Zurück zu Nassauer Hof Loreley
GastroGuide-User: Carsten1972
hat Nassauer Hof Loreley in 56346 Sankt Goarshausen bewertet.
vor 2 Jahren
"Einfach mal durchs Tor schreiten......"
Verifiziert

Geschrieben am 02.05.2018 | Aktualisiert am 02.05.2018
Besucht am 29.04.2018 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 69 EUR
...und ein kleines Paradies erblicken. Das muss sich hier trauen. Das Hotel Nassauer Hof war das Quartier nach der Rheinsteigetappe von Kaub nach Sankt Goarshausen. Diese Etappe darf sich mit Recht Königsetappe nennen, denn was sich dem Wanderer auf etwas mehr als 20 Kilometern und kumulierten 1500 Höhenmetern bietet, ist schon spektakulär. Trotzdem ist man froh am frühen Abend endlich am Ziel zu sein. Der Nassauer Hof war unsere Wahl, weil er ein durch Wanderverband lizensiertes Hotel ist. Der Hotelstandard ist eher einfach, aber ansonsten gab es an unser Quartier nichts zu beanstanden.

In Sachen Abendessen hatten wir dann Glück, eigentlich ist das Restaurant im Nassauer Hof am Sonntagabend geschlossen, und das hatte ich schon sehr bedauert. Aber wir waren am Abend vor dem Brückentag zum ersten Mai im Nassauer Hof und auf Grund der Nachfrage hatte man sich entschlossen, das Restaurant doch zu öffnen.

Darüber war ich froh, denn die Karte ist recht einfach und rustikal gehalten, doch ein Fakt macht richtig Freude, es wird konsequent regional eingekauft. Auf Seite drei der Karte ( http://www.nassauer-hof-loreley.de/wp-content/uploads/2014/10/Speisekarte-2014-20150001.pdf ) gibt es eine ausführliche Darstellung der Zulieferer. Unabhängig vom Anspruch der Küche an die Speisen ist das einfach gut und sehr begrüßenswert!

Wir schauten uns noch ein wenig auf der Goarshausener Rheinpromenade um, dann kehrten wir am Abend zum Abendessen ins Hotel zurück. Ein Schild vor der Tür wies auf den geöffneten Garten hin. Schwester angeschaut, Wetter war wunderbar warm, also draußen essen, bis es vielleicht zu kalt wird. Wir gingen in den Hof und hier erblickten wir das eigentliche Pfund des Nassauer Hof, direkt an der Bahnlinie, aber so wunderschön versteckt, dass diese nicht störte, offenbarte sich ein kleines Paradies.

Die Bahnlinie liegt auf dem Foto links oberhalb, aber durch den Bewuchs bekommt man eigentlich wenig davon mit. In den Zimmer ist der Zuglärm deutlicher vernehmbar. Das war ein wirklich wunderbar gestalteter Ort zum Speisen. Wir suchten uns einen freien Tisch und orderten eine große Flasche Wasser.

Die Karte wurde uns gereicht. Nach dem exotischen Wein in Kaub sollte es jetzt aber ein Riesling sein. Die Wahl fiel wieder auf einen Winzer aus Kaub. Wir orderten sein Meisterstück

Das Weingut Bahles hat sich der Mittelrein Riesling Charta angeschlossen, dass kennt man ja so aus dem Rheingau, hier war mir das unbekannt. In drei Stufen werden die Weine angeboten, das Meisterstück ist der Top Wein.

Dieser Wein war ein wirklich würdiger Vertreter der Mittelrheinrieslinge, unbedingt mal probieren. Zum Wein bestellten wir uns folgende Speisen. Nur für mich eine Vorspeise, Schwester wollte sich ein Dessert gönnen. Den Käse liefert ein Demeterkäsehof zu, siehe Karte und meine Wahl fiel auf

Knobbler Caprese, wobei ich nicht weiß, ob der Käse sich Knobbler nennt, aber Caprese, da weiß man, man kriegt was Tomaten. Tomaten waren da, auch der Käse, etwas fester als ein klassischer Mozzarella, aber sehr geschmackvoll. Dazu ein sehr interessanter Krautsalat, der mit Curry, Ingwer und Koriander, ich denke auch noch einem anderen indischen Gewürz abgeschmeckt war. Eine sehr feine Sommervorspeise war das im Resultat. Im Hauptgang für mich ein Gericht aus Lammhack, die Tiere kommen aus der Hangbeweidung am Rhein.

Hirtentasche nannte sich das. Kennt man so aus der griechischen Küche. Lammhack gefüllt mit Knoblauch-Käse, dieser wieder aus der Demeterkäserei, sehr würzig angemacht und dann angebraten. Im Resultat eine äußerst schmackhafte Lammhackbulette! Lecker......da verzeih ich dann auch die Pommes. Mit dem selbst gemachten Zaziki war das eine ordentliche Begleitung. Auch meine Schwester blieb beim Demeter-Käse

Flammkäse war ihre Wahl. Auch dies ein Rohmilchkäse, hier mariniert in Kräutern und dann angebraten. Sehr ungewöhnlich in seiner Darreichungsform, aber auch sehr lecker. Begleitet nur von einem Salat, hatte meine Schwester noch Bedürfnis nach einem Dessert. Ich musste mich nach dem Pommes-Berg geschlagen geben. So orderte sie

Eisdessert Loreley. Walnusseis mit Ahornsirup und beschwipsten Rosinen (eingelegt in Trester), meine Schwester war glücklich mit ihrer Dessertwahl.

Die reine Damentruppe im Service des Hotels Nassauer Hof erledigte ihren Job über den Abend sehr freundlich und zugewandt. Der wunderschöne Gastgarten war über den Abend beeindruckend gut gefüllt und weil es so schön war am Abend des 29. April 2018 blieben alle sehr lang draußen und genossen die Stimmung in diesem wunderschönem Ambiente.

Kann ich also zum Fazit kommen, ein einfaches Hotel, eine einfache Küche, die aber konsequent auf regionale Produkte setzt, dass ist eine gute Mischung nicht nur für den Wanderer auf dem Rheinsteig. Und wenn man im Sommer den wunderschönen Garten genießen kann, wird es quasi unbezahlbar schön!
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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