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Vor meinem Mittagessen habe ich schnell noch für die Damenrunde Sprudel und alkoholfreien Weißwein eingekauft; anschliesend musste aber die Entscheidung (siehe Titelzeile) fallen: es wurde "Nordvietnam" sprich wieder mal das "Little Hanoi".
Um 12:27 Uhr traf ich dort ein; das Mittagsgeschäft ist immer recht flau, aber laut der heute diensthabenden vietnamesischen Kellnerin ist es an den Abenden immer gut voll, sowohl im eigentlichen Gastraum als auch im Wintergarten. Heute sass bei meiner Ankunft ein älteres Paar im Gastraum und kurz nach mir erschien noch ein Mann, der telefonisch etwas zum Mitnehmen bestellt hatte. Während er auf seine Bestellung wartete schwätzte er in breitestem Saarländisch unaufhörlich an die Kellnerin hin wie an eine kranke Kuh. Bekanntlich sind die Asiaten ja ausgesprochen höfliche Menschen (am höflichsten sind für mich mit Abstand die Japaner); die Kellnerin liess seinen Sermon klaglos, gelegentlich ein "Ja, Ja" oder ein "Hm, Hm" einwerfend, über sich ergehen, war aber mit Sicherheit froh, als der Kunde seine Bstellung entgegennahm, bezahlte und verschwand.
Ich bestellte zum Trinken wie immer Bia Saigon Export Premium (0,33l EUR 3,60); normalerweise bescheide ich mich mit einem, heute wurden es ausnahmsweise mal zwei. Als Vorspeise wählte ich "Há Cào Tôm" (Gedämpfte traditionelle vietnamesische Dumpling mit einer feinen, durchscheinenden Reisteighülle und einer saftigen Garnelenfüllung) für EUR 6,00. Serviert wurden die Dumplings, fünf an der Zahl, auf einer mit einem Stück Bananenblatt bedeckten Schiefertafel zusammen mit einem Schälchen, in dem sich Nuoc Mam, die hinlänglich bekannte Fischsoße, befand. Diese allerdings verfeinert mit einer Chilidreingabe, die dem Ganzen eine unvermutete aber nicht heimtückische Schärfe gab.Fast hätte ich es vergessen: bestreut waren die Dumplings mit weißem und auch mit dunklem Sesam. Dieses Gericht gefiel mir ausserordentlich gut; ich wüsste nicht, wann ich zuletzt solch vorzügliche Dumplings gegessen habe.
Als Hauptgericht hatte ich zunächst an meine Lieblingssuppe "Pho Bo", schlechthin die vietnamesische Nationalsuppe, die hier wirklich super schmeckt, gedacht. Schlussendlich entschied ich mich aber für "Sot Cà Ri Dò" (Intensives rotes Curry aus knackigem Gemüse, Kokosmilch, Zitronengras und eine feine Gewürzmischung. Eine perfekte Balance aus Schärfe, würzigen und exotischen Noten der vietnamesischen Küche. Serviert mit duftendem Jasminreis und wahlweise mit Tofu (EUR 13,50), Hühnchen (EUR 13,50), Rind (EUR 15,50), Knusprige Entenbrust (EUR 14,90), Garnelen (EUR 14,90) bzw. Gegrilltes Lachsfilet (EUR 17,90). Ich entschied mich für den Wasservogel als Beilage; eine gute Wahl, aber, sollte ich dieses Gericht wieder einmal wählen, kämen für mich auch die Garnelen oder das Rind als Beilage infrage. Geschmeckt hat es mir sehr gut, allerdings war die Gemüsebeilage Blumenkohl mir doch ein bisschen zu "knackig; die anderen Gemüse, vor allem rote und gelbe Paprika sowie Zwiebeln waren vom Gargrad her absolut in Ordnung. Insgesamt war ich hier einmal sehr zufrieden, bezahlte gut gesättigt und machte mich dann auf den Nachhauseweg.
Fazit: Mittlerweile gefällt mir unter den Saarbrücker Vietnam-Gastros das "Little Hanoi" besser als das "Saigon". Und beim nächsten Besuch muss wirklich wieder mal die Pho Bo her, zusammen mit den Dumplings als Vorspeise.