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GastroGuide-User: Lodda
hat Seeperle in 88085 Langenargen bewertet.
vor 1 Jahr
"Insgesamt betrachtet ganz gut, trotzdem mit leichten Abstrichen!"

Geschrieben am 10.06.2018
Besucht am 29.05.2018 Besuchszeit: Abendessen 8 Personen
Allgemein
 
Dienstagmorgen am Frühstückstisch offenbarte uns eine unserer Frauen, dass sie beim frühmorgendlichen Walking ein Restaurant entdeckt hatte mit kleiner, aber feiner Speisekarte. Auch auf den ersten Blick machte das Haus einen sehr guten Eindruck auf sie. Wollen wir da heute Abend mal einkehren. Allgemeiner Tenor, ja gerne.
 
Und so kam es, dass sie nach unserer Rückkehr von einem Tagesausflug nach Konstanz an der Seeperle in der unteren Seestraße schnell mal aus dem Auto ausstieg und für acht Personen um 19 Uhr im Garten reservierte. Was endlich mal kein Problem darstellte.
 
Es handelt sich bei der Seeperle um eine noch ziemlich neue Anlage. Ein relativ neuer Komplex, der von jungen, motivierten Leuten geführt wird. Hotel mit Gästezimmern, Suiten, Café, Terrasse und Garten. In einem Nebengebäude außerdem Ferienwohnungen. Der erste Eindruck war schon mal klasse. Eigene Konditorei sowie auch Brennerei gehören dazu. Im Gegensatz zum Ortskern können an der Straße auch Autos geparkt werden. Wir kamen allerdings, wie immer in dieser Woche, zu Fuß.
 
Auf GG war die Seeperle jedenfalls auch noch nicht gelistet, wie sich nach der Heimkehr beim Schreiben meiner Rezi rausstellte. Eine wirklich gut und übersichtlich gemachte Homepage des Hauses gibt nähere Auskünfte.
 
 
Service
 
Als wir gegen 19 Uhr dort eintrafen wurden wir von einer jungen weiblichen Servicekraft freundlich begrüßt und in den Garten geführt. Dort warteten zwei nebeneinander im Abstand von ca. 1 m stehende massive Holztische mit rustikalen Holzbänken, bequem mit Sitzkissen darauf, dass wir uns niederließen. Jeweils vier Personen pro Tisch.
Unser Tisch

Jeder Person wurde von ihr eine kleine Speisen- und Getränkekarte mit Karton-Umschlag in die Hand gereicht. Sie ließ uns ordentlich Zeit, bevor sie die Getränkewünsche abfragte. Zügig kamen die georderten Kaltgetränke an den Tisch. Die übersichtlich angebotenen Gerichte in der Speisekarte, die übrigens auch auf der Homepage des Hauses anzuschauen sind, machten schon beim Lesen Appetit.
 
Freundlich und aufmerksam erledigte sie ihren Job. Leere Gläser wurden gesehen. Der Getränkenachschub lief einwandfrei. Fragen zu den Gerichten wurden freundlich beantwortet. Beim Servieren wurde sie von einer zweiten jungen Dame unterstützt. Die Frage, ob alles in Ordnung ist oder auch, ob es geschmeckt hat sowie nach der Zufriedenheit des Gastes ist hier obligatorisch.
Wir fühlten uns allgemein gut umsorgt.
 
Allerdings hatte Schätzchen eine Reklamation bezüglich ihres bestellten Essens, was die Bedienung mit einem: Ich sag es der Küche, schulterzuckend entgegennahm. Eine Erklärung bzw. Resonanz vom Hause erfolgte nicht.
 
Deshalb kleiner Punktabzug für den Service.
 
3,5 GG*
 
 
 
Das Essen
 
Ich bewerte beim Essen logischerweise nur die Gerichte, die an unserem 4er-Tisch serviert wurden. Der Nebentisch, das kann ich schon im Voraus sagen, war allgemein äußerst zufrieden mit dem was Ihnen präsentiert wurde, und so wurde beschlossen, dass wir am nächsten Tag noch mal dort einkehrten.
 
Meine Wenigkeit entschied sich am ersten Abend für Zanderfilet auf der Haut gebraten mit Mandelbrokkoli und Butterkartoffeln (17,90 €).
Zanderfilet

Drei kleine, perfekt gebratene Filets, eine riesige Brokkolirose, sowie eine einzige in vier Stücke geschnittene Kartoffel sahen auf den ersten Blick aus, als müsste ich mir zum Sattwerden noch was nachbestellen. Dem war aber nicht so. Der Teller wurde leergeputzt und ein angenehmes Sättigungsgefühl war auch vorhanden. Lodda hats geschmeckt.
 
Schätzchen entschied sich für einen großen Salat mit frisch gebratenem Lachs und Gambas (11,90 €).
Großer Salat

Frisch waren hier die Salate, schön knackig im Biss die Gambas, auch das dazu gereichte Weißbrot war frisch, aber unter frisch gebratenem Lachs hatte sie sich was anderes vorgestellt. Die würfelgroßen Stücke waren kalt und grau, fest und sahen so ganz und gar nicht nach frisch gebratenem Lachs aus. Nach dem Probieren eines Stückes von ihr wie auch von mir war klar, diese Stückchen mussten liegenbleiben. Weder sahen sie nach Lachs aus noch waren sie genießbar. Allein vom Probieren her kam schon die Befürchtung auf, dass man sich hoffentlich nicht den Magen verdirbt. Dies blieb dann auch Gott sei Dank aus.
 
Mein Schwager gegenüber bestellte die Fischplatte „Seeperle“. Bestandteile. Felchenfilet Zanderfilet, Scholle und Gambas auf Salat mit Butterkartoffeln (21,- €). Alle Bestandteile top zubereitet, der Salat mit einem schmackhaften Senf-Dressing durchmischt. Er war begeistert. Allerdings hätte man aus unserer Sicht dieses Gericht nicht auf einem ganz normalen Teller, sondern eher auf einer größeren Platte servieren sollen. Optisch sah das Ganze nämlich nicht gerade nach einer Fischplatte aus. Vielleicht ist aber auch das Ensemble der Bedienung beim Tragen von der Küche an den Tisch leicht verrutscht.
Fischplatte

Meine Schwester entschied sich für Rinderstreifen mit Zwiebeln, Paprikastreifen, Kartoffelbrei (18,90 €). Die angebotenen Rinderstreifen beinhalteten nicht das Wort Filet und so war auch kein Filetstreifen auf dem Teller. Durchgebraten, aber nicht zäh. Mit den Zutaten und einer schmackhaften Sauce ein dennoch gelungenes Gericht ohne einen besonderen Touch. Kartoffelbrei zur Sättigung war jedenfalls ordentlich auf dem Teller. Schwesterlein hatte jedenfalls nichts auszusetzten.
Rinderstreifen mit Kartoffelbrei

Getränke an unserem Tisch waren gezapft: Meckatzer Weißgold (0,5 l, 3,50 €), Meckatzer Hefeweizen (3,60 €), aus der Flasche Pils (0,33 l, 3,10 €), Konstanzer Sonne Grauburgunder (0,25 l, 6,80 €). Ausnehmend gut die Digestive aus eigenem Brand: Williams Birne (2 cl, 5,20 €), Himbeergeist (2 cl, 4,60 €).
 
Vom zweiten Abend ist nur mein gewähltes Gericht zu bewerten, die Speisen der anderen waren zum großen Teil die gleichen wie am Vorabend, nur nicht von denselben Personen.
 
Schlemmertöpfchen, Gambas in Knoblauchöl mit Brot (13,90 €).
Schlemmertöpfchen

Auf dem Teller vier halbe Scheiben geröstetes Toastbrot. In der Mitte das Töpfchen mit einer ordentlichen Tiefe, in der sich so ca. 40 bis 50 Gambas befanden. Hervorragend im Biss, tolle Schärfe im Knobiöl, eine sogenannte Cholesterinbombe. Deshalb verteilte ich schweren Herzens so ca. 20 dieser geschmackvollen Meerestierchen an meine Tischnachbarn. Die dieses Angebot gerne annahmen. So hatte ein jeder eine Knobifahne. Insgesamt in Qualität und Quantität ein tolles Gericht.
 
Insgesamt gesehen waren mindestens sieben Personen sehr glücklich mit ihrer Wahl. Der nicht perfekt Salat vom Vortag mindert den Gesamteindruck, was das Essen betrifft, nicht, so dass ich gerne
 
4 GG-Sterne vergebe.
 
 
Ambiente
 
Die Innenräume habe ich nur zum Gang auf die Toilette gesehen. Kann deshalb zum Ambiente nichts sagen. Der Garten ist jedenfalls einladend. Die Tische in ordentlichem Abstand. Sehr schöner und angenehmer Aufenthalt deshalb möglich
 
 
Sauberkeit
 
Tische, Bestecke, Teller, Gläser machten alles sauberen Eindruck. Da gibt es nichts zu bemängeln. Dasselbe gilt auch für die Toiletten.
 
 
Mein Fazit:
 
Angenehme Atmosphäre, insgesamt freundliches Personal. Stimmiges Konzept. Aufgrund der gemachten Erfahrung und Handhabung der berechtigten Reklamation nach dem Verzehr des großen Salattellers möchte ich nur eine 90-prozentige Empfehlung fürs Restaurant aussprechen.
 
 
Gesamteindruck:
 
4 GG-Sterne
 
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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