pflanzenwachstum, für Veganer eigentlich ungeeignet, auch wenn viele Veganer das gerne verdrängen - die sogenannten "Plastik-Veganer" - von der Humusdüngung im Ackerbau ganz zu schweigen, ein weiteres No Go für einen Veganer (da wird ja auch gerne mal drüber hinweg gesehen). Die Suppe war sehr groß portioniert, kammit ordentlich Hitze an den Platz, allerdings fehlt mir etwas die Säure, ein Weißwein hätte der Suppe gut zu Gesicht gestanden, daher habe ich mit der Soja Soße etwas experimentiert. Und siehe da, passt. Nachdem ich auch noch die fruchtige Chilli-Sauce hinein pfefferte, hat die Suppe wirklich ausgezeichnet geschmeckt. Zu trinken sollte es bei mir ein Krombacher Weizen sein, für 4 Euro (autsch), meine Frau wählte eine kleine Cola Light. Aber gerade der 4 Euro Preis summiert sich bei mir ganz schön, nach 3 Bierchen werden schon 12 Euro veranschlagt, nach 5 Bierchen 20 Euro, das geht ganz schön ins Geld. Aber wenn man bequem sitzt, der asiatischen Klimpermusik im Hintergrund zu hört und man noch einen leicht scharfen Geschmack auf der Zunger hat, dann laufen die Bierchen einfach so hinunter.

Immer wieder werden wir gefragt ob alles in Ordnung ist, die Gerichte werden nicht nur an unserem Tisch, auch an allen anderen Tischen erklärt, das ist schon ausgezeichneter Service. Wir bekommen unsere Hauptgerichte, da wir heute mit dem Schlemmerblock angereist sind, gehen die knusprigen Schweine-Schnitzel mit gebratenem Salat, Roter Kokos-Curry Sauce (puh, ganz schön scharf) und einem riesigen Portion Reis aufs Haus. Normalerweise würde das Gericht 11,50 veranschlagen (fast 3 Hefebierchen), das Gericht ist in sich stimmig. Die Schnitzel ordentlich knusprig, der Reis hatte Biss und war sehr gut gesalzen -der gebratene Salat ein Hingucker, nicht nur optisch sondern auch geschmacklich ganz großes Kino.

Vor 15 Jahren hatte ich bei der Post gearbeitet, in den Wintermonaten wurde unser Team von Udo verstärkt, im eigentlichen Berufsleben eigentlich Porno-Darsteller, aber in den Wintermonaten wo fast gar nicht "draußen"gedreht wird, war er mein Kollege in der P-Station. Udo, der Mann mit der großen Stange, witzigerweise spielten sich da bei meinem Hauptgericht ein klein wenig Kopfkino ab, ich hatte die Udo(n)-Nudeln gewählt. Diese waren zahlreich auf meinem King Kong Teller/Gericht. King Kong, entgegen der ländlichen Meinung, ist King Kong eigentlich in den Klassiker Filmen der Böse (und nicht der Gute), der Gute ist Godzilla (und nicht der Böse) ;-)), auch wenn ich vielleicht jetzt einige Kindheitserinnerungen bei dem ein oder anderen Leser zerstöre. Mein King Kong Gericht, mit den Porno-Nudeln ääähhh Udo-Nudeln schmeckte mir ausgezeichnet. Viel Gemüse, angemacht mit einer bösen-scharf-sauren Soja Sauce, ich wählte den Lachs dazu, der war in einer Art Alge umwickelt, der Lachs von ausgezeichneter Qualität, wunderbar gebraten, außen knusprig innen sogar noch leicht glasig - es fehlte nur der finale "Buttermilchstrahl".

Gut gesättigt suchten wir uns noch ein Dessert aus. Der frittierte Käsekuchen "stieß mir da ins Auge" - die weibliche Bedienung erklärte uns dann vorab, dass es eigentlich kein Kuchen sei, sondern eine Art Mouse-Kuchen-Füllung, welche doppelt paniert werde und in Kokosöl ausgebacken werden, das ganze würde aber sehr lecker schmecken, da der "Kuchen" mit japanischen Punschkirschen serviert wird. Und das war auch so, das Dessert war absolute Bombe. Meine Frau wählte dazu eine selbst gemachte Limonade, die schmeckte super (siehe Bild). Geschmacklich hat uns das Moschosch komplett überzeugt, das Essen ist ausgezeichnet, ich ziehe aber einen Stern ab, da das eigentliche Kochen/Zubereiten/Abschmecken der Gerichte in der Fabrik stattfindet und nicht "vor Ort". 

Fazit:
Uns gefällt das Ambiente sehr gut, die Hintergrundmusik passt, der Service ist ausgezeichnet. Trotz Schlemmerblockes haben wir aber fast 60 Euro für 2 Personen bezahlt. Das ist sehr viel Geld für ein Essen in einer Restaurant Kette, vielleicht sollte man den ein oder anderen Getränkepreis mal überdenken.



 
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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Pepperoni und 18 andere finden diese Bewertung gut geschrieben.