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GastroGuide-User: Minitar
Minitar hat Bistro im Gasometer in 75175 Pforzheim bewertet.
vor 6 Monaten
"Vom antiken Pergamon zum Pforzheimer Kartoffelsalat"
Verifiziert

Geschrieben am 26.01.2024
Besucht am 26.01.2024 2 Personen Rechnungsbetrag: 22 EUR
Für einen Böblinger gehört eine Zeitreise und Wallfahrt ins antike Pergamon fast schon zum Pflichtprogramm, zählt doch das heutige Bergama zu einer unserer Partnerstädte. Wem eine Reise in die Türkei zu beschwerlich ist und wer die Wiedereröffnung des Berliner Pergamonmuseums vielleicht gar nicht mehr erleben wird, der kann immer noch auf Yadegar Asisis Pergamon-Panorama im Pforzheimer Gasometer ausweichen. Ziel vieler Volkshochschulexkursionen und Seniorenvereine – und heute auch unser Schlechtwetterausweichprogramm.

Doch Vorsicht: die Raum- und Zeitreise im mehrgeschossig begehbaren Gasometer kann für mentale Verwirrung sorgen, so dass wir nach einem mehrstündigen Besuch fast nicht mehr das doch zig-fach ausgeschilderte Bistro auf Ebene 1 wiederfinden. Hier hat man sich grosse Mühe gegeben, die an sich wenig heimeligen Räumlichkeiten einladend zu gestalten. Zugleich ist man auf ganze Busladungen von hungrigen Besuchern eingestellt. Das ist nur mit Selbstbedienung und einer eingeschränkten Speisekarte zu bewältigen. Im Angebot sind dreierlei Sorten Flammkuchen, Saitenwürstle mit Kartoffelsalat in verschiedenen Grössen, Linseneintopf mit und ohne Saitenwürstle, sowie angeblich hausgemachte Maultaschen mit Kartoffelsalat. Dazu reichlich Warm- und Kaltgetränke und eine ansprechende Kuchenauswahl. Sogar ein Sixpack Bier zum Mitnehmen ist im Angebot, falls im Reisebus schon die Getränke ausgegangen sein sollten.

Wir haben das Glück, in eine Pause mit wenig Besucheransturm zu geraten. Die beiden engagierten und fleissigen Thekendamen überschlagen sich förmlich vor Freundlichkeit und Entgegenkommen und machen vieles wieder wett. Wir wählen Saiten mit Kartoffelsalat (6,50 Euro) und einen Flammkuchen (9,90 Euro). Der Kartoffelsalat kommt aus dem Eimer (wir vermuten vom Kaufland, das nur wenige Schritte entfernt liegt), dafür wird zu den Würstle grosszügig Unmengen von Senf gereicht. Der Flammkuchen ist frisch und farbenfroh belegt und wird einzeln warm gemacht, allerdings geht der Sättigungsgrad gegen Null. Ist ein bisschen wie Chips essen. Dafür wird hier das herrliche Bleifrei-Bier vom Brau-Campus Karlsruhe ausgegeben (die 0,3-Liter-Flasche zu 2,90 Euro), alkoholfrei und naturtrüb. Wunderbar! Haben wir ausserhalb von Karlsruhe bislang noch nirgendwo bekommen.

Unser Tisch am äussersten Ende des Bistros erfreut durch einen Ausblick auf den nahen Enzauenpark. Weiter vorne ist der Raum fensterlos. Man hat jedoch versucht, die Sechsertische freundlich zu gestalten, mit pinken Tischläufern und kleinen Pflänzlein. Die modern gestylten Plastikstühle sind tatsächlich bequemer als sie auf den ersten Blick aussehen und der helle Holzboden gibt dem Raum etwas leicht Bodenständiges.

So weit wir sehen konnten, kann das Bistro auch ohne Eintrittskarte in die Ausstellung besucht werden (aber wer sollte auf diese Idee kommen?). Die Toiletten liegen eine Etage tiefer, werden stark frequentiert, befinden sich aber noch in einem relativ guten Pflegezustand. Alle Etagen sind durch Aufzüge erschlossen und somit auch für mobilitätseingeschränkte Menschen gut und barrierefrei zugänglich. Im Sommer kann man offenbar auch auf der Dachterrasse sitzen. Kostenloses Parken ist im nahen Parkhaus möglich, eine Anreise mit Öffis dürfte sich allerdings recht kompliziert gestalten.

Angesichts der begrenzten Möglichkeiten dieses Ortes bietet die Gastronomie immerhin noch eine einladende Gelegenheit, sich zu stärken. Wir waren dankbar dafür, wenngleich schon bald wieder Hunger einsetzte. Fortsetzung folgt.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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Oparazzo und 7 andere finden diese Bewertung gut geschrieben.