Gourmetrestaurant Zur Post
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Altenberger-Dom-Straße 23, 51519 Odenthal
Restaurant Hotel Sternerestaurant Ausflugsziel
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GastroGuide-User: kgsbus
hat Gourmetrestaurant Zur Post in 51519 Odenthal bewertet.
vor 2 Jahren
"Das Aschermittwoch-Menü lockt uns immer wieder an"
Verifiziert

Geschrieben am 02.03.2017 | Aktualisiert am 02.03.2017
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Besucht am 01.03.2017 Besuchszeit: Abendessen 3 Personen Rechnungsbetrag: 371 EUR
Es ist wohl schon allgemein bekannt, dass ich die Post - * Michelin /17 GM – besonders schätze. Trotzdem ist jeder Besuch natürlich anders, aber ich komme schon ziemlich entspannt dort an.
Die Räume sind vertraut, das Personal überwiegend bekannt. Aber die Karte hat neben Klassikern auch stets neue Kreationen parat. Und ich bestelle sicher nie: „Wie immer“; dafür bin ich viel zu neugierig.
 
Ambiente
 
Da die Wilbrand-Brüder auch stets das Gebäude innen und außen pflegen, gibt es hier eine gute Mischung aus gediegener Gastlichkeit und gelegentlichen Auffrischungen. Ich finde die Post einfach immer wieder ansprechend und gemütlich gleichzeitig.
 
Sauberkeit 
 
Erwarte ich und finde sie auch in vorbildlicher Art vor.
 
Sanitär
 
Seit dem letzten Umbau auch hier eine gelungene Lösung. Wegen der begrenzten Ausdehnung hat man einen Waschtischbereich vorne für Männlein und Weiblein gemeinsam und weiter durch die WC-Anlagen wieder separat eingerichtet.
 
Service
 
Die jeweiligen Oberkellner sind über die Jahre stets glänzende Gastgeber. Auch das weitere Personal wechselt gar nicht oft. Viele Gesichter sind so bekannt.
Heute waren drei bis vier Damen und zwei Herren im Einsatz. Routiniert verlaufen die Abläufe.
Wir hatten überwiegend mit einer Kellnerin und dem Sommelier zu tun. Aufmerksam und freundlich wurden wir versorgt.
 
Die Karte(n) 
 
Für uns ist es schon eine gewisse Tradition, das Fasten-Menü nicht zu verpassen.
 
Fischmenü an Aschermittwoch 01. März 2017 und Donnerstag, den 02. März 2017
im Gourmet Restaurant zur Post
 
4 Gang Menü 75 Euro
5 Gang Menü 95 Euro
 
Die verkosteten Speisen 
 
Kleiner Gruß aus der Küche
 
Sashimi vom Thunfisch | Wakame Salat
 
Der Thunfisch hatte einen zarten Rand durch Säuerung und war im Übrigen fein gemasert und roh. Die Wakame war teilweise kross frittiert bzw. roh und mariniert.
Eine feine Eröffnung, die ich mir gerne auf der Zunge zergehen ließ.
 
Brot | Salzbutter | Kalamansi-Butter
 
Mehrere Sorten und Scheiben von Brot wurden gereicht. Dazu gab es eine aromatische Salzbutter sowie eine Zitrus-Butter – ein Geschmack nach Orange und Zitrone.
 
Hokaidokürbiscreme | Sellerieschaum mit roter Paprika | Räucherforellenmousse
 
Die drei Töpfchen bzw. Gefäße waren jeweils mit einer Komposition gefüllt.
 
Das Sellerie-Gericht war in einer goldenen Eierschale angerichtet. Der Schaum war luftig und aromatisch. Die kräftigen erdigen Noten kamen schön zum Vorschein. Die kleinen Paprikastückchen passten gut dazu – aber die Sellerie war eindeutig die Hauptgeschmacksrichtung.
 
Das Forellengericht bestand aus drei Komponenten: einem Stückchen Filet, der kräftigen Mousse und etwas Grün. Das harmonierte gut und ich mag gerne einen Hauch Dill.
 
Das Hokaido-Stück aus einem längeren Streifen war zu einer kleinen Rolle gerollt und steckte in der Creme. Daneben ragte noch ein länglicher krosser Chip hervor. Umgeben war das Ganze von einer aromatischen Sauce – wahrscheinlich auf Soja-Basis.
 
Alle drei Grüße waren für mich sehr schmackhaft und ich möchte daher keine Rangfolge aufstellen, weil jedes Gericht für sich stimmig war.
 
Zu diesen Gerichten habe ich einen Cocktail auf Gin-Basis getrunken.
 
***
 
Marinierte Rotgarnele und gebratene Jakobsmuschel | Kichererbse | Shii-Take | Sesamvinaigrette | Krustentier-Jus
 
Die Jus wurde in einem Reagenzglas gereicht. Ich liebe die Aromatik solcher Meerestier-Süppchen äußerst.
Die Garnele war für mich der Star auf dem Teller. Sie war perfekt in der Konsistenz. Ich habe sie pur und in Verbindung mit den Beilagezutaten verkostet. Eine grüne und eine bräunliche luftige Masse, die wie ein kleines Schwämmchen aussahen, schmeckte gut. Dann gab es außen einen Ring mit einer Art Püree. Dazuwischen waren noch die Pilze, die etwas Röstaromen aufwiesen und innen noch saftig waren. Da konnte für mich die Jakobsmuschel nicht ganz mithalten. Ich mag sanft geröstete Muscheln grundsätzlich sehr gerne, aber heute fand ich sie einfach nur gut, aber nicht mehr und vielleicht war für mein Empfinden etwas Salz zuviel obenauf – aber meine Tochter und meine Frau waren anderer Meinung.
 
2013 GEWÜRZTRAMINER ,,CLASSIC“,  A.C. Domaine Hugel & Fils, Elsass
 
Fruchtig und etwas süß passt er ausgezeichnet zu diesen pikanten Gerichten.
                          
***
 
Bachsaibling von der Fischzucht Hahn in Wipperfürth | Imperial Auslese Kaviar | Sauce Bernaise | Kohlrabi | Walnuss | Brunnenkresse
   
In der Post gehört der Saibling stets zu meinen Favoriten. Oft habe ich ihn als Filet gebraten auf der Haut hier verzehrt. Diesmal war er gerollt und eher sanft gegart. Das schmeckte aber auch ausgezeichnet – besonders zusammen mit dem Kaviar und einem Stückchen Orangenfilet. Aus Brunnenkresse war ein grüner Weg gemacht worden. Der kleine runde feste helle See bestand aus dem Kohlrabi-Gemüse. Die cremige Sauce mit einem gehörigen Estragon-Anteil rundete das Gericht ab. Diesen Klassiker habe ich schon länger nicht mehr als Beigabe in einem Restaurant erhalten. In der Vergangenheit habe ich sie stets mit Rindfleisch verkostet; aber sie passt auch zu gedünstetem Fisch.
 
2015 STEINMAUER Q.b.A., trocken , Grauburgunder, Weißburgunder & Chardonnay, Weingut Korrell Johanneshof, Bad Kreuznach, Nahe
 
Die Cuvee aus burgundischen weißen Rebsorten ergab eine angenehme Begleitung.
 
***
 
Schwarzer Périgord-Trüffel (Tuber Melanosporum) | Parmesanraviolo | Spinat | Eigelb
 
Mit dem Trüffel wurde Gott sei Dank nicht gespart. So konnte die drei Verbindungen mit Dotter, Parmesan und Spinat ausprobieren. Da auch viele andere Gäste diesen Gang verkosteten, war wirklich der Duft im ganzen Raum vorhanden. Eine schöne Erfahrung; denn mit einigen Spänen dieses Pilzes auf einen Teller kann man – meine ich jedenfalls – nicht eine Marke setzen. Hier war das aber anders. Mit dem frischen nur leicht in der Pfanne geschwenkten Spinat passte es sehr gut. Mit dem Raviolo war es aber nicht schlechter. Der Dotter konnte da – für mich – jedoch nur den Bronze-Platz erreichen; aber damit steht man ja auch auf dem Treppchen. Silber möchte ich nicht vergeben, sondern zweimal Gold für Gemüse und Käse.
 
2010   MERCUREY  A.C., Domaine Vincent Dureuil-Janthial, Côte Chalonnaise
 
Der sanfte Pinot noir mit seinen angenehmen Himbeer-Aromen war sehr erfreulich zu diesem Gang. Dieses Randgebiet von Burgund hat sich damit für mich vorteilhaft in Erinnerung gerufen.
 
***

Hagebuttensorbet | Himbeer-Tapioka | Himbeerbaiserplatte
 
Das Fruchteis machte den Gaumen bereit für den Hauptgang. Die Kügelchen erinnerten an Kaviar. Sie waren aber nicht auf Art der Molekularküche angedickt worden, sondern aus aromatisierten Tapioka-Pillen gewonnen. Das Baiser war so etwas wie ein Duett dazu.
 
***
 
Atlantik Steinbutt mit Champagnerschaum | Artischocke | Kerbelwurzel | fermentierte Radieschen | Fenchel-Kartoffel-Stampf
 
Den Steinbutt konnte man auf den ersten Blick nicht sofort erkennen, denn er war mit berösteten Artischockenstreifen fast völlig bedeckt. Auf dem Grund war wie ein Fundamt der Stampf verteilt. Er war aromatisch und relativ fest; was ich sehr begrüße (die Zeit der weichen Breichen scheint abgelaufen). Auch der Champagnerschaum erzeugte keine weichen Stellen – im Gegenteil er frischte das Püree auf und passte auch zur Artischocke. Die feinen Streifen vom Radieschen hatten eine angenehme säuerliche Note. Die alte Technik durch Fermentieren Gemüse haltbar zu machen und diesen eigenartigen Geschmack zu erreichen, finde ich gut.
Auch der Steinbutt, als Hauptkomponente, war perfekt zubereitet. Fische mit festerem Fleisch sind bei mir immer an der Spitze. Und dieser Fisch mit seinen nussigen Aromen ist stets eine Freude (wenn der Koch es nicht vermasselt – aber dafür muss man sich schon sehr anstrengen). In der Post sind aber alle Fische gut aufgehoben.
 
2014   BRAUNEBERGER JUFFER SONNENUHR, Riesling Grosses Gewächs, trocken,          Weingut Fritz Haag, Brauneberg, Mosel
 
Der kräftige Riesling war problemlos in der Lage bei der Vielzahl an Aromen auf dem Teller mitzuhalten.
 
***
 
Warmer Schokoladenauflauf | Vanilleeis | Salat von Zitrusfrüchten
 
Creme Brulee | Cassis-Sorbet |Haferflocken-Hippe
 
Das Schokoküchlein hatte einen herrlichen flüssigen Kern. Aber es werden in der Post bei diesem Rezept ein paar Nüsse mit verarbeitet. Daher bekam ich eine Alternative. Die Brulee war sehr cremig, fast noch einen Hauch flüssig. Vanillenoten waren gut zu spüren. Die Karamelldecke war kross und knackig. Das Sorbet hatte einen herrlich kräftig saftigen Johannisbeerengeschmack. Dazu passte der Salat aus Zitrusfrüchten wie Grapefruit oder Orange sehr gut. Die Haferflocken-Hippe brachte noch eine rustikale Note dazu.
           
2005 Domaine de Baillaury Banyuls Grand Cru, 75% Grenache schwarz, 25% Grenache grau
 
Zur Schokolade sicher sehr gut passend; aber auch mit den herben Aromen kam der Dessertwein gut klar. Sicher trugen 16 Prozent Alkohol und der oxidative Ausbau dazu bei.
 
***
 
Kaffee und Buttermilch-Mousse mit Erdbeermark
 
Zum Espresso bekamen wir anstelle der nusshaltigen Pralinen eine schmackhafte helle Mousse mit einem fruchtig roten Abschluss obenauf. Es war mehr als ein Ersatz.
 
Glücklich und zufrieden traten wir die Heimreise an.
 
Getränke 
 
Taunusquelle medium 0,75l (8,00 €)
Hauscocktail (12,50)
Hausaperitif (9,50 €)
Monin Soda (5,00 €)
Weinbegleitung (55,00 €)
 
Fazit
 
5 – unbedingt wieder. Viele neue Geschmacksrichtungen und einige bekannte Komponenten. Wir sind weiterhin dem Hause äußerst verbunden.
 
(1 – sicher nicht wieder, 2 – kaum wieder, 3 – wenn es sich ergibt wieder, 4 – gerne wieder, 5 – unbedingt wieder – nach „Kuechenreise“)
 
Datum des Besuchs: 01.03.2017 – abends – drei Personen
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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