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GastroGuide-User: Gast im Haus
hat Hotel Gasthof zur Post in 81241 München bewertet.
vor 2 Jahren
"Überraschend nettes Hotel, Restaurant und Biergarten!"
Verifiziert

Geschrieben am 02.08.2017 | Aktualisiert am 02.08.2017
Besucht am 30.07.2017 Besuchszeit: Abendessen 2 Personen Rechnungsbetrag: 60 EUR
München – ein Touri-Business-Pflaster, das mich vor einigen Jahren doch recht enttäuscht hatte – seitdem für mich links liegen gelassen wurde. Doch es gibt Anlässe, da kommt man nicht dran vorbei – und ewig außerhalb im Internet was Brauchbares suchen hatte damals auch nichts deutlich Besseres gebracht. Also beiße ich den Apfel und buche ein preislich sehr vernünftiges Hotel – für München* äußerst günstig – und senke jede Erwartung – „wir werden es überstehen“.    (* in München-Pasing, Bodenseestr.  da es mehrere gleichnamige in M gibt)
 
Die Anfahrt am ersten süddeutschen Sommerferienwochenende verläuft, anders als die Tage zuvor im Radio vorhergesagt, beinahe vollkommen staufrei – perfekt für die Stimmung.
 
 Dafür dass meine Navikarten mit Stand 15/16 dann an der Lage des Hotels zweifeln, dafür kann das Hotel nichts, es ist aber ein Grund mehr wenn schon die Anfahrt dann „frei gestaltet“ erfolgt, positive Rest-Grundstimmung zu vernichten. Doch dann –optisch von außen klar modern schlicht – die Tiefgarage hat außer steiler Rampe Platz (auch wenn ich mein Auto an einem Pfeiler leicht schrotte, der eben anders als alle anderen nicht wandbündig ist, sondern meinem Blech kratzend entgegenkommt. Sch… - eigene Unfähigkeit über das im Rückspiegel sichtbare Wandstück hinaus auch einen Pfeilervorsprung zu erwarten).
 
Unser Zimmer ist noch in Mache –die Reinigungskraft muss zwar umgehend „fertig“ melden – doch wir haben uns schon in Richtung Biergarten auf eine kleine Zwischenmahlzeit an Stelle Mittagessen eingeschossen.
 
Wir bestellen Pfifferlings-Rahmsuppe (5,40), Gulaschsuppe (6,80), zwei Weißwürste mit Breze .mit Bitte um doppelte Teller (6,80), trinken ein Spezi (0,4 4,60) ein bleifrei Weizen (0,5 4,70) und später einen Aperol Spritz  5,50 sowie Normalweizen (0,5 4,70).  Die Pfifferlings-Rahmsuppe ist sämig cremig, wirkt wie grober-süßer Senf mit Sahne, kleinste Stückchen und der Geschmack zeigen aber, dass die Suppe die Pfifferlinge zumindest gesehen hat – kleine selbstgemachte Crouton-Würfel aus dem Hausbrot runden die Suppe, die in Löwenterrine serviert wird ab. Die Suppe ist gut gemacht, keine Offenbarung, aber sättigend und lässt wie gesagt das zweite Weizen abrufen. Die Gulaschsuppe für meine Frau, ebenso in Löwenterrine serviert, strotzt vor kleingewürfeltem Gulaschfleisch, Paprikastücken und sieht beim Löffeln bereits reichhaltigst und schmackhaft aus – klare Empfehlung meiner Frau und Basis dafür, dass die Weißwürste wohl mehr bei mir landen werden. Die werden in einer Kupfer-Kasserolle  serviert, mit zwei Tellern und Bestecken, sehr freundlicher Service. Die Weißwürste sind wirklich ungewohnt lecker für Münchner – gar nicht so wässrig-salzig wie vor Jahren, sondern gutes Brät mit angenehmer Zitronen-Note wie aus dem Lehrbuch. Dazu eine Scheibe Hausbrot – ich bin positiv überrascht, sowohl was hier in der Karte zu finden ist wie auch das, was und wie serviert wird.
 
Aber, um hier in GG was berichten zu können, braucht es natürlich mehr als nur Suppen und Vorspeisen. Am Abend bestellen wir einen trockenen Sylvaner vom Würzburger Bürgerspital – 0,2 zu 5,10, der einfach nie enttäuschend sein wird- ich wieder eine bleifrei Weiße (0,5 4,70) und dann aus der Karte das Sonderangebot Schnitzel – mit Kartoffelsalat zu 9,80 sowie später den Salat mit Hühnerbruststreifen (13,80). Das nicht gerade dünn aufgeschnittene Schnitzel  (schätze Oberschale, und wohl nicht geklopft) ist schön paniert, in einem buttergeschmackigem Bratfett gut zubereitet, der Kartoffelsalat im  Ring daneben drapiert – schlicht und einfach,  aber wohlschmeckend – gute Basis für weitere dann bleihaltige Befeuchtung – wobei ich sagen muss, dass in München das Verbleite doch eindeutig besser schmeckt als die bleifrei-Variante. Eine Portion Hausbrot, die ich als weitere intratestinale Saughilfe ordere (2 Scheiben eines schmackhaften Graubrots) werden mit 0,80€ berechnet. Der Salat mit Hühnerbruststreifen ist ein knackiger Romana würde ich sagen – leider pflegt die Küche hier wie oft, die Qualität durch Verwendung ganzer, nicht zerrupfter Blätter nachweisen zu wollen – schade, das zerstört den positiven Eindruck, den sonst ein paar wenige, ungeschälte saftige Gurkenscheiben und Tomaten-Viertel(sic!) hier hinterlassen. Die Hühnerbruststreifen sind lecker gewürzt in Butterartigem knackig gebraten – meine Frau erwischt zuerst ein kleines Stückchen – klar, das ist nun totgebraten krustig. Des einen Leid, des anderen Freud – das Hühnerbrusturteil meiner Frau steht zu meiner Freude fest – ne, sie will nichts mehr von den sonst kross aber saftigen, leckeren Hühnerbruststreifen, die ideal mit dem Salatdressing kombiniert sind -  die ich nun alle vollends genießen kann – ebensoo wie die nett angebratenen Champignons, schmackig – Dank an die Küche – lol. Dass als Entschädigung nochmals ein Würzburger in ein neues Glas wandert, halte ich da nur für gerecht. Ebenso eine Weiße für mich.
 
Weiter bietet die Karte leider nur Allerwelts-Whiskys im Angebot zum abendlichen Vergnügen an, aber auch ein paar Bodenseebrände – u.a einen sehr schönen Williams Christ. Die Pyrus Communis kommt fast saftartig im stilvoll gut eingeschenkten Grappaglas. Meine Frau lässt sich da eher auf einen Bailey ein – beide in 2cl  zu 2,90 – kann man also nichts sagen – wir waren sehr zufrieden mit unserer Wahl1
 
Sicher keine Offenbarung, sicher nichts, was einen vor Begeisterung vom Stuhl hupfen lässt – aber für München eine sehr gute Empfehlung, die wir gerne wieder besuchen werden, wenn München auf dem Plan steht“ 
DETAILBEWERTUNG
Service
Sauberkeit
Essen
Ambiente
Preis/Leistung


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