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GastroGuide-User: Jenome
einen Beitrag zum Broilerstübl in 02747 Berthelsdorf geschrieben.
vor 5 Jahren
"Nach fast drei Jahren öffnet das „Broilerstübl“ in Berthelsdorf wieder. Die jungen Wirtsleute kommen aus der Slowakei."

Geschrieben am 03.06.2015
Von außen sind die Veränderungen bereits sichtbar. Die beliebte Gaststätte „Broilerstübl“ hat einen neuen Anstrich bekommen. Statt in Weiß leuchtet sie jetzt in einem gelb-grünen Farbton. Hauseigentümer Dieter Angenendt will zeigen, dass „sich am Haus etwas tut, hier wieder eine Gaststätte öffnen wird“.


Als Rentner will der Norddeutsche selbst nicht mehr in der Küche und am Tresen stehen, das überlässt er jungen Leuten. Diese hat er aus der Slowakei, in der er jahrelang unternehmerisch tätig war, mitgebracht. Sie gehören in Person von Tomas Hulin sogar zur eigenen Verwandtschaft. Der 19-jährige Cousin hat zwar in der Baubranche Maurer gelernt, aber für seinen Onkel ist er „ein begnadeter Hobbykoch“. Das Wort Hobby soll jetzt wegfallen, wenn der Slowake die Küche übernimmt. Die Gaststätte leiten Jana Pevná und ihr Lebenspartner Dusán Orság. „Ich kenne Dusán schon einige Jahre, er hat in verschiedenen Restaurants gearbeitet und war auf der Suche nach einem eigenen. In Tschechien war für ihn nichts zu finden, und wenn, dann sehr teuer. Also bot ich ihn Berthelsdorf an“, erläutert Dieter Angenendt, wie er zum Personal gekommen ist.

Eigentümer ist Dieter Angenendt seit dem 17. April. An diesem Tag hat er unter notarieller Aufsicht den Kaufvertrag mit dem bisherigen Eigentümern, Harald und Eveline Menschel, unterschrieben. Menschels sind froh, dass ihr Stübl nach zweieinhalb Jahren Leerstand jetzt einen neuen Besitzer gefunden hat – und was ihnen genauso wichtig ist: dass es als Gaststätte fortbesteht. Drei Jahrzehnte hatten Menschels dieses Lokal geführt, das bekannt war für die gute Küche. Doch mit 68 und 67 Jahren wollten beide Gastronomen 2012 in Rente gehen, was sie im September auch taten.

Dusán Orsag weiß um den guten Ruf des „Broilerstübls“. „Es wird für uns Ansporn und Herausforderung sein, unseren Gästen gute Gerichte anzubieten“, sagt der 36-Jährige. Deshalb ist sich die neue Mannschaft auch einig, den Namen „Broiler-stübl“ beizubehalten. Auch wenn der früher so beliebte „Gummiadler“ als Broiler erst einmal nicht auf der Speisekarte stehen wird. „Wir wollen deutsche und slowakische Gerichte als Hausmannskost anbieten“, sagt Dusán Orsag und zeigt bereits die ausgearbeitete Speisekarte. Dort finden sich Fleischgerichte wie Schnitzel und Steak wieder, aber auch Suppen, Fischgerichte und vegetarische Kost. „Wir wollen klein beginnen und schauen, was unsere Gäste so mögen. Danach erweitern wir unser Angebot“, so der gelernte Konditor. Denn nicht nur Mittagstisch soll angeboten werden, sondern auch Kaffee und Kuchen bis hin zur warmen Küche am Abend.

Dieter Angenendt sagt, dass die Gaststätte zwei Öffnungszeiten habe, von 11 bis 14 Uhr und von 17 bis 22 Uhr. „Ob wir am Wochenende durchgehend öffnen, ist von der Resonanz abhängig“, sagt der frühere Unternehmer. Montag wird der Ruhetag sein. Wann geöffnet wird, darin sind sich Besitzer und Betreiber noch nicht so richtig einig.

Dieter Angenendt sieht noch die viele Arbeit, die im Haus zu erledigen ist. Denn er hat mit dem Kauf die Gaststätte samt Inventar übernommen, das in die Jahre gekommen ist und nun aufgefrischt beziehungsweise erneuert werden muss. Dusán Orsag und Jana Pevná sind sich einig, noch diesen Monat öffnen zu wollen. „Wir hatten bereits zu Pfingsten und jetzt am Wochenende Leute vor der Tür stehen, die gern einkehren wollten. Wir mussten sie auf später vertrösten“, sagt Dusán Orság. Für ihn ist das ein gutes Zeichen, dass das Broilerstübl noch ein Begriff ist und die Gäste auch gern wieder hier einkehren möchten.

Der Hähnchengrill, der bei Menschels ständig in Betrieb war, steht zwar bereit, „nachdem ich ihn vier Stunden lang sauber gemacht habe“, erklärt Dieter Angenendt. Wie sagte Dusán Orság? „Die Gäste entscheiden, was auf unserer Speisekarte steht.“ Vielleicht entscheiden sich doch viele wieder für das gebratene Hähnchen. Dann hätte Dieter Angenendt den Grill nicht umsonst geschrubbt. 


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