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GastroGuide-User: x2x
hat Mu-Kii | Panasian Tapas in 42103 Wuppertal bewertet.
vor 3 Monaten
"Pan Asia Gastronomie mit neuem Tapas Konzept - Gewöhnungsbedürftig"

Geschrieben am 19.10.2020 | Aktualisiert am 19.10.2020
Besucht am 08.08.2020 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
* Nein all you can eat Chinesen ist nicht unsere Welt. Doch das vor wenigen Monaten eröffnete Mu-Kii, machte uns trotzdem neugierig. Zwar all you can eat, aber anstatt Buffet, Asia Tapas a la carte. Wie geht das ? Nun jeder der eines der 4 Mu-Kii Restaurants in Deutschland aufsucht (2 x Dortmund, 1x Saarbrücken, 1x Wuppertal), sollte sich zunächst im Internet über das Konzept informieren. Es handelt sich quasi um die neuste Version der Asia-all you can eat Restaurants, also AYCE 3.0. Es gibt klare Vorgaben und Spielregeln, die es gilt zu beachten. Dazu gleich mehr.

* Wir hatten online reserviert, die Bestätigung kam rasch. Wir betraten das Restaurant, wurden nett begrüßt und zu einem Tisch begleitet. Um es es auf den Punkt zu bringen, ein puristisches Ambiente, auf das notwendigste beschränkt. Trotzdem ein sehr zeitgemäßes Design. Vor allem kein übliches China-Bling-Bling, bis auf einen übersättigten und adipösen Buddha und einigen Mini-Buddhas. 

* Obwohl wir uns das Konzept schon vorher im Internet angesehen hatten, vertieften wir uns nochmals kurz in die tatsächlich so bezeichneten "Spielregeln". Zunächst sucht man sich am Abend beim Dinner aus einem umfangreichen Pan Asia Tapas Angebot maximal 5 Items a Person aus. Erst wenn man diese (vollständig) verzehrt hat, kann man die nächste Bestellung abgeben. Sehr deutlich wird angemerkt, dass man bei Mu-Kii Verschwendung nicht schätzt. Eventuelle Reste-Rückgaben aus der Bestellung, werden mit 1.- Euro pro Tapa bei Sushi und Salaten und mit 2,- Euro bei warmen Gerichten berechnet. Diese so genannten "Spielregeln" sind in einer sehr diktatorischen Ausdrucksform so verfasst, dass der Gast befürchten muss, dass bei Zuwiderhandlung ein chinesischer Schwertkämpfer auftaucht und den Gast enthauptet. Die Bestellung erfolgt auf einem Tablet. Eine Corona bedingte Registrierung wickelt der Gast über eine App ab, mit der Angabe wann man erschienen und wann man gegangen ist. Ich flüsterte Hasimausi zu, dass das Essen ganz sicher von einem China-Roboter serviert wird, und keinesfalls von einem menschlichen Wesen.

* Wir vertieften uns mittels des Tablet in das Angebot von Sushi, Rolls, Salaten, Nudeln und Reisegerichten. Über Suppen, Ente, Spießen (Kushi) jeweils mit Rindfleisch, Garnelen und Thunfisch bestückt, Nigiri mit Lachs-Kaviar, Jakobsmuscheln und Hummerkrabben. Zudem weitere Asia Tapas, bestehend aus Rind,-Lamm-und Muscheln. Das alles zum AYCE Preis je von 25,90 Euro (Mo-Do) und 26,90 (Fr-So) 26,90 Euro. Mittags zum Lunch ist es günstiger (15,90Euro), aber dann kann man nur einmalig 8 Items ohne Nachbestellung ordern.

* Mit anderen Worten, der durchschnittlich intelligente Gast braucht etwa 15 bis 30 Minuten, bis er sich via Tablet über das System und das Essen informiert hat. Wobei die Gestaltung (Bilder, Grafik) auf dem Tablet sehr überzeugend ist.

* Nun denn - ab zur Tablet-Order. Ich startete mit Sushi, Garnelen, Jakobsmuscheln, Rind und Hummerkrabben. Meine liebe Dame wie erwartet mit Salaten, inklusive Seetang und Garnelen. Dazu ein Warsteiner und für Hasimausi ein Weizen vom Bayernkönig (Nein nicht Markus) Ludwig.

* Da sich das Restaurant auf der ersten Etage befindet und über bodentiefe Fenster verfügt, hat man einen schönen Blick auf das Elberfelder Rathaus und den Neumarkt. Das Restaurant war etwa zur Hälfte gefüllt und damit in Zeiten von Corona gänzlich voll belegt. Der Geräuschpegel war relativ niedrig. Bei Vollauslastung (in 2 bis 3 Jahren wenn wir Corona besiegt haben), dürfte es es deutlich lauter sein.

* Ein Mädel - Type studentische Aushilfe - brachte die ersten Tapas. Alles nett in und auf schwarzen Schälchen und Mini-Tabletts präsentiert. Allerdings war das was das nette Mädel servierte, kaum 50% unserer Bestellung. Auf unsere Nachfrage teilte sie uns mit, dass die nächsten "Tapas-Schälchen" peu a peu serviert würden. Ein Defizit des Systems ? Nee, vielmehr hätten ich/wir die Tapas anders bestellen müssen. Nämlich a.) weniger und b.) auch nur das wir zuerst verzehren wollten. Tücke des Systems, aber man ist ja im hohen Alter noch lernfähig.

* Zum Essen: Das Sushi sicherlich nicht frisch zubereitet, allerdings eine sehr ordentliche Conveniene Qualität. Die danach servierten Garnelen-Tapas hatte der Erhitzer aus dem Fernen Osten in der Küche zwar erhitzt, aber eben nicht zubereitet. Die Hummerkrabben kamen sicher auch aus der Convenience Fertigung, waren aber von einer akzeptablen Qualität. Positiv die Qualität der Rindfleischspieße, auch die Zubereitung war ohne Tadel. Mit anderen Worten, alles durchschnittlich, mehr oder weniger. Hasmausi beurteilte es ähnlich. Die Salate ruhten pur in ihren Schälchen, der Italiener hätte von naturale gesprochen.

* Nach dem Verzehr der ersten 5 Schälchen, orderten wir nochmals. Dieses mal Nigiri mit Lachs, Thunfischspieße und Lamm-Kotelette. Es dauert relativ lange, bis die gewünschten Tapas unseren Tisch erreichten. Und die Qualität ? Nigiri mit Lachs, lecker. Die Thunfischspieße waren noch sehr roh, gerade noch im akzeptablen Bereich. Und die Lammkotelett-Tapas ? Sagen wir es mal so: Fettanteil 50%. Weitere 25% für den Knochen, blieben für das mageres Lammfleisch noch stolze 25%. Hasimausi verweigerte den Verzehr, also Rückgabe. Aber wie bekannt droht nun die Original China Strafe, nämlich wegen der Rückgabe eines warmen Tapasgericht, 2,- Euro. Die holde studentische Aushilfskraft erschien. Wir gaben ihr zu verstehen, das sie doch bitte die fettigen Tapas vom Lamm wieder mitnehmen könne. Ohne wenn und aber, aber erkennbar angesäuert zog sie ab. Kurz darauf erschien sie wieder am Tisch mit der Frage, ob sie denn die Lammkoteletts erneut servieren dürfe. Ich beantwortet das mit einen klaren JA, aber bitte mit deutlich weniger Fett. Um es kurz zu machen, Hasimausi erhielt dann Lammkoteletts die ganz ihren Wünschen entsprachen. Es sagte ihr sogar so sehr zu, dass sie erneut nochmal Lamm bestellte. 

* Wir bestellten noch die ein oder andere Tapas Kleinigkeit, waren allerdings am Ende von Mu-Kii zwar nicht begeistert, aber immerhin oberflächlich zufrieden. Es gab Höhen und Tiefen. Wir waren nicht unzufrieden, aber auch nicht zufrieden. Hasimausi überredete mich noch zu einem Mochi Eis. Ich kannte diese Form von Eis bisher nicht, ich lernte es allerdings dann hier im Mu-Kii kennen. Mochi ist ein Reisteig, der mit Eis gefüllt ist. Sagen wir es mal so, das Eis war aus irgendeiner Eisfabrik und soweit okay. Mit dem zähen Reisteig hätte man auch gut undichte Fenster abdichten können. Mochi Eis wird niemals Gelato vom Italiener ersetzen können. Zumindest nicht bei mir. Das Dessert für Hasimausi war dann allerdings eine ganz spezielle Kreation. Joghurt ist ja noch okay, aber dazu frittiertes Raffaello. Das erzeugt vermutlich bei jedem Ferrero Manager Schnappatmung. Zum Abschlußss noch 2 Reisschnaps - fertig !

Fazit: Ja es war ganz okay, mehr aber auch nicht. Ich denke das der Gastronom (Wenzhi Wang) mit diesem Konzept einen deutlich besseren Ertrag erzielt, als bei den AYCE Buffet-Restaurants. Unter Umständen ist hier zwar die Produktqualität und damit der Wareneinsatz etwas höher, aber der Gast verzehrt vermutlich weniger als an dem üblichen China-Buffet, wo der Erlös für denn China-Gastronomen im Regelfall auch nur bei etwas 15,- Euro liegt. Unsere Bewertung: Für den bemühten Service 3,5 Sterne. Das Essen verdient nur 3 Sterne, das Ambiente ist mit 3,5 Sternen noch gut bedient. Für das PLV auch 3 Sterne, gleiches für den Gesamteindruck. Kommen wir nochmal wieder ? Eher nicht, weil uns dieses China AYCE Konzept 3.0 etwas zu stressig ist. Wir hatten von diesem neuen Konzept mehr erwartet. Vor allem bei der Zubereitung und der Qualität der Produkte.

Leckel ? Geht noch bessel.
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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