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GastroGuide-User: simba47533
hat im blauen Fenster in 66119 Saarbrücken bewertet.
vor 3 Monaten
"Aus einem Wein- und Käseladen wurde ein kleines schnuckeliges Café .........."
Verifiziert

Geschrieben am 01.09.2019 | Aktualisiert am 01.09.2019
Besucht am 01.09.2019 2 Personen Rechnungsbetrag: 16 EUR
Bis vor einiger Zeit wurde am Markt in St.Arnual (die Bezeichnung für Einheimische lautet "Daarle") von der Witwe des einst weit über die Grenzen Saarbrückens bekannten Gastronomen und Kochs Jürgen Becker (der Sohn führt seit dem Tode des Vaters die Traditions-Gaststätte "Zur Linde" schräg gegenüber) ein exquisiter kleiner Wein- und Käseladen betrieben. Aus der Zeitung hatten wir erfahren, dass in den Räumen dieses Ladens vor Monaten ein (wahrscheinlich unter gleicher Leitung laufendes) Café seinen Platz gefunden hätte. Da meine Frau an Sonntagvormittagen gerne Orgelkonzerte (Dauer 30 Minuten) in der Stiftskirche, ebenfalls am Daarler Markt gelegen,  besucht, bin ich diesmal mitgefahren. Im Gegensatz zu ihr steuerte ich allerdings nicht die Kirche sondern direkt  den Aussenbereich des Cafés "Im Blauen Fenster" an. Leider war ich für Fotos des Cafés bzw. unserer Bestellungen nicht gerüstet; gegebenenfalls reiche ich mal welche nach.

Ambiente: Im Aussenbereich dürften etwa 25 Personen Platz finden, es gibt zwei größere Tische mit Bänken und kleine Vierer- bzw. Zweiertische mit Bestuhlung. Ebensoviele Plätze gibt es im wirklich kleinen Innenbereich, wobei hier die drei Barhocker direkt am großen Fenster bereits mitgezählt sind. In einigen Nischen im Innenbereich stehen Trinkgläser  für Wein und Schnaps; da Preisschilder daran kleben und einige der Gläser auch beworben werden, kann man solche Gläser wohl  direkt erstehen, ebenso wie Flaschenweine. Das Ambiente ist nicht ungefällig, wenn man gerne dicht an dicht aneinanderhocken mag; ich habe lieber etwas mehr  Bewegungsfreiheit und vergebe daher für das Ambiente auch nur zweieinhalb Sterne.

Sauberkeit: sauber, keine Frage, auch im nicht nach Geschlechtern getrennten klitzekleinen Nassbereich. Fünf Sterne.

Service: Eine einzige Aushilfskraft muss heute am Sonntag sowohl den dem noch sommerlichen Wetter geschuldeten gut besuchten Aussenbereich wie auch den ebenso gut besuchten Innenbereich betreuen; nicht gerade ein Kinderspiel und alles dauert eben etwas länger. Ein Paar am Tisch neben mir erwog ernsthaft, seine Getränke  zu bezahlen und nicht mehr auf das bestellte Frühstück, das wohl nicht kommen mochte (irgendwann kams dann doch), zu warten. Wobei hier die Wartezeit eindeutig zu Lasten der Mini-Küche gegangen sein dürfte. Nicht so lange warten musste ich auf mein Getränk, auch die Bestellung meiner später hinzugekommenen Frau wurde zügig aufgenommen und für uns nicht wesentlich später gebracht. Dass die junge Frau, obwohl am ein und anderen Tisch wegen der durch die Küche verursachten teilweise längeren Wartezeiten gemault wurde, ihre gute Laune nicht verloren hat und immer freundlich geblieben ist, verdient wirklich Anerkennung. Normalerweise hätte ich drei Sterne für den Service vergeben, so wird es einer mehr.

Essen und Trinken: Es gibt eine Frühstückskarte mit diverse Frühstücksvarianten, wobei das teuerste Frühstück, soweit ich es noch in Erinnerung habe, EUR 12,50, kostet und das einfachste knapp EUR 4,00. Auch sind mehrere unterschiedliche Kuchen zu haben. Die Getränkekarte geizt speziell bei den Weinen (ein Weisser, ein roter und ein Rosé sowie der im Saarland unvermeidliche Crémant) mit Informationen. Die Frage, ob der Rotwein denn trocken sei, konnte mir aus dem Stand nicht beantwortet werden. Der Service versprach Auskunft einzuholen und kam mit einem Probeschluck für mich zurück; so gehts natürlich auch. Der Rote erwies sich als trinkbar und ich bestellte 0,2l für EUR 4,90. In den Keller gelegt hätte ich ihn mir allerdings nicht. Meine Frau nahm einen Milchshake (EUR 4,50) und einmal "Lyonerland" für EUR 4,90. Was sich als eine der diversen Frühstücksvariante entpuppte: Drei Dreiecke von angeröstetem Vollkornbrot belegt mit Scheiben von der saarländischen "Nationalwurst", dem Lyoner (die Geister scheiden sich, ob es "der" oder "die Lyoner" heisst) und über die Scheiben drapiert Streifen von eingelegten Gurken.  Dazu ein Gläschen mit Streifen von unterschiedlichfarbigem Paprika. Dem Vernehmen nach soll alles gut geschmeckt haben, auf das  übliche Probehäppchen und den fälligen Probeschluck hatte ich diesmal verzichtet. Hatten wir zunächst im Aussenbereich gesessen, vertrieben uns, als das Essen meiner Fau kam, mindestens in Geschwaderstärke anrückende raublustige Wespen nach drinnen; vor und mit uns flüchteten auch andere Gäste. Für "Essen und Trinken" vergebe ich äusserst gutgemeinte drei Sterne; Highlights waren hier nicht zu entdecken und die Anfertigung von so etwas wie "Lyonerland" sollte einen Küchenazubi ab der zweiten Woche seiner Lehrzeit nicht mehr überfordern.

Preis-/Leistungsverhältnis: Es liegt im gleichen Bereich wie bei "Pulvermüller" oder "Zur Linde"; die drei Gastros am Daarler Markt tun sich da nichts. Drei Sterne.

Fazit: Am Daarler Markt sitzt es sich insgesamt schön und vor allem ruhiger als am St.Johanner Markt, dem "Wohnzimmer der Stadt Saarbrücken". Allerdings spricht mich das Café "Im Blauen Fenster" eher an wenn es "nur" um eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen geht. Mein Favorit bleibt hier am Markt nach wie vor  mit weitem Abstand das benachbarte Gasthaus "Zur Linde".
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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