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GastroGuide-User: Hanseat1957
Hanseat1957 hat Restaurant Oktopussy im Hotel New Wave in 26548 Norderney bewertet.
vor 2 Stunden
"Originelle Küche. Oktopus als "Signature Dish" hervorragend."

Geschrieben am 19.06.2026
Prolog Norderney 2026: Alle Jahre wieder im Juni eine Woche Norderney und über unsere Einkehren will ich gerne zur Orientierung anderer Inselbesucher berichten. Heuer hatte ich für fünf der sieben Abende sehr früh Reservierungen getätigt, so dass die kulinarische Logistik gesichert war.

Ein Augenmerk lege ich immer auf die Preisentwicklung, die ich aufgrund einer nun viele Jahre umfassende Zeitreihe gut beurteilen kann. Hier lässt sich festhalten, dass die Getränkepreise gegenüber 2025 leicht angezogen sind und insbesondere beim Wein über Bremer Niveau liegen. Bei den Speisen unterscheiden sich die Entwicklung und das Niveau der Preise nicht merklich von dem der heimischen Restaurants. 

Mittwoch, 10.06.2026
Zeche: 141,90 Euro (zwei Personen)
 
Das Oktopussy spielt in der „Exklusiv“-Liga der Norderneyer Gastronomie, ist aber im Quervergleich für das Gebotene noch erschwinglich, was natürlich relativ ist. Aber die 142 Euro war uns der Besuch wert.
Das AG besteht aus einem sehr guten Sauerteigbrot, einer Zwiebelbutter, Olivenöl und Salz und wird auf einem Holzbrett serviert. Das macht optisch was her und vergnügt das Warten. Ich hatte mich schon vorher auf den sous vide gegarten Oktopus als Vorspeise kapriziert. Ein Traum von Röstaromen und Zartheit im Biss. Abgelegt waren die Tentakelstücken auf einer Salsa mit Paprikastücken; Brotchips und zwei Kleckse Aioli komplettierten den Teller. Das war seine 15,50 Euro wert. Derselbe Preis war aufgerufen für „Caprese mal anders“ gegenüber, was mich nicht überzeugte und überteuert ist im Vergleich zum Oktopus.
Eine gute Portion Kalbsfrikadelle mit Speckbohnen, Kartoffeln und Dijonsenfsoße für 26,50 Euro war dann ein guter Treffer. Meine Begleiterin fand die Frika etwas trocken, was ich nicht nachvollziehen konnte. Sie war kräftig gewürzt und harmonierte gut mit der Senfsoße, die nicht säuerlich ausgefallen war, was ich bei Senfsoßen schon leidvoll erlebt habe. Auch von der Portionsgröße her eine gute Wahl.
Ich hatte mir Zweierlei von der Makrele ausgesucht für 33,50 Euro. Auf einem kleinen Teller die gebeizte Makrele und auf dem großen Teller ein Stück der Gelbschwanzmakrele, Reisplätzchen, Wakame, etwas grüner Spargel und wohl Pak Choi. Ein Gericht aus der Kategorie Kreativität mit mehreren kleinen Geschmackserlebnissen. Wiederholt würde ich es nicht ordern, sondern die große Portion Oktopus eindeutig vorziehen. In Summa sind wir gut gesättigt und zufrieden von dannen gezogen.
Die Getränkepreise geben ein gemischtes Bild ab. Das Hauswasser in ansprechender Flasche wird für 0,7l für sehr faire 4,90 Euro angeboten. Die Flasche Cabernet Sauvignon & Merlot Rosé von Pfaffmann, vorschriftsmäßig im Eiskühler an den Tisch gehängt, ist mit 32 Euro ebenfalls gastfreundlich kalkuliert (wird im Onlinehandel mit 12 Euro aufgerufen). Die offenen Weine von Dreissigacker kommen für 0,2l auf stolze 11 Euro. Das Norderneyer Pils ist mit 3,50 Euro für 0,2l auch sportlich angesetzt.
Der männlich besetzte Service ist professionell und angenehm lässig.
Das Oktopussy ist keine „Grundnahrung“, aber man sollte es sich gönnen (an zwei Nachbartischen waren Geburtstage der Anlass für die Einkehr), zumal man auch bei einem Italiener wie dem Al Dente schnell bei 120 Euro ankommt.