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Ein Augenmerk lege ich immer auf die Preisentwicklung, die ich aufgrund einer nun viele Jahre umfassende Zeitreihe gut beurteilen kann. Hier lässt sich festhalten, dass die Getränkepreise gegenüber 2025 leicht angezogen sind und insbesondere beim Wein über Bremer Niveau liegen. Bei den Speisen unterscheiden sich die Entwicklung und das Niveau der Preise nicht merklich von dem der heimischen Restaurants.
Al Dente
Samstag, 06.06.2026
Zeche: 116,20 (zwei Personen)
Entwicklung Getränkepreise: Wasser SP 0,75l jetzt 8,20 Euro, Bitburger 0,4l wie 2025 5,60 Euro und die offenen Weine, klassifiziert, aber ohne Jahrgangsangabe, liegen zwischen 8,90 und 15,90 Euro für das 0,2l-Glas; der Rosé mit 9,50 Euro preisstabil, der Primitivo klettert um 0,90 auf 8,90 Euro. Für Frauen ist ja mittlerweile der Preis für Aperol Spritz das Maß der Dinge; hier werden 8,50 Euro fällig. Nicht selbstverständlich auf Norderney, dass Valentina einen Digestif ausgab, wir wählten einen milden Grappa.
Die vorab georderten Bruschetta für 10,90 Euro und das VT für 19,90 Euro waren schmackhaft und das VT war sehr großzügig portioniert. (Das VT kam letztes Jahr noch auf 17,90 Euro.) Also ein solider 4-Sterne-Start. Dann Saltimbocca alla Romana (27 Euro) gegenüber und Pollo alla Livornese (25,90 Euro) für mich. Jeweils mit Kartoffeln und einem Salat. Die kräftig angebratenen Kartoffelviertel in der Schale hätten gut gefallen, wenn sie nicht übersalzen gewesen wären. Auch die Kalbsschnitzel hatten zu viel Salz mit auf den Weg bekommen. Meine Pollobrust war von reichlich Tomatensugo mit Cherrytomaten, Oliven und Kapern bedeckt, der damit, wie erhofft, kräftig würzig ausfiel. Die Portionsgrößen beachtlich und das Preisniveau liegt nicht über dem Bremer.
Donnerstag, 11.06.2026
Zeche: 104,20 (zwei Personen)
Beim zweiten Besuch bekamen wir erst einmal zum guten Stangenbrot auch einen Mascarponedip. Dann wählten wir das Rindercarpaccio für 19,90 Euro. Das Fleisch von sehr guter Qualität. In anderen Restaurants wird das Carpaccio gerne mit dünnen Champignonscheiben oder Rucola drapiert, hier kam es puristisch daher.
Danach stand mir der Sinn nach Pasta und ich wählte die Linguine Putanesca mit Oliven, Kapern und Sardellen in Tomatensoße; eine von mir sehr geschätzte Kombination, die auch hier überzeugte. Gegenüber wieder das Saltimbocca alla Romana. Dieses Mal moderat gesalzen und auf Wunsch mit Spaghetti. Meine Begleiterin hat es richtiggehend weggeputzt, was die höchste Auszeichnung für ein Tellergericht ist!
Fazit: Das Al Dente ist nach wie vor eine Einkehr wert. Von der Übersalzung am Samstag als kleine Schwäche abgesehen, haben wir wieder schmackhaft gespeist und die Wiedersehensfreude bei Valentina, die den Service alleine besorgen musste, weil ihr Mann in die Küche zurückgekehrt ist, schafft nette Vertrautheit, auch wenn wir sie nur einmal im Jahr besuchen. Heuer allerdings mit doppelter Einkehr, weil es mir im letzten Jahr im Da Sergio überhaupt nicht gefiel, binnen einer halben Stunde mit Vor- und Hauptspeisen abgefüttert zu werden!