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GastroGuide-User: PetraIO
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vor 2 Monaten
"Tolles Azubimenü: Da kann man sich auf eine genüssliche Zukunft freuen!"

Geschrieben am 26.02.2021 | Aktualisiert am 27.02.2021
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Besucht am 14.02.2021 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 119 EUR
Auf der Suche nach Ersatzangeboten zum Restaurantbesuch stieß ich auf das Restaurant LUMI im Hotel Seezeitlodge.

Auch schon wieder eine Weile her, da verbrachten wir hier einen schönen Abend mit den Saarschmeckers 2018. Die Zeit vergeht zu schnell.

Auch im Lockdown geht die Ausbildung weiter. Unter der Leitung von Küchenchef Daniel Schöfisch kreieren die Nachwuchstalente jeweils zum Wochenende ein Abholmenü. Dies ist in der Regel fertig und zum sofortigen Verzehr gedacht. Bei gut 30 Minuten Fahrzeit für uns schied das Angebot leider aus.

Anders das Menü zum Valentinstag und dies bestellten wir sofort:

Zur vereinbarten Zeit trafen wir mittags am Valentinstag ein. Das Hotel mit großem Spa- und Wellnessbereich wurde vor wenigen Jahren in leicht erhöhter Lage am Bostalsee erbaut.

Parkplätze stehen selbstverständlich für die Gäste kostenlos zur Verfügung. In der aktuellen Zeit durften wir direkt vor dem Eingang parken.
Hoteleingang
Ein junger Herr empfing uns freundlich und holte in der Küche unser perfekt verpacktes Valentinspaket.
Die zum Menü gehörende Flasche Sekt gab es direkt in die Hand. Ebenso die schöne Menükarte mit Zubereitungsanleitung und Anrichtevorschlägen.

Während des Zahlens ein kurzer Plausch mit dem jungen Herrn. Natürlich hoffet das gesamte Personal bald wieder richtig durchstarten zu können. Wir wurden nett verabschiedet. Nicht, ohne uns einen schönen Abend und guten Appetit zu wünschen.

Wir nutzten unseren Ausflug noch für einen Spaziergang entlang des Seeufers.
Der Bostalsee mit Blick zur verborgenen Seezeitlodge
Zu Hause angekommen packte ich natürlich neugierig sofort unser Überraschungspaket aus!
Besser als Zalando ;-)
Und das sah alles schon mal sehr gut aus und weckte die Vorfreude auf den Abend.
Komplettes Abholmenü
Alles sauber verpackt und beschriftet. Nur der Wolfsbarsch im Salzteig hatte den Transport leider nicht unbeschadet, der Salzteig war ein wenig gerissen.
Wolfsbarsch in Salzkruste
Dies spielte letztlich keine Rolle, dazu später mehr.

„In freudiger Erwartung“ trieb es mich an diesem Abend recht früh in der Küche.

Die Komponenten der Vorspeise hatte ich frühzeitig aus dem Kühlschrank genommen und auf Zimmertemperatur gebracht. Hier stand nur noch das Anrichten auf dem Plan. Was im Restaurant unmöglich ist, so konnte ich hier den Löffel der Selleriecrème abschlecken… hmmm!

Auf den Waldorfsalat, inzwischen wohl leider „aus der Mode“ gekommen freute ich mich besonders.
Pastrami kostete ich bisher erst 1 x, dabei wollte ich es auch belassen. Die Pastramiportion war sehr großzügig bemessen. Um den Teller nicht zu überladen richtete ich nur etwas mehr als die Hälfte an (die feine andere Hälfte folgte zum Frühstück).

Zur Vorspeise die Flaschengärung „Lumi-Sekt brut“. Dahinter verbirgt sich die Sektkellerei Bernard-Massard, Trier. Ein für „brut“ überraschend fruchtiger Sekt.

Sehr begeistert waren wir von dieser Vorspeise.
Vorspeise
Die Vorbehalte zur Pastrami verflogen nach dem ersten Bissen sofort. Sehr zartes Rindflleisch mit aromatischer Würze. Und glücklicherweise dezent geräuchert.
Der Waldorfsalat frisch, knackig, aber auch cremig und mild. An feinem Selleriearoma fehlte es ihm nicht. Alles was deser Klassiker braucht!
Apfelgel und kandierte Walnüsse brachten fruchtig-süße Akzente in die Vorspeise.
Die Selleriecréme ein Träumchen, es schmolz auf der Zunge.
An der Nachahmung dieser Vorspeise werde ich mich definitiv versuchen, nur an die Pastrami traue ich mich nicht ran.

Weiter ging es mit der Hummerschaumsuppe.
Die Suppe vorsichtig erwärmt. Den prall gefüllten Ravioli gönnte ich, entgegen der Anleitung, ein Dampfbad. Eigentlich sollten sie im Topf garziehen. Im Dampfgarer wußte ich aber: Hier platzen sie sicherlich nicht auf!
So war es dann auch (hätte natürlich auch im Topf funktionieren können).
Aber wenn die „Nachwuchstalente“ sich so viel Mühe geben, wollte ich dies auch!

Die Suppe kurz aufgeschäumt. Angerichtet war schnell. Ravioli, Suppe und die Cantaloupemelone obenauf.
Hummerschaumsuppe, Krustentierravioli, Canaloupemelone
Auch dieser Gang machte einfach Freude! Eine perfekt abgestimmte feincremige Suppe mit gutem Krustentieraroma. Die Ravioli brachten Biss und vollendeten den Geschmack… quatsch: Die Melone machte den runden Teller mit dezenten Fruchtnoten richtig rund.

Weiter sollte es mit dem Wolfsbarsch zum Hauptgang gehen, aber wir mussten 24 Stunden unterbrechen.

Kurze persönliche Erklärung: Mein Mann hat leider nach 12 Jahren zum zweiten Mal einen Zwerchfellbruch. Nach vielen Wochen endlich eine Diagnonse und ein OP-Termin übernächste Woche. An diesem Abend war sein maximaler Sättigungsgrad erreicht und das schöne Essen sollte nicht zur Qual werden. Hungrig war auch ich nicht mehr (Appetit schon), Vorspeise und Zwischengang waren gut bemessen. Wir beschlossen, den Valentinstag auf 2 Tage zu verteilen.

Montagabend stellte sich dann heraus, dass der entdeckte Riss in der Salzkruste des Wolfbarsches kein Problem mehr war. Durch die Lagerung hatte sich der Salzteig verflüssigt und ich war ein wenig ratlos aufgrund mangelnder Salzteigerfahrung.
Im Vorrat hatte ich noch Blätterteig. Umbetten?

Ich wählte den Notruf! Chefkoch Daniel Schöfisch überzeugte mich schon vorab durch angenehme und aufmerksame Präsenz. Auch hier war er sofort zur Stelle und ich konnte ihn schnell beruhigen: Keine Reklamation des Valentinstagsmenü! Ich folgte dem Tipp: die beiden Wolfsbarschfilets wegen des hohen Salzgehaltes der ehemaligen Kruste reinigen, keinesfalls salzen und kurz braten.

In separater Pfanne wurden die Gnocchi goldgelb angebraten. Parallel wurde der  Tomatenfenchel im Wasserbad erhitzt und die Safranvaluté erwärmt und kurz aufgeschäumt.
Wolfsbarsch, Safranvaluté, Tomatenfenchel, Gnocchi
Der verzögerte Hauptgang überzeugte immer noch. Der grätenfreie Wolfsbarsch, durch das eingezogene Salz leicht „angebeizt“, war immer noch saftig und fein.

Große Gnocchifans sind wir nicht. Aber diese frischen Gnocchi punkteten auf ganzer Linie! Perfekte Konsistenz und sehr fein abgeschmeckt. Ein wenig Salz und Pfeffer, frische Muskatnuss obenauf, mehr brauchte es nicht.

Mein Mann liebt Fenchel, ich mag ihn. Hier überzeugte mich der Fenchel auch vollkommen. Noch mit schönem Biss auf dem Teller und durch den Tomatensud sehr rund und mild.

Das Dessert stand noch aus. Der Schokoladenbrownie kurz aufgebacken, Schokosoße erwärmt und anrichtet.
Schokoladenbrownie, Vanillesphere, Schokoladenerde, glasierte Feigen
Es erschloss sich das perfekte Schokomalheur mit aufgebrochener Schokokugel-Vanillephere.
Schokoladenbrownie, aufgebrochene Vanillesphere, Schokoladenerde, glasierte Feigen
Minze und Blaubeeren steuerte ich bei.

Ganz besonders gefielen mir die kleinen kandierten Feigen mit ihrem typischen kernigen Knusper. Süßer Genuss pur. Ich hoffe, man kann es sehen!

Und zur Verabschiedung unseres 2-tägigen Valentinstagsmenü gab es noch weitere süße und feine Verführungen:


… wenn einem so viel Gutes widerfährt, bestellt man gleich das Menü zum nächsten Wochenende! Fortsetzung folgt!

Glückwunsch an die Nachwuchstalente! Engagement und Herzblut waren vom Auspacken bis zum Genießen spürbar. Ausbildung unter sehr erschwerten Bedingungen. Aber nach diesem (und dem folgenden) Menü) sind wir überzeugt: Ihr schafft das! Danke!

Auch nicht unerwähnt soll die tolle Erreichbarkeit des Küchenchefs bleiben!
 
 
 
 
 
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
keine Wertung
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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